Die 'Wiederauferstehung' der klassischen Atlantis-Theorie?

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

Dr. Gernot Spielvogel´s Entdeckungen und die Ironie der Wissenschafts- und Atlantologie-Geschichte

(red) Noch vor einiger Zeit galt es selbst unter nonkonformistischen Atlantisforschern geradezu als verpönt, die klassische Hypothese von Atlantis als versunkener Großinsel auf dem Mittelatlantischen Rückenernsthaft diskutieren zu wollen. Warum eine veraltete und angestaubte Theorie neu besprechen oder prüfen, die doch anscheinend längst durch "harte Evidenzen" widerlegt worden ist? Warum sich unnötig der Lächerlichkeit preisgeben, wenn es doch, z.B. mit der Karibik und insbesondere den Bahamas, aber auch auf und bei Iberien, in der atlantischen Inselwelt des Ostens sowie bezüglich der Megalith-Kultur in Europa und Nordafrika zahlreiche legitime und erfolgversprechende geographische Forschungs-Räume für Atlantologen gibt?

Abb. 1 Links: Der Geologe und Paläontologe Dr. Gernot Spielvogel bringt mit seinen Entdeckungen die klassische Atlantis-Theorie wieder ins Gespräch. Rechts: Eines der ersten Fundstücke von der atlantischen Tiefsee-Stätte, wo Spielvogel et al. Poseidonia vermuten.

Nur einige wenige, alternative Atlantis-ForscherInnen [1] haben während der vergangenen Jahrzehnte immer wieder darauf aufmerksam zu machen gesucht, dass die Vorstellung eines "Azoren-Atlantis" auch geologisch gesehen keineswegs so unsinnig sei, wie dies aus Kreisen des wissenschaftlichen Mainstreams gebetsmühlenartig kolportiert worden ist. Dafür wurden sie (auch im atlantologischen 'Kollegen-Kreis') in aller Regel postwendend als "Spinner" und "Träumer" abgestempelt. Hat denn die moderne Geologie nicht eindrucksvoll und zwingend deutlich gemacht, dass Atlantis überall auf diesem Planeten gesucht und gefunden werden mag - aber n i c h t im Mittelatlantik?

Seit der Termier-Debatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts (siehe dazu: Der geologische Streit um den versunkenen "Kleinkontinent" im Atlantik) und abgesehen von dem früheren Geologie-Ordinarius an der Universität Wien, Prof. emerit. Alexander Tollmann, dem unbeugsamen Verfechter des Katastrophismus und der klassischen Atlantis-Lokalisierung, hat in Westeuropa und den USA wohl niemand, der die höheren Weihen der Erdgeschichts-Wissenschaft empfangen hat, die 'Partei-Disziplin' der Geologen gebrochen, indem er öffentlich das "böse A-Wort" im Zusammenhang mit versunkenen Landmassen im Mittel-Atlantik aussprach.

Unter diesen Umständen muss es in der Tat als Ironie der Wissenschafts- u n d Atlantologie-Geschichte erscheinen, dass jetzt ausgerechnet ein promovierter Geologe, ein Praktiker, der in der Feldforschung zuhause ist, plausibel erklärt, das historische Vorbild für Platons Atlantis habe offenbar d o c h dort gelegen, wo die "Spinner" und "Träumer" es immer vermutet haben: weit jenseits der 'Säulen des Herakles', inmitten der 'See des Atlas' - dem Atlantik -, oder geologisch gesprochen: auf dem Mittelatlantischen Rücken!

Abb. 2 Das Atlantis Institut in Überlingen am Bodensee widmet sich der meeres-geologischen und unterwasser-archäologischen Erforschung des 'Azoren-Atlantis'. Die Gründer streben eine Atlantis-Geoscientific -Institute-Foundation in Form einer gemeinnützigen Stiftung an.

