Altamerika: Wiege der Hochkulturen?

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (1995)

Abb. 1 Wie alt sind die frühen amerikanischen Hochkulturen wirklich und wo liegen ihre wahren Ursprünge? Bild: Die Zitadelle von Puca Pucara ("Die kleine rote Festung"), etwa 7 km von der Inka-Hauptstadt Cuzco entfernt.

Andernorts [1] hat der Verfasser dargelegt, und er ist sich darin dem großen Kenner der Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsgeschichte Thomas Kuhn [2] einig, daß die Dogmen - die "Paradigmata" - unserer etablierten Schulwissenschaft realistischerweise mit größter Skepsis betrachtet werden sollten. Wenden wir diese Erkenntnis auf die Rolle an, die Altamerika im Theater oder Konzert der vor- und frühgeschichtlichen Hochkulturen gespielt hat!

Das schulwissenschaftliche, 'isolationistische' Paradigma, die alten Hochkulturen hätten sich, jede für sich, in 'splendid isolation' entwickelt, ist schon längst als gelehrte Phantasterei, mithin Mumpitz, entlarvt. Unseren konventionellen muß allergrößtes Mißtrauen entgegengebracht werden: nach den revolutionären Arbeiten von Heinsohn & Illig handelt es sich dabei um gänzlich unglaubhafte, chaotische Konstrukte. Entgegen dem schulwissentschaftlichen - pardon! aber man kann es nicht anders nennen - Gefasel bestehen intensive ethno-linguistische und kulturelle Wechselbeziehungen zwischen Amerika und und den anderen Kontinenten, insbesondere, was die jeweiligen Hochkulturen angeht. [3] Das Beweismaterial in dieser Richtung häuft sich zu ganzen Gebirgen, und nur ein ideologisch Verblendeter kann das ableugnen.

Was bleibt unter solchen Umständen an wirklich Gesichertem? Fast nichts! Am besten scheint es, wir werfen den ganzen schulwissenschaftlichen Dogmen, "Weltbilder" und Mythen in den Papierkorb, machen sozusagen reinen Tisch, auf dem wir nur die in mühsamer Kleinarbeit von der Schulwissenschaft erarbeiteten, einigermaßen gesichert erscheinenden, Detail-Fakten (das gibt es zum Glück auch!) belassen, und dann fangen wir wieder ganz von vorne an zu denken.

Wenden wir also nun diese Vorgehensweise auf die altamerikanischen Hochkulturen und ihre mutmaßlichen Wechselbeziehungen zu den Hochkulturen anderer Kontinente an! Es scheint bei solchem Vorgehen in der Tat die Fragestellung höchst legitim zu sein: stammt die Hochkultur etwa gar aus Altamerika? Könnte es sein, daß die Hochkulturen der Alten Welt lediglich Ableger einer uralten Mutter-Hochkultur [4] Perus oder Mexikos waren? Könnte es sein, daß die "Olmeken"/Teotihuacan/Chacin/Chimu/Tiahuanaco viel älter sind, als sie von der Schulwissenschaft datiert werden?

Immer wieder kommen dem Verfasser Berichte in die Hände von kompetenten, jedoch non-konformistischen Besuchern [5] der altamerikanischen Ruinenstätten, die dem Gefühl Ausdruck geben, hier den Überresten einer uralten und überwältigend beeindruckenden Zivilisation gegenüber zu stehen, mit der verglichen Alt-Ägypten, "Sumer" (Chaldäa) etc. jung und - trotz Pyramiden und Zikkurats - eher bescheiden wirken.

In diesem Zusammenhang muß auch die Frage diskutiert werden, ob zur Zeit der allerältesten amerikanischen Hochkulturen Indianervölker auf dem amerikanischen Doppelkontinent überhaupt schon eine nennenswerte Rolle spielten, oder ob sie erst später aus Asien/Ozeanien u.a. (möglicherweise seither untergegangenen) Kontinenten einwanderten. Könnte es sein, daß einst in Peru/Mexiko ethno-linguistische Mixturen aus negroiden, "weißen" (europiden) / braunen Bestandteilen existieren? Manches scheint in diese Richtung zu deuten. Diese Fragen führen zu weiteren: könnte es sein, daß am Ende gar etwa die Semiten aus Altamerika stammen? Könnten auch die europäischen "Weißen" teilweise (Iberer? Kelten?) amerikanischer Herkunft sein?

Derartige Fragen wurden bisher nur höchst selten - quasi im Flüsterton - von Außenseiter-Forschern diskutiert, kaum je publiziert. Aber was soll an solchen Fragestellungen eigentlich so absonderlich sein? Wäre es nicht im Gegenteil höchst absonderlich, wenn sich die Völkerbewegungen, ethno-linguistischen Transfusionen und Kultureinflüsse immer nur zum amerikanischen Doppelkontinent hin abgespielt haben sollten, nicht ein einziges mal von ihm ausgehend in Richtung anderer Kontinente? Besonders wenn man davon ausgeht, daß die dortigen ältesten Hochkulturen möglicherweise viel älter sind, als die Schulwissenschaft uns erzählt. Hat etwa Alt-Peru einst Südostasien kolonisiert? Kamen die ursprünglichen (Proto-) Phönizier aus Altamerika, Heyerdahls "Redin"/"Langohren"? Kann Altamerika einst eine Mutter-Hochkultur beherbergt haben, von der Atlantis nur eine verzerrte Widerspiegelung ist? [6]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Horst Friedrich © wurde erstmals in der Zeitschrift EFODON SYNESIS (12/1995) veröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er (2009) in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung mit erweitertem Appendix.

  1. Siehe: Horst Friedrich, "Verdient unsere Wissenschaft Vertrauen?", in EFODON-SYNESIS, 3/1997 - und bei Atlantisforschung.de; sowie: Horst Friedrich, "Einer neuen Wissenschaft den Weg bahnen!", Hohenpreißenberg, 1996; des weiteren: "Wissenschaft ohne Grenzen!", in: WISSENSCHAFT OHNE GRENZEN, Nr.1/1996
  2. Siehe: Thomas S. Kuhn, "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen", Frankfurt a. Main, 1967
  3. Siehe: Horst Friedrich, Die alten Hochkulturen standen in Kontakt!, Atlantisforschung.de, 2004 (Erstveröffentl. in: EFODON SYNESIS, Nr. 26/1998)
  4. Siehe etwa: Gernot L. Geise und Reinhard Prahl, "Auf der Suche nach der Mutter-Kultur", Peiting, 2005
  5. Anmerkung des Verfassers: Etwa bei David Childress in seinen LOST CITIES Bänden über Süd- und Mittelamerika. Auch bei Frank Joseph: 'Atlantis in Peru', in: THE ANCIENT AMERICAN, Vol.2 / No.9 (1995), S.4-10 zu Chan-Chan und Machu Picchu.
  6. Vergl. dazu: Dr. Horst Friedrich, "ATLANTIS, MU, LEMURIA - Gab es eine Ur-Zivilisation?", Atlantisforschung.de, 2004

Bild-Quelle

(1) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b2/Puca_Pucara_medium.jpg