Atlantis - Argumente, Indizien und Evidenzen für die Plausibilität einer versunkenen Großinsel auf dem Mittelatlantischen Rücken

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von unserem Gastautor Frank Joseph

Abb. 1 Das Auftauchen der Insel Surtsey im Jahr 1963 - im mittleren und nördlichen Atlantik keineswegs ein ungewöhnliches Ereignis. Frank Joseph betrachtet Platons Atlantis-Bericht vor dem Hintergrund des 'Kommens und Gehens' vulkanischer Landmassen, und verweist auf geologische Erkenntnisse der jüngeren Vergangenheit.

Platon berichtete, Atlantis sei die Hauptstadt auf einer großen Insel "jenseits der Säulen des Herakles" gewesen, die heute als Straße von Gibraltar bekannt sind. Versunken sei es "an einem einzigen Tag und in einer Nacht" seismischen Aufruhrs. Mehr als 2000 Jahre lang haben Forscher sich gefragt, ob sich tatsächlich solch ein Ereignis an dem von ihm beschriebenen Ort zugetragen haben könnte. Viele beharren darauf, dass dies unmöglich sei, und wandten sich auf ihrer Suche anderen Örtlichkeiten auf der Welt zu. Doch wenn man Platons Geschichte folgt, eröffnen sich bezüglich der Weiten, die er andeutet, einige faszinierende Möglichkeiten.

Der Mittelatlantische Rücken ist ein zerklüfteter Saum, eine Kluft im Boden des Atlantischen Ozeans, die sich vom Polarkreis bis zur Spitze Südamerikas erstreckt. Er ist ein Riss im Meeresboden, der von den entgegengesetzten Bewegungen der ost- und westwärts gerichteten Kontinental-Platten geschaffen wurde. Manchmal reichen seine Berge so hoch hinauf, dass ihre Gipfel die Meeres-Oberfläche durchbrechen und zu Inseln werden. Weil der Mittelatlantische Rücken entgegengesetzt wirkenden Kräften ausgesetzt ist, kommen geologische bedingte Gewalten wie etwa Vulkanausbrüche und Tsunamis (zerstörerische Wogen, die von submarinen Erdbeben ausgelöst werden) in geologischen Maßstäben häufig vor. [1]

Island entstand aufgrund genau dieser Aktivität durch eine massive unterseeische Konvulsion aufsteigenden, sich ansammelnden Magmas. Erst im November 1963 wuchs vor der isländischen Südwest-Küste, unter einer dramatischen Wolke aus Dampf und Blitzen, die Insel Surtsey (Abb. 1) aus den Tiefen des Nordatlantik empor. Obwohl sie es nur auf eine Oberfläche von anderthalb Quadratmeilen brachte, ragte sie um 560 Fuß über den Meeresspiegel. Zwei Jahrhunderte zuvor hatten britische Seefahrer eine unkartierte Insel entdeckt und sie, nach ihrem Schiff, Sabrina getauft. Als sie mehrere Monate später mit einer Gruppe hoffnungsfroher Siedler zurückkehrten, war die Insel unter den Wellen verschwunden.

Im Jahr 1447 entdeckte Kapitän Alonzo Leone eine Insel nordwestlich von São Miguel, Azoren. Er taufte sie Asmaida und diese beträchtliche Insel wurde von portugiesischen Kolonisten besiedelt, die dort Landwirtschaft betrieben und Städte und Häfen errichteten. Doch bereits irgendwann vor 1555 waren sie gezwungen die Insel zu evakuieren, weil sie rapide in die See abzusinken begann, nachdem ihr bis dahin ruhender Vulkan wieder ausgebrochen war. Die Siedler entkamen mit wenig mehr als ihrem Leben. Ein kleiner Teil der Insel verblieb über der Wasser-Oberfläche und wurde als Barenetha-Rock bekannt. Etwa 260 Jahre nach der ursprünglichen Eruption verschwand auch der Barenetha, und er wird heute als Milne-Seamount identifiziert. [2]

Abb. 2 Die Glomar Challenger (Bild) war eines von mehreren Forschungs-Schiffen, die in den späten 1960er Jahren mittels Echo-Lot auf dem Mittelatlantischen Rücken eine möglicher Weise versunkene Landmasse von der Größe Portugals ausmachten.

