Die Entdeckungen der 'Akademiker Petrovskij'

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Abb. 1 Das sowjetische Forschungsschiff Akademiker Petrovskij

(red) Von einiger Relevanz für die - Totgesagte leben bekanntlich länger! - anhaltende Diskussion um die These eines „Atlantis im Atlantik" dürften nicht zuletzt die Funde und Erkenntnisse sein, welche sowjetische Fachwissenschaftler (Ozeanographen und Meeresgeologen) Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre bei ihrer Feldforschung im Nord- und Mittelatlantik gemacht bzw. gewonnen haben. [1] Insbesondere gilt dies für die Entdeckungen der Teams der beiden Forschungsschiffte Akademiker Petrovskij (Abb. 1) (1974) und Akademiker Kurchatov (1981), die nach wie vor wenig bekannt, nur sehr unzureichend dokumentiert und alles andere als umfassend ausgewertet bzw. verifiziert sind. In Zusammenarbeit mit russischen Kollegen wird die Redaktion Atlantisforschung.de versuchen, einer interessierten Öffentlchkeit bisher unveröffentlichtes Archivmaterial zugänglich zu machen.

Nachfolgend dokumentieren wir dazu vorab einige Detail-Informationen, die der österreichische Journalist und Sachbuchautor Viktor Farkas (1945-2011) (Abb. 2) im Jahr 2001 veröffentlichte. [2] Dabei geht es um die putativ krypto-archäologischen Funde am unterseeischen Mount Ampère, der vom Meesesboden in ca. 4000 m Tiefe bis zu 50 m unter die heutige Wasseroberfläche aufragt. [3] Er gehört zu einer annähernd ringförmig angeordneten, 'Horseshoe Seamounts' (auf Deutsch auch: 'Hufeisen-Archipel') genannten, Formation gewaltiger Seeberge [4], die 1949 von dem US-amerikanischen Geophysiker Maurice Ewing entdeckt wurde. [5]

Abb. 2 Viktor Farkas berichtete 2001 über die Funde der Akademiker Petrovskij. (Foto: vorchdorfonline.at)

Über die dortigen Funde von "rätselhaften Ruinen", heißt es bei Farkas: "1974 sollte das sowjetische Forschungsschiff >Petrovskij< Fotos vom Meeresboden im Gebiet des Hufeisen-Archipels anfertigen, einer U-förmigen Gruppe von Unterwasserbergen, die ungefähr 483 Kilometer westlich von Gibraltar aus dem Meeresboden aufsteigen. Sie liegen in demselben Gebiet, in dem die berühmte Insel von Kapitän Robson [6] ebenso schnell aus dem Meer aufgetaucht war, wie sie auch wieder verschwand. Einige der submarinen Erhebungen des Hufeisen-Archipels kommen bis auf weniger als hundert Faden (ein Faden ist 1,828 Meter) an die Wasseroberfläche heran, beispielsweise die Unterwasserkuppen Ampère und Josephine." [7]

Farkas stellt weiter fest: "Das Ziel der Expedition war die Untersuchung der Sandbänke in den seichten Gewässern des Mittelmeeres und des Atlantischen Ozeans in der Nähe der Nordwestküste Afrikas. Das an Bord befindliche Forschungsteam umfasste neben anderen Experten einige Geologen und Biologen, einen Mitarbeiter des Instituts für Ozeanographie der UdSSR und Spezialisten für Unterwasserfotografie. Als die Fotos der >Petrovskij< schließlich vorlagen, waren die Forscher besonders von den Aufnahmen überrascht, die die Kuppe des Ampère zeigten, der aus einer Tiefe von mehr als dreitausend Metern bis zu 60 Meter unter dem Meeresspiegel ansteigt.

Abb. 3 Eine der besagten Aufnahmen aus dem Jahr 1974, die uns leider nur als qualitativ mangelhafte Reproduktionen vorliegen. (Zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

Der Fotograf Wladimir Iwanowitsch Marakujev bemerkte zu den Fotos: >Noch während der Expedition, als ich die Aufnahmen entwickelt hatte und die ersten Abzüge machte, wurde mir klar, dass ich Derartiges noch nie zuvor gesehen hatte. Das ozeanographische Institut der UdSSR hat ein umfangreiches Archiv von Unterwasserbildern, die im Verlauf vieler Jahre auf zahlreichen Expeditionen in alle Teile der Weltmeere gemacht wurden. Wir besitzen auch Kopien von vielen tausend Aufnahmen unserer amerikanischen Kollegen. Aber noch nie ist mir etwas untergekommen, das so sehr den