Die Phaëton-Legende in der alternativen Forschung

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Eine einführende Umschau

von Tony O’Connell

Abb. 1 Der Sturz des Phaëton - ein etwa 1604 bis 1605 entstandenes Gemälde (Öl auf Leinwand) von Peter Paul Rubens

Phaëton war in der altgriechischen Mythologie [1] der Sohn des griechischen Sonnengottes Helios. Phaëton war [unter anderem; d.Ü.] auch der Name, der einem Kometen verliehen wurde, welcher im 13. Jahrhundert v.Chr. auf der Erde eingeschlagen sein soll, oder eine Nahbegegnung mit ihr hatte. Bei den Ägyptern war dieser Komet als Sekhmet bekannt. [2] Alte Inschriften verzeichnen, dass einige der Konsequenzen dieser dramatischen Begegnung in der Austrocknung des Nils und der Desertifikation Libyens bestanden.

Michel-Alain Combes notiert [3], dass Phaëton auch "mit Anat in Syrien, dem Stern des Baal in Kanaan (Palästina und Phönizien), Absinthe, dem Stern der Apokalypse bei den Hebräern [und] Surt in den Ländern des Nordens" assoziiert wurde.

Abb. 2 Im Bereich der heutigen alternativen Forschung wird fast uni sono davon ausgegangen, die Legende von Phaëton spiegele eine dunkle Erinnerung an den Impakt eines kosmischen Körpers auf der Erde oder doch zumindest an die kastastrophale Nahbegegnung (einen 'Beinahe-Zusammenstoß') unseres Planeten mit ihm wider.

Plato verzeichnet interessanterweise im Timaios, wie Phaëton immense Verwüstungen verursacht hat, bringt dies aber nicht in direkte Verbindung mit der Zerstörung von Atlantis, doch der Kontext impliziert ein Ereignis, das in ferner Vergangenheit stattfand, beträchtlich früher als [der Ägypten-Besuch des] Solon. Einige Autoritäten des Altertums, wie etwa Eusebius und Isidor von Sevilla, haben Phaëton mit der Zeit Mosis in Zusammenhang gebracht.

Franz Xaver Kugler war ein Jesuiten-Priester, der mehr als dreißig Jahre mit dem Studium in Keilschrift verfasster altertümlicher astronomischer Texte verbrachte. 1927 verfasste er ein Papier, in welchem er schlussfolgerte, dass ein Asteroiden-Impakt im Mittelmeer-Raum die Erzählung von Phaëton inspiriert habe. In jüngerer Zeit hat Bob Kobres eine Anzahl von Artikeln darüber geschrieben, dass [die Legende von] Phaëton einen kometaren Ursprung habe. [4]

Stavros Papamarinopoulos von der Universität Patras in Griechenland präsentierte auf der auf Milos abgehaltenen Atlantis-Konferenz des Jahres 2005 eine Abhandlung, in welcher er Platos [Aussagen zu] Phaëton mit einer Nahbegegnung zwischen der Erde und Kometen-Fragmenten um etwa 1200 v.Chr. verknüpfte. Emilio Spedicato hat dagegen für 1447 v.Chr. optiert, während Clube und Napier 1369 v.Chr. als Datierung der Begegnung mit Phaëton vorgeschlagen haben.

Dale Drinnon hat gegen irgendeine Verbindung zwischen Phaëton und der Zerstörung von Atlantis argumentiert, wozu er feststellt: "Es werden zwei unterschiedliche Arten von Katastrophen beschrieben und voneinander abgegrenzt. und in Platos Dialogen wird ein kategorischer Unterschied zwischen dem Phaethon-Ereignis und der Vernichtung von Atlantis gemacht. Es gibt keinen guten Grund, die beiden miteinander gleichzusetzen und sicherlich auch keine textuelle Begründung dafür, dies zu tun."

Emilio Spedicato identifiziert Phaëton mit der Explosion eines Kometen oder großen Asteroiden über dem südlichen Dänemark im Jahr 1447 v.Chr. [5], worin Jürgen Spanuths Vorstellung widerhallt, dass Phaëton ein Fragment des Halleyschen Kometen gewesen sei. Zwei andere Anhänger Spanuths, Günter Bischoff und Walter Stender, haben umfangreiche Papiere auf Deutsch über einen Meteoriten-Impakt gegen 1220 v.Chr. in Nordeuropa verfasst [6] [7], den sie als Phaëton identifizieren.

Allan & Delair bezeichnen in ihrem Buch "Cataclysm!" [8] die zentrale Ursache der darin beschriebenen Katastrophe als 'Phaëton', bei dem es sich, wie sie behaupten, um kosmische Ejecta [d.h. Auswurf-Massen; d.Ü.] einer Supernova im Sternbild Vela handelte. Zudem war Phaëton auch der Name, den Johann Gottlieb Radlof (1775-1829) einem Planeten gab, von dem er glaubte, er habe sich innerhalb des Zeitraums menschlicher Erinnerung nach dem Zusammenstoß mit einem anderen Körper aufgelöst, was zur Bildung des Asteroidengürtels führte. Amanda Laoupi offeriert einen umfangreichen Artikel zur Geschichte des Phaëton-Mythos und seiner Interpretationen in sowohl antiker als auch moderner Zeit. [9]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde von ihm unter dem Original-Titel "Phaëton" am 30. Mai 2010 bei Atlantipedia.ie erstveröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de am 13. Mai 2018.

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Zur Mythologie der Hellenen siehe von Tony O’Connell auch bei Atlantipedia: "Greek Mythologie"
  2. Red. Anmerkung: Interessanterweise wurde in der Astronomie mit '(5381) Sekhmet' auch ein Asteroid vom Aten-Typ so benannt, ganz ähnlich wie im Fall von Phaëton, dem ein Planetoid - (3200) Phaethon - aus der Gruppe der Apollo-Asteroiden seinen Namen verdankt.
  3. Siehe: Michel-Alain Combes, "SEKHMET, PHAÉTON, SURT ET LES AUTRES", bei astrosurf.com (abgerufen: 13. Mai 2018)
  4. Siehe: Dale Drinnon (Hrsg.), "Phaethon's Bolide", 28. Juli 2011, bei Frontiers of Anthropology (abgerufen: 13. Mai 2018)
  5. Siehe: Emilio Spedicato, "The Deucalion catastrophe, Moses route in Sinai and the passage of Red Sea, explained in terms of the Phaethon explosion, following a key in Paulus Orosius", bei Migration & Diffusion (abgerufen: 13. Mai 2018)
  6. Siehe: Walter Stender, "Die Wirklichkeit der Phaéton-Sage, in: EFODON-Synesis Nr.24, 1997
  7. Siehe: Günter Bischoff, "Phaéthons Sturz und der Untergang von Atlantis, Jan. 2013, bei Atlantisforschung.de
  8. Siehe: D.S. Allan und J.B. Delair, "Cataclysm! ... Compelling Evidence of a Cosmic Catastrophe in 9500 B.C.", Bear & Company - Inner Traditions, 1997
  9. Siehe: "Amanda Laoupi: the Pelasgians spiritual substratum in the ancient Mediterranean and circum-Pontic world", Teil 5, unter: "Who was Phaethon?", online bei Q-mag.org (abgerufen: 13. Mai 2018)

Bild-Quellen:

1) Brandmeister~commonswiki (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:Rubens-Fall of Phaeton.jpg
2) State Farm bei Wikimedia Commons, unter: File:Asteroid falling to Earth.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung 2.0 generisch“)