Die Insel Nyey wurde 1783 zwischen Grönland und Island entdeckt; 1830 verschwand sie wieder. Die "Säulen"-Insel Geir fuglasker (Great Auk Skerry) stürzte schon nach einem Tag seismischer Gewalten ins Meer. Erst Mitte der 1960er Jahre wuchs ein Insel-Paar über die Oberfläche des Nord-Atlantik hinaus, um dann wieder zu versinken. Vor ihrem Verschwinden überragte Syrtlingur den Meeres-Spiegel um 210 Fuß und Jolnir erstreckte sich über eine Fläche von fünfzehn Quadratkilometern. Diese und andere Beispiele weisen auf einen außergewöhnlich aktiven und instabilen Meeresboden mit einer Geschichte altertümlicher und jüngerer Landbildungen und -Zerstörungen hin, von der manchmal beträchtliche Gebiete innerhalb außergewöhnlich kurzer Zeiträume betroffen waren. [3]

Die Existenz und das plötzliche Verschwinden von Atlantis liegt eindeutig nicht außerhalb des geologischen Erfahrungs-Bereichs zum höchst instabilen Mittelatlantischen Rücken. In den späten 1960er Jahren erfassten Echo-Lotungen, die von Forschungs-Schiffen wie der Glomar Challenger (Abb. 2) durchgeführt wurden, eine überflutete Landmasse von der Größe des heutigen Portugal, und ebenfalls in etwa rechteckig, die sich entlang einer Störungs-Zone [orig.: "fault zone"; d.Ü.] entlang des Mittelatlantischen Rückens erstreckte. Madeira (Abb. 3) und die Kanarischen Inseln (Abb. 4) könnten ihre einzigen an der Oberfläche verbliebenen Überreste darstellen.

Die Existenz einer ziemlich unbestimmt geformten großen Insel unter der Oberfläche des Mittel-Atlantik ist keine Spekulation. 1971 bargen Greifer der Universität von Miami aus den vergleichsweise flachen Gewässern der Vema-Frakturzone Kalkstein, der mit Granit imprägniert war. Granit-Formationen, die man am Meeresboden findet, werden als "Kontinental-Fels" bezeichnet, weil sie Fragmente überseeischer Landmassen darstellen, zu denen sie einst gehörten. [4]


Verschollene Kontinental-Fragmente

In den folgenden vier Jahren untersuchten Geologen von Esso Petroleum und der Universität von Genf die Proben aus Kalkstein und Granit, die, wie sich zeigte, Überreste von Fossilien enthielt, die entstanden, als der Kalkstein sich noch weniger als dreißig Meter unter dem Meeresspiegel befand. Die Platten wiesen auch Spuren von Gezeiten-Aktivitäten auf, was anzeigt, dass die große Insel, von der sie stammten, sich einst auf Meeres-Niveau befand. Das Verhältnis von Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotopen belegte schlüssig, dass der Kalkstein sich an der Luft von einer Hoch- zu einer Niedrig-Magnesium-Form von Calcit rekristallisiert hatte. Ein Reporter vom New Scientist berichtete, dass der Kalkstein von der Kuppe "eines übrig geliebenen Kontinental-Blocks" stammte, "der zurücklieb, als der Atlantik sich zu einem Ozean ausdehnte." [5]

Abb. 3 Madeira, die Hauptinsel der gleichnamigen Gruppe von Eilanden, besteht aus typischem Kontinentalgestein. Auch sie ist Teil einer alten Landmasse, die vor Millionen von Jahren vom afro-europäischen Kontinent abgetrennt wurde.

