Charles Berlitz über Elena Maria Whishaw

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Abb. 1 Das Front-Cover der Neuauflage (1997, mit leicht verändertem, aber ebenfalls irreführendem Titel) von E.M. Whishaws bemerkenswertem Werk 'Atlantis in Andalucia' aus dem Jahr 1928

(red) Einige interessante Basis-Informationen zur Arbeit der herausragenden britisch-spanischen Atlantisforscherin Elena Maria Whishaw (1857-1937) lieferte im Jahr 1969 Charles Berlitz in seinem Buch "The Atlantis Mystery". Zusammen mit unserem Forscherinnen- und Autorinnenportait über sie sowie mit unserem Beitrag "Atlantis-Kolonie Andalusien - Das Lebenswerk der Elena Maria Whishaw" liefern Charles Berlitz' Angaben, die wir nachfolgend zitieren, einen umfassenden Ansatz zum Einstieg in eine tiefer gehende Beschäftigung mit Leben und Werk dieser höchst beachtlichen Forscherin.

"Mrs. E.M. Whishaw", beginnt Berlitz seine Ausführungen, "die Direktorin der Anglo-Ibero-Amerikanischen Schule für Archäologie und Autorin des Buches 'Atlantis in Andalucia' [1] untersuchte das Gebiet [Südspaniens; d.Red.] fünfundzwanzig Jahre lang. Sie glaubt auf Grund des Sonnentempels [2] den sie in neun Meter Tiefe unter den Straßen von Sevilla entdeckte, das Tartessos möglischerweise unter dieser Stadt begraben liegt. [...] Auch die Kupferminen vo[m] Río Tinto (Abb. 2), die auf ein Alter von 8000 bis 10000 Jahren geschätzt werden, könnten, sowie die hydraulischen Ingenieuranlagen bei Ronda und ein Binnenhafen bei Niebla (was erneut an Platos Schilderung der hydraulischen Anlagen von Atlantis erinnert) mit der Kultur von Tartessos in Verbindung stehen.

Abb. 2 Am Rio Tinto im Südwesten Spaniens entdeckte E.M. Whishaw archäologische Spuren eines hoch entwickelten, großmaßstäblichen Abbaus von Metallen, die sich bis weit in die so genannte 'Jungsteinzeit' hinein zurückverfolgen lassen.

Mrs. Whishaw stimmt mit den deutschen Forschern [d.h. mit Adolf Schulten und Richard Hennig; d.Red.] nicht überein, dass Tartessos selbst der Ursprung der Atlantislegende war, sondern glaubt vielmehr, es sei ganz einfach eine Kolonie des echten Atlantis gewesen. Sie schreibt hierzu: »Ich vertrete die Theorie, daß Platos Bericht durch das, was wir hier finden, voll und ganz bestätigt wird, sogar der atlantische Name seines [d.h. Poseidons; d.Red.] Sohnes Gadir, der jenen Teil von Poseidons Königreich jenseits der Säulen des Herakles erbte und in Gades (Cadiz) residierte...«

Und weiter: »...Das wundervoll zivilisierte prähistorische Volk, dessen Kultur ich aufgezeichnet habe, entstand aus der Vermischung der prähistorischen Libyer, die in einem früheren Stadium der Menschheitsgeschichte von Atlantis nach Andalusien kamen, um sich das Gold, Silber und Kupfer zu holen, daß die neolithischen Bergarbeiter vo[m] Rio Tinto zutage gefördert hatten, und im Laufe der Generationen ... die iberische und afrikanische Kultur so eng miteinander verschmolzen, dass schließlich Tartessos und Afrika eine gemeinsame Rasse hatten, die Liby-Tartessier.«" [3]

"Tartessos soll", wie Charles Berlitz dann ergänzend bemerkt, "schriftliche Aufzeichnungen besessen haben, die 6000 Jahre in die Vergangenheit zurückreichten. Ein hervorragendes Beispiel der Schriftsprache ist die Inschrift auf einem Ring [dazu hier eine Abbildung der Schriftzeichen; d.Red.], den Professor Schulten in einem spanischen Fischerdorf bei Tartessos [4] fand. Mrs. Whishaw hat andere vorrömische iberische Inschriften (die bisher noch niemand übersetzen konnte) zusammengetragen und festgestellt, daß etwa 150 dieser alphabetischen Zeichen ebenfalls auf den Wänden der Felshöhlen Libyens zu finden sind." [5]

Dem Resümee, mit dem Berlitz seine kurze Betrachtung der Arbeit von E.M. Whishaw abschließt, kann man sich wohl ohne Wenn und Aber anschließen: "Ob dies nun die einstige Existenz von Atlantis beweist oder nicht, so scheint es doch den Beweis für das Vorhandensein einer wenig bekannten, sehr frühen Kultur im westlichen Mittelmeerraum zu erbringen." [6]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Ellen Mary Whishaw, "Atlantis in Andalucia: a study of folk memory", Plymouth (Rider & Co., Paternoster House), 1928
  2. Siehe: E.M. Whishaw, op. cit. (1928 und 1997), "CHAPTER XIV - THE TEMPLE OF HERCULES AND THE SUN TEMPLE AT SEVILLE - OR TARSIS" (S. 218 ff.)
  3. Quelle: Charles Berlitz, "Das Atlantis Rätsel", Wien / Hamburg (Verlag Paul Zsolnay), 1976, S. 148-149
  4. Red Anmerkung: D.h. in der Nähe der Örtlichkeit im Mündungsgebiet des Flusses Guadalquivir, wo der deutsche Archäologe die Überreste von Tartessos vermutete.
  5. Quelle: Charles Berlitz, op. cit. (1976), S. 149
  6. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Adventures Unlimited Press / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) PACO~commonswiki bei Wikimedia Commons, unter: File:RioTintoWater.jpg