Der Halleysche Komet

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Der Halleysche Komet ist ein alter Bekannter der Menschheit. Hatten die Völker des Atltertums gute Gründe, sein Erscheinen am Himmel zu fürchten?

Halleys Komet (Abb. 1) ist nach Edmond Halley (Abb. 2) (1656-1742) benannt, der die Periodizität dieses Kometen korrekt vorhergesagt hat und angab, dass der im Jahr 1759 zurückkehren werde. 1694 regte Halley an, dass die Sintflut von einem Kometen-Impakt verursacht worden sei [1], ein Vorschlag, für den er von der Royal Society gerügt wurde. Völlig daneben lag er jedoch, als er 1692 als erster eine "hohle Erde" vorschlug [2].

Abb. 2 Der Polyhistor Edmond Halley, nach dem der Halleysche Komet benannt wurde

Obwohl die durchschnittliche Umlaufzeit des Kometen bei 76 Jahren liegt, hat sie auch schon bis zu 79,3 Jahren betragen. Der Kern von Halleys Kometen ist ungefähr 5x5x10 Meilen groß, hat aber eine sehr geringe Dichte. Die früheste Beobachtung des Kometen wurde 240 v. Chr. von den Chinesen vermerkt, wobei es inzwischen einen Hinweis darauf gibt, dass seine erste Erwähnung bereits 466 v.Chr. in altgriechischen Aufzeichnungen erfolgte. [3] Berühmt wurde seine Darstellung auf dem Wandteppich von Bayeux (Abb. 3), er wird auch im Talmud erwähnt und häufig mit dem Stern von Bethlehem in Verbindung gebracht [4].

Nicht nur Halleys Komet, sondern Kometen im Allgemeinen galten als Vorboten des Unheils, da ihr Erscheinen unheimlicherweise mit verschiedenen Katastrophen zusammenzufallen schien, sowohl mit natürlichen als auch mit militärischen. Erstaunlicherweise sind Kometen tatsächlich immer wieder gleichzeitig mit erdgebundenen Katastrophen aufgetaucht, die unser Los sind. Vielleicht auch deshalb exkommunizierte Papst Calixtus III. 1456 Halleys Kometen als Agenten Satans. Dies dürfte aber theologisch anfechtbar sein, da der Komet ja überhaupt kein Angehöriger der Katholischen Kirche war...

Abb. 3 Die Darstellung des Halleyschen Kometen (im Bild rechts oben) auf dem Wandteppich von Bayeux (Szene 32)

Jean-Sylvain Bailly war der erste, der die Umlaufbahn des Kometen berechnete, und Ende des 18. Jahrhunderts schrieb er zufällig auch über Atlantis. Der französische Astronom Nicolas Camille Flammarion (Abb. 4) sagte voraus, dass das Erscheinen von Halleys Kometen im Jahr 1910 die Erdatmosphäre mit giftigem Gas füllen und alles Leben auf der Erde töten würde! Doch offensichtlich geschah damals sowie bei seinem nächsten Vorbeiflug im Jahr 1986 nichts Katastrophales.

Abb. 4 Der Astronom Nicolas Camille Flammarion (1842-1925) sagte für 1910 voraus, der Schweif von Hallays Kometen werde die Atmosphäre unseres Planeten vergiften und alles Leben auf der Erde vernichten.

Ein jüngerer Vorschlag lautet, dass ein Fragment des Halleyschen Kometen im Jahr 536 n. Chr. Die Erde traf und die Temperaturen weltweit senkte, was zu Dürre, Hunger und Krankheiten führte [5]. Halleys Komet wurde auch für das Verschwinden der Pannonischen See verantwortlich gemacht, eine weitere angedachte Örtlichkeit für Atlantis.

Der polnische Professor Michał Kamieński betrachtete die biblische Erwähnung von „einem Engel mit einem Schwert“ (1. Chron 21.16) als Hinweis auf Halleys Erscheinen um 1010 v. Chr. In ähnlicher Weise argumentierte der Historiker Donald V. Etz 1986 [6], dass Jesaja 14.12.15 möglicherweise vom Auftreten des Kometen inspiriert war.

Kamieński datierte jedoch noch eine weitere enge Begegnung mit Halleys Kometen, die zur Zerstörung von Atlantis führte, auf ca. 9550 v. Chr. Er schlug zudem vor, dass ein großer Teil von Halleys Kometen 9542 v. Chr. in den Golf von Mexiko fiel. Kamieński hat auch eine sehr technische Arbeit [7] über das Auftreten des Kometen im Jahr 2320 v. Chr. verfasst. Der amerikanische Astronom Jack Hills, ein Asteroiden-Spezialist am Los Alamos National Laboratory, vertritt ähnliche Ansichten wie Kamieński in letztgenanntem Papier.

Schon Col. Braghine vermutete, dass Atlantis infolge einer Nahbegegnung der Erde mit Halleys Kometen zerstört wurde. Ein weiteres, von David Wiseman, einem Bibellehrer, vorgeschlagenes Datum für den durch Halleys Kometen verursachten Untergang von Atlantis ist 1628 v. Chr. [8].