Die Präsenz mesozoischer Fossilien in dem geborgenen Kalkstein indiziert, dass diese Insel vor zwischen 230 und 65 Millionen Jahren entstand, einer langen Periode, während welcher die euro-afrikanischen und amerikanischen Kontinente auseinander drifteten. Während sie das taten, ließen sie dieses Kontinental-Fragment oder den kontinentalen Block etwa auf mittlerem Wege zwischen den Antillen im Westen und der Küste Guineas in Afrika im Osten zurück. Dieser unter der Oberfläche befindliche Überrest mag Teil einer größeren versunkenen Landmasse oder einer zerbrochenen Reihe von Landmassen sein, welche sich an den östlichen Flanken des Mittelatlantischen Rückens bis zu einem Punkt im Norden befindet, der parallel zu den Britischen Inseln liegt.

Wann die kontinentale Insel auf der Vema-Störung versank, ist unbekannt, doch die vertikalen Kratzspuren entlang seiner Flanken entstanden als sie sich erhob, um über dem Meeresspiegel zu liegen. Auch wissen die Geologen nicht, wann sie auf ihre gegenwärtige Position absank. Doch die Tatsache, dass die vertikalen Kratz-Spuren noch zu sehen sind, legt nahe, dass dies vor nicht allzu langer Zeit geschah; innerhalb der jüngsten 7000 Jahre, lauten die besten Schätzungen der Ozeanographen.

In jedem Fall bestehen die Kanaren und Madeira-Inseln ebenfalls aus Kontinental-Gestein. Vor langer Zeit wurde eine Landmasse, zu der all diese Inseln gehörten, vom euro-afrikanischen Kontinent weggezogen, und zwar durch die entgegengerichteten Kräfte der Platten-Tektonik, einem Prozess, bei dem die Kontinente, welche auf litosphärischen Platten ruhen, durch die unterirdischen Kräfte des geschmolzenen Inneren des Planeten über das Angesicht der Erde gedrückt werden.

Mit der Zeit schwand das das mesoziosche Kontinental-Fragment nach und nach unter den Angriffen der See dahin, bis die Insel, vielleicht erst vor 17 000 Jahren, völlig unter ihrer Oberfläche verschwunden war. Nur die Gipfel seiner höchsten Berge ragen noch als Azoren, Madeiras, Kanaren und andere Inselgruppen über ihre Wellen. Während diese Groß-Insel vom Ausmaß Portugals vom Euro-Afrika wegdriftete, verbanden noch immer schmale Landbrücken die zwei sich entfernenden Landmassen. Die Existenz dieser Landbrücken steht außer Frage. Am 13. Juli 1976 entdeckte das international gesponsorte Deep Sea Drilling Project eine Bergkette, die den äußersten Süden Grönlands mit dem europäischen Kontinent verbindet, und zwar über Irland und England. Beide Länder sind die noch existierenden Überreste jener Landbrücke, deren sonstige Überbleibsel viertausend Fuß tief im Meer versanken.

Abb. 4 Die heutigen Kanaren-Inseln waren möglicherweise noch vor etwa 17 000 Jahren miteinander verbunden, sowie Teil einer Landbrücke, die von Nordafrika bis zu den den heutigen Atlantik-Inseln reichte.

Die Kanarischen Inseln (Abb. 4) waren, submarinen Evidenzen zufolge, die zeigen, dass die sieben betreffenden Inseln ursprünglich zusammenhingen, Teil einer anderen Landbrücke. Eine Landbrücke, die einst die Kanaren-Insel Fuertoventura mit Lanzarote verband, der Insel die Marokko am nächsten liegt, wurde nach dem II. Weltkrieg in relativ geringer Tiefe entdeckt. Wilhelm Schreiber bemerkt: "Die Kette des Atlas-Gebirges [in Marokko] verläuft bis zum Atlantik, wo sie abrupt abbricht. Die Legende vom Untergang der Insel Atlantis könnte daher auf jener Naturkatastrophe basieren, bei welcher das Ende dieser Bergkette verschlungen wurde." [6]