Dieser Geologe heißt Dr. Gernot Spielvogel (Abb. 1), ist Mitbegründer des privaten Atlantis Instituts (Abb. 2) in Überlingen am Bodensee, und "überzeugt, nach fünf Jahren Forschung den Standort von Atlantis entdeckt zu haben. Genauer gesagt, wollen er und seine Kollegen auf Poseidonia, die Hauptstadt des einst von Platon beschriebenen Weltreichs Atlantis gestoßen sein. >Wir haben sie entdeckt, wir haben eine Ortung und sind jetzt dabei, eine Expedition zu starten, um den Nachweis zu erbringen!< In Vorexpeditionen habe er das Gebiet bereits eingegrenzt, versichert der Wissenschaftler. >Ich werde jetzt natürlich nicht sagen, wo genau wir diese sagenhafte Stadt entdeckt haben, das ist unser Betriebsgeheimnis. Aber sie liegt im Bereich der Azoren, wo sie ja auch schon mehrfach vermutet wurde<." [2]

Sollten die spektakulären Entdeckungen von Dr. Spielvogel et al. tatsächlich so gut belegt sein, wie der Wissenschaftler nachdrücklich erklärt, dann dürften sie massive Auswirkungen - sowohl auf die konventionelle als auch auf die alternative - Erd-, Menschheits- und Zivilisations-Geschichtsforschung haben, und künftig noch für einigen 'Wirbel' sorgen. Natürlich wollten wir von Atlantisforschung.de mehr etwas mehr über die bisherigen Ergebnisse der Forschergruppe um Dr. Spielvogel, und über weitere geplante Aktivitäten des Atlantis Instituts wissen, als bisher aus den Veröffentlichungen zu erfahren war (siehe dazu auch: Ganz nah dran an Atlantis von Klaus Wittmann, taz).

Als erstes Resultat unserer redaktionellen Neugier ergab sich das folgende atlantisforschung.de Online-Interview mit Dr. Gernot Spielvogel, das zwischen dem 21. und dem 28. Februar 2006 von Bernhard Beier mit ihm geführt wurde. Wir meinen, dass Dr. Spielvogels Angaben in diesem Interview nicht nur eingefleischten Atlantologen allen Anlass zu einer intensiven und vorurteilsfreien Auseinandersetzung mit seinen Entdeckungen und der These vom urtümlichen Atlantis auf dem Mittelatlantischen Rücken geben. Die Diskussion um das 'Azoren-Atlantis' darf jedenfalls (wieder) als eröffnet gelten - und unsererseits sind natürlich weitere Berichte und Kommentare dazu in Vorbereitung.

Im Feruar 2006
Team Atlantisforschung.de


Zu den Atlantisforschungen von Dr. G. Spielvogel et al. (Atlantis-Institut, Überlingen) siehe auch:

Das atlantisforschung.de-Online-Interview mit Dr. Gernot Spielvogel

Ganz nah dran an Atlantis - Ein promovierter Meeresgeologe sucht seit Jahren nach der geheimnisvollen Insel (Klaus Wittmann, taz)

Eine neue "Theorie" über Atlantis (A. Bojanowski, WELT am SONNTAG)


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: Zu dieser bespöttelten, aber hartnäckigen Minorität gehören im deutschsprachigen Raum die "Altzeitler" Otto Muck (1882-1956), Manfred Hocke (1913-1995), Klaus Aschenbrenner und der "Synthetiker" Jürgen Hepke; Wolter Smit in Frankreich; und im angelsächsischen Bereich z.B. Egerton Sykes (1894-1983), Frank Joseph und R. Cedric Leonard.
  2. Quelle: ddp, "Auf der Spur von Atlantis", Yahoo (Deutschland) Nachrichten, Samstag 28. Januar 2006, 11:40 Uhr, online unter http://de.news.yahoo.com/28012006/336/spur-atlantis.html


Bild-Quellen

(1) Links: http://de.news.yahoo.com/28012006/336/spur-atlantis.html

(1) Rechts: www.atlantis-geoscientific-institute.com

(2) ebd.


Links:

Webseiten des Atlantis-Instituts: www.atlantis-geoscientific-institute.com