Jürgen Spanuth hielt Phaëton für ein Fragment von Halleys Kometen. Zwei Anhänger von Spanuth, Günter Bischoff und Walter Stender, haben umfangreiche Aufsätze in deutscher Sprache über einen Meteoriteneinschlag in Nordeuropa um 1220 v. Chr. verfasst, den auch sie als Phaëton-Ereignis [9] [10] [11] identifizierten. Eine vergleichbare Interpretation wurde auch speziell auf den Chiemgau in Südost-Bayern angewandt, worauf in Arbeiten von Michael Rappenglück, Barbara Rappenglück und vielen anderen [12] [13] [14] näher eingegangen wird.

In einem Artikel aus dem Jahr 2018 [15] assoziiert auch Charles A. Rogers Phaëton mit Halleys Kometen und datiert die nahe Begegnung bis 1404 v.Chr. Er geht noch weiter und verbindet die "Säule des Lichts" in Exodus sowohl mit Halleys Kometen als auch mit dem Ausbruch von Thera. Dann fährt er damit fort, diese Ereignisse mit der Zerstörung von Atlantis am Golf von Gabés an der Mündung des Flusses Triton zu verbinden!

Clube & Napier schlugen in Cosmic Winter [16] vor, dass die biblische Exodus-Geschichte den frühesten Hinweis auf Halleys Kometen enthält. Der umstrittene Jeffrey Goodman verknüpft in The Comets of God [17] ebenfalls eine Reihe von biblischen Ereignissen mit Kometenbegegnungen.

Und hier noch etwas für die Liebhaber von Trivia: Ich stelle fest, dass sowohl das Geburtsjahr (1835) als auch das Todesjahr (1910) des Scheiftstellers Mark Twain mit einem Erscheinen von Halleys Kometen zusammenfielen!



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 13. März 2010 unter dem Titel "Halley’s Comet" erstveröffenlicht und nachfolgend weiter ausgebaut wurde. Übersetzung ins Deutsche und intensive redaktionelle Bearbeitung nach dem Stand vom 11. März 2020 durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Jason Colavito, "NOAH'S COMET", bei jasoncolavito.com (abgerufen: 10. März 2020)
  2. Siehe: N. Kollerstrom, "THE HOLLOW WORLD OF EDMOND HALLEY", in: Journal for the History of Astronomy 1992, 23, 185-192 (Links abgerufen: 10. März 2020)
  3. Siehe: Baring the Aegis, 30. Juli 2014, unter: "A recorded ancient Hellenic sighting of Halley's Comet?" (abgerufen: 10. März 2020)
  4. Siehe: UFO Sightings Hotspot, 02. Mai 20 2017, unter: "Earth entering debris field from Halley’s Comet - aka The Star of Bethlehem - from 2600 years ago" (abgerufen: 10. März 2020)
  5. Mike Wall (LiveScience.com), "Fragment of Halley's Comet Hit Earth in 536 A.D., Causing Drought and Famine", bei: Q-mag.org - Alfred de Grazia's magazine of quantavolution (abgerufen: 10. März 2020)
  6. Siehe: Donald V. Etz, "Is Isaiah XIV 12-15 a Reference to Comet Halley?", in: Vetus Testamentum Vol. 36, Fasc. 3 (Juli 1986), pp. 289-301
  7. Siehe; M. Kamieński, "The probable apparition of Halley's Comet", in: Acta Astronomica, Vol. 6, p.3 (1956?)
  8. Siehe: David Wiseman, "Atlantis and Exodus", archiviert bei Atlantipedia.ie (Archive 3339) (abgerufen: 10. März 2020)
  9. Siehe: Günter Bischoff, "Phaéthons Sturz und der Untergang von Atlantis", Atlantisforschung.de, 2013
  10. Siehe: Walter Stender, "Die Wirklichkeit der Phaéton-Sage", in EFODON-SYNESIS Nr. 24/1997 (online als PDF-Datei; abgerufen: 10. März 2020)
  11. Siehe auch: Tony O’Connell, "Die Phaëton-Legende in der alternativen Forschung - Eine einführende Umschau", bei Atlantisforschung.de
  12. Siehe: K. Ernstson, W. Mayer, B. Rappenglück, M. Rappenglück und D. Sudhaus, "CHARACTERISTICS OF A HOLOCENE IMPACT LAYER IN AN ARCHEOLOGICAL SITE IN SE-BAVARIA, GERMANY", online als PDF-Datei bei ERNSTSON CLAUDIN IMPACT STRUCTURES – METEORITE CRATERS - Research on impact geology, geophysics, petrology, and impact cratering (abgerufen: 10. März 2020)
  13. Siehe: Barbara Rappenglück und Michael Rappenglück, "Does the myth of Phaethon reflect an impact? Revising the fall of Phaethon and considering a possible relation to the Chiemgau Impact", in Mediterranean Archaeology and Archaeometry · Januar 2006
  14. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de auch: Bernhard Beier, "Chiemgau Impact Research Team (CIRT)"
  15. Siehe: Charles Rogers, "Atlantis: Once Lost; Now Found", bei academia.edu (abgerufen: 10. März 2020)
  16. Siehe: Victor Clube & Bill Napier, "Cosmic Winter", Oxford, 1990
  17. Siehe: Jeffrey Goodman, "The Comets of God", Tucson (Archaeological Research Books), 2011

Bild-Quellen:

1) NASA (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Halley's Comet 2.jpg
2) Malhum (Urheber) bei Wikimdia Commons, unter: File:Edmund-Halley.jpg
3) Ulrich Harsh (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:BayeuxTapestryScene32.jpg
4) Eugène Pirou, 1841–1909 (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Camille Flammarion by Eugène Pirou.jpg