Solch eine physische Verbindung zwischen Nordafrika und den Atlantik-Inseln muss bis vor mindestens 17 000 Jahren existiert haben, wie durch die Überreste des Cro-Magnon-Männern und -Frauen auf Teneriffa belegt wird, der größten der Kanaren-Inseln. Diese frühen Menschen waren keine Seefahrer [7], sondern Jäger, die zweifellos die Landbrücke von Afrika aus bei der Verfolgung wandernder Großwild-Herden überquerten. Britannien war noch vor nur fünftausend bis sechstausend Jahren durch eine Landbrücke zwischen Dover und Calais mit Europa verbunden. Die Atlantik-Insel könnte ebenso lange mit Nordafrika verbunden gewesen sein, doch die portugalgroße Insel wurde natürlich vor dem erscheinen dessen überflutet, was wir Zivilisation nennen würden.

Die Tatsachen der Orogenese (Gebirgs-Bildung), Platten-Tektonik und Kontinental-Drift zeigen, dass geologischer Wandel in kontinentalem Maßstab nicht rapide verläuft (zumindest nicht nach menschlichem Verständnis). Das Aufsteigen und Absinken von Meeren und Landmassen verläuft innerhalb vieler Jahrhunderttausende oder Millionen von Jahren, nicht innerhalb "eines einzigen Tages und einer Nacht". Bisweilen wird dieser graduelle Wandel an Beispielen von vergleichsweise kleineren Gebieten deutlich, wie etwa den Azoren-Inseln, wo Flores heute messbar sinkt, während Corvo gleichzeitig aufsteigt. Sie werden von den selben bedächtigen, aber beobachtbaren geologischen Kräften beeinflusst, die einst eine weitaus größere Atlantik-Insel verschlangen. [8]


Evidenzen vom Grunde des Ozeans

Moderne Karten des Meeresbodens enthüllen, dass die heutigen Atlantik-Inseln vor der Küste Afrikas auf einem Plateau am Rand einer versunkenen Landmasse (Abb. 5) liegen, die auch mit der südiberischen Küste verbunden ist. Als Azoren-Gibraltar-Rücken bekannt, war dies eine Landbrücke vom europäischen Kontinent zu der großen Atlantik-Insel, die damals noch über Wasser lag. Ozeanographen bestätigen eine Kette versunkener Berge, die den Mittelatlantischen Ozean mit der Küste Iberiens verbindet.

Abb. 5 Diese Karte zeigt u.a. die Meerestiefen im Großraum der Kanaren und der nordwest-afrikanischen Küsten. Hier können sich noch innerhalb rezenter Zeiträume gewaltige, geologische Veränderungen (Landabsenkungen) ereignet haben.

Bei Tiefen-Kernbohrungen an den Azoren, wurden die fossilen Überreste von Süßwasser-Algen aus einer Tiefe von 12 000 Fuß geborgen, was beweist, dass die Inseln einst mehr als zwei Meilen über ihrer heutigen Position lagen. Das anderweitig unerklärliche Vorhandensein von Süßwasser-Algen bestätigt die Funde von Dr. Maurice Ewing, Geologie-Professor an der Columbia University, aus dem Jahr 1949. Als sie in der Nachbarschaft der Azoren an Bord eines Schiffes den Mittelatlantischen Rücken entlang fuhr, das passender Weise Atlantis getauft worden war, holte Dr. Ewings Expedition für die National Geographic Society Kern-Bohrproben aus mehr als zwei Meilen [ca. 3,2 km] Tiefe unter dem Meeresspiegel, fernab von irgendwelchen heutigen Stränden. Er schlussfolgerte, das die geborgenen Specimen von einem vormaligen Strand auf Höhe des Meeresspiegels stammten.

Die Möglichkeit, dass treibende Eisschollen den Sand während frühglazialer Perioden von einem Strand mitgebracht haben könnten, wurde ausgeschlossen, da die feinen Körnchen, die er erhalten hatte, keinerlei Fragmente irgendwelcher größeren Fremd-Materialien enthielten. Darüber hinaus befand sich das nächstgelegene Land mehr als 1200 Meilen entfernt. Dr. Ewing war klar, dass der Strand-Sand sich nicht unter Wasser gebildet haben konnte, sondern vielmehr entlang einer alten Küstenlinie, die unzählige Jahrhunderte lang auf Meeresspiegel-Niveau den Aktivitäten der Wellen ausgesetzt war. [9]

Während solche physischen Evidenzen mit der Zeit Bestätigung fanden, können andere "Beweise", die vom Grunde des Atlantik empor geschaufelt wurden, in die Irre führen. Während der jüngsten einhundert Jahre hat praktisch jeder Autor, der um eine geologische Argumentation für Atlantis bemüht war, die Geschichte eines gebrochenen Kabels kolportiert, das man bei den Azoren vom Meeresgrund geborgen hat. [10] Zusammen mit diesem Kabel wurden Brocken vom Meeresboden zu Tage gefördert, darunter basaltische Glas-Splitter, die nur unter atmosphärischen Bedingungen entstanden sein konnten.

Abb. 6 Sechzig Meilen nördlich der Azoren (hier die Insel Terceira) bargen die sowjetische Forscherin Dr. Maria Klinova et al. 1963 aus Tiefen von mehr als 6000 Fuß ungewöhnliches Gestein, das - im Gegensatz zu Tachyliten - nur unter atmosphärischen Bedingungen entstanden sein kann, wie sie über Wasser herrschen.

Wenigstens war dies 1898 das wissenschaftliche Urteil, als man diese Tachylit-Brocken als Bestätigung für einen versunkenen Kontinent begrüßte. Seither haben die Geologen gelernt, dass basaltisches Glas sowohl unter atmosphärischen Bedingungen als auch unter Wasser gebildet werden kann, und somit können diese Proben entstanden sein, als jener Teil von Atlantis noch über Wasser lag - oder auch nicht. Die Evidenzen sind hier nicht mehr schlüssig, und dass Leute sie nach wie vor als Argument für die Existenz von Atlantis benutzen macht deutlich, wie sorgfältig man mit dem relevanten Material umgehen muss, das es dazu gibt. [11] Mit Sicherheit verfügen Atlantologen heute jedoch über einen riesigen und weiter anwachsenden Korpus nachweislicher Evidenzen, aus denen sie sich aussuchen können, was sie zu ihrer Argumentation für eine versunkene Landmasse im Mittel-Atlantik verwenden wollen.

1963 barg Dr. Maria Klenova, die für die sowjetische Akademie der Wissenschaften [vergl. dazu auch: Sowjetische Geologen zur Realität von Atlantis von N. Zhirov; d. Red.] auf der Mikhail Lomonsow unterwegs war, sechzig Meilen nördlich der Azoren, aus Tiefen von mehr als sechstausend Fuß ungewöhnliche Felsbrocken. Was ihren Fund so interessant machte, war die Tatsache, dass diese Spezimen nur unter einem atmosphärischen Druck entstanden sein konnten, wie er an Land herrscht. Diese Entdeckung der Sowjets scheint zu bestätigen, dass die Tachylite, die man fünfundsechzig Jahre zuvor gefunden hatte, letztlich doch über dem Meeres-Spiegel entstanden waren.

Klenovas Forschungen waren jene des Stockholmer Riks Museum (Abb. 7) aus dem Jahr 1957 vorausgegangen. Dr. René Malaise vermeldete, dass Mitglieder einer schwedischen Tiefsee-Expedition im Mittel-Atlantik in einer Tiefe von fast zwei Meilen auf fossilierte Süßwasser-Diatomeen gestoßen waren. Diese Diatomeen, kleine Algen, waren siebzehntausend Jahre alt, und stimmten somit mit einer Datierung für die finale Überflutung der portugalgroßen Insel im Atlantik überein. [12]

Abb. 7 Die brisanten Forschungs-Ergebnisse von Dr. Rene Malaise et al. schlummern heute ungenutzt in den Archiven des Riks Museum (Bild) in Stockholm. Das wissenschaftliche Establishment hat es offenbar nicht nötig, kontra-paradigmatische Evidenzen zur jüngsten Erdgeschichte des mittelatlantischen Raums zu beachten.

Diese Funde waren keine isolierten 'Freak-Spezimen'. Malaise´s Kollege, der anerkannte Paläo-Botaniker R.W. Kolbe, katalogisierte mehr als sechzig Spezies ausschließlicher Süßwasser-Diatome, die 578 Meilen von der Westküste Afrikas, in einer Unterwasser-Region, die als Sierra Leone Ridge bekannt ist, aus einer Tiefe von achttausend Fuß geborgen wurden. Zudem wurden alle unter einer Schicht aus maritimem Sediment entdeckt, das möglicherweise aus vulkanischen Rückständen besteht, die innerhalb der jüngsten zehntausend Jahre dort abgelagert wurden. Die Spezies gehörten zu einem breiten Spektrum von Gruppen, von denen einige in nährstoffreichen Habitaten, und andere in nährstoffarmen lebten.

Die breite Vielfalt der Organismen indiziert, dass sie über einen langen Zeitraum in hoher Zahl in einer großen, terrestrischen Umgebung gediehen. Ihr massives Vorkommen scheint zu beweisen, dass einst auf einer Insel im Mittel-Atlantik Süßwasser-Seen existierten. Die Kritiker waren dadurch jedenfalls nicht zu überzeugen, und sie argumentierten, dass die Diatome von Afrika aus durch kräftige Strömungen ins Meer hinausgetragen worden seien. Kolbe hielt dem entgegen: "Selbst wenn wir die schwache Möglichkeit einer trüben Strömung akzeptieren könnten, die von der afrikanischen Küste ausging, und ihre Last von Süßwasser-Diatomen 930 Kilometer von der Küste entfernt absetzte, müsste immer noch erklärt werden, wie es dieser Strömung möglich war, ihre Last nicht nur über eine solche Distanz hinweg zu transportieren, sondern sie gleichzeitig mehr als tausend Meter bergauf zu hieven, bevor sie ihre Last auf der Kuppe eines unterseeischen Hügels ablud." [13]


Akademischer Widerstand gegen Atlantis

Schwedische Wissenschaftler fanden zudem anderthalb Meilen unter dem Meeres-Spiegel auch die versteinerten Überreste von Land-Pflanzen. Ihr Schiff, die Albatross, fuhr zwei Jahre lang um die Welt um die Tiefen aller Ozeane zu erkunden. Doch nur im Mittel-Atlantik fanden sie organische Evidenzen jener Art, wie sie vom Sierra Leone Ridge geborgen wurden, für eine versunkene Landmasse. [...] Tragischer Weise ist niemand der Fülle unbestreitbarer Evidenzen nachgegangen, die von Dr. Malaise und seinen Kollegen zusammengetragen wurde. Sie 'ruhen in Frieden' im Naturhistoriska riksmuseet, ein Hort wertvoller Daten, eine ozeanographische Schatzkarte, die einen künftigen Atlantisjäger zur größten archäologischen Entdeckung aller Zeiten führen könnte. [14] Doch für die meisten bestallten Experten ist jede Anspielung auf das "A-Wort" politisch unkorrekt.

Besonder Würdigung wert ist es daher, wenn einer von ihnen, der mit dem erbärmlichen Status wissenschaftlicher Meinung in dieser Angelegenheit großgezogen wurde, das Schweigen durchbricht und sich mit seiner Stimme für das Offensichtliche stark macht. Solch ein Held war Dr. Kenneth Landes, Vorsitzender des Department of Geology an der University of Michigan. In seiner jährlichen 'Sigma Xi Adresse' an das Virginia Polytechnic Institute von 1958, auf dem Höhepunkt der Angriffe seiner Kollegen auf Dr. Malaise, fragte er emphatisch:

"Können wir, die wir auf der Suche nach der Wahrheit sind, unsere Augen länger vor dem offensichtlichen Faktum verschließen, dass große Gebiete des Meeresbodens vertikal über Entfernungen abgesunken sind, die wir in Meilen zu messen haben? Warum ist dies nicht zu akzeptieren, und warum verwenden wir unsere 'zerebralen Pferdestärken', die wir derzeit mit fruchtlosen Versuchen verschwenden, die Wahrheit wegzuerklären, nicht darauf, den Mechanismus herauszufinden, der diese drastischen Stürze des Meeresbodens hervorruft?" [15]

Jeder, der sich des dogmatischen Klimas an modernen wissenschaftlichen Institutionen bewusst ist, weiß zu würdigen, wie couragiert Dr. Landes´ Bemerkungen waren. Meinungsäußerungen zugunsten der Historizität von Atlantis, der Möglichkeit überseeischer Besucher Amerikas vor Kolumbus [16], oder irgendeiner Theorie, die sich im Widerspruch zu allgemein akzeptierten Hypothesen befindet, werden den beruflichen Karrieren solcher unabhängigen Geister ein Ende setzen und ihnen den Zugang zu den gelehrten Publikationen verschließen, in denen sie ansonsten ihre Entdeckungen zur Diskussion unter ihren Forscher-Kollegen präsentieren würden.

Professionelle Forscher von der Oasis Oil Company, um nur eines von zahlreichen Beispielen zu nennen, fanden 1972 überzeugende Evidenzen dafür, dass das Mittelmeer während des Pliozäns (vor etwa fünf Millionen Jahren) tausende von Fuß unterhalb seines heutigen Levels lag. Augenscheinlich war es jedoch leichter, mit Sorgfalt eine solche Entdeckung zu machen als sie zu veröffentlichen. "Sie bekamen", dem Scientific American zufolge, "ihr Manuskript in keinem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht, da niemand solch eine unerhörte Interpretation akzeptieren wollte." Es ist tragisch, dass die heutigen akademischen Gelehrten ebenso resistent gegenüber unpopulären Ideen sind wie wissenschaftlichen Autoritäten, die Leonardo da Vinci einst dazu zwangen, im Verborgenen zu forschen. [17]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Frank Joseph © wurde seinem Buch "The Destruction of Atlantis - Compelling Evidence of the Sudden Fall of the Legendary Civilization" entnommen (Kapitel 2, "Where is Atlantis?"), das 2002 im Verlag Bear & Company, Rochester, Vermonth, USA, veröffentlicht wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de (2006)

  1. Quelle: Robert Bolt, "Geological Hazards" (New York: Springer Verlag, 1975), S. 153
  2. Quelle: F.M. Bullard, "Volcanos in History, in Theory and in Eruption" (Austin: University of Texas Press, 1966), S. 55-73
  3. Quelle: Sigurdur Thorarinsson, "Surtsey: The New Island in the North Atlantic" (New York: Viking Press, 1967), S. 16, 17
  4. Quelle: William Wertenbacker, "The Floor of the Sea" (Boston: Little, Brown, 1974), S. 113-176
  5. Quelle: Anonymus, "Concrete Evidence for Atlantis?" (Earth & Planetary Science Letters, vol. 26, 8), März 1975
  6. Quelle: Wilhelm Schreiber, "Vanished Cities" (Nw York, Viking Press, 1970), S. 125
  7. Red. Anmerkung: Wir erlauben uns, Frank Josephs diesbezügliche Annahme in Frage zu stellen. Es gibt inzwischen zahlreiche Indizien dafür, dass Cromagnards bereits während der späten Eiszeit den Atlantik befuhren - und sogar überquerten. (Siehe dazu z.B. Die Clovis-Solutréen-Connection von Peter Marsh) Von daher könnten sie die heutigen Kanaren-Inseln auch auf Flößen oder in Großraum-Kanus erreicht haben.
  8. Quelle: Richard Percy, "The Unknown Ocean" (New York: Taplinger, 1972), S. 103-157
  9. Quelle: Maurice Ewing, "New Discoveries in the Mid-Atlantic Ridge", National Geographic, vol. 38, no. 8, 1949, S. 24
  10. Red. Anmerkung: Vergleiche dazu: Atlantisforschung, Tachylit und die Sache mit dem 'gebrochenen Telegraphen-Kabel' von Bernhard Beier und Roland M. Horn
  11. Quelle: Dorothy B. Vitaliano, "Atlantis from the Geologic Point of View", in "Atlantis: Fact or Fiction", herausgegeben von Edwin S. Ramage, (Bloomington: Indiana University Press, 1978), S. 141, 142
  12. Quelle: Rene Malaise, "Ocean Bottom Investigations and their Bearings on Geology", Geolologiska [?] Foreningens I, Forhandlingar, vol. 17, no. 4 (1957), S. 6-10
  13. Quelle: ebd., S. 22
  14. Red. Anmerkung: Möglicherweise ist diese "größte archäologische Entdeckung aller Zeiten" inzwischen erfolgt! Siehe dazu: Die 'Wiederauferstehung' der klassischen Atlantis-Theorie? - Dr. Gernot Spielvogel´s Entdeckungen und die Ironie der Wissenschafts- und Atlantologie-Geschichte; sowie: Ganz nah dran an Atlantis - Ein promovierter Meeresgeologe sucht seit Jahren nach der geheimnisvollen Insel von Klaus Wittmann (die tageszeitung, 5.12.2005); und das Atlantisforschung.de Online Interview mit Dr. Gernot Spielvogel vom Februar 2006
  15. Anmerkung d.A.: Dr. Kenneth Landes wurde zitiert von Wolfgang Hegeney in "Atlantis, Impressions from the Depths of the Ocean" (New York: Van Nos Reinhold, 1984), S. 27
  16. Red. Anmerkung: Siehe dazu die zahlreichen Beiträge in unseren Sektionen Stichwort: Diffusionismus und Präkolumbische, transatlantische Kontakte
  17. Quelle: Kenneth J. Hsu, "When the Mediterranean Dried Up", Scientific American 227 (1972), S. 26-36. Red. Anmerkung: Während die Austrocknung des Mittelmeers im Pliozän heute längst keinen ernsthaften wissenschaftlichen Streitpunkt mehr darstellt, weigert sich die Scientific community gegenwärtig "standhaft", Indizien und Evidenzen für eine weitere, rezente Austrocknung des mediterranen Beckens im Verlauf des jüngsten Glazials und seine mögliche Flutung während des Holozäns zur Kenntnis zu nehmen und zu diskutieren. Vergl. zu dieser Hypothese: ATLANTIS WAR SIZILIEN - Vom Mythos zur Realität von Axel Hausmann; sowie für historisch-zoogeographische Evidenzen dazu: Spurensuche im Mittelmeerraum: Historische Zoo-Geographie im Einsatz


Bild-Quellen

(1) http://www.islandia.is/hamfarir/images/surtsey2.jpg

(2) http://pubs.usgs.gov/publications/graphics/glomar.gif

(3) http://www.madeira-seals.com/Sealspics/pic_g6.jpg

(4) http://www.tauchen.de/tauchziele/atlantik/kanaren/images/KANAREN_uebersicht.jpg

(5) Charles Berlitz, "Das Atlantis-Rätsel"

(6) http://www.decareaux.tripod.com/Island/Biscoitos.htm

(7) http://www.hpbimg.positivspel.com/riksmuseum.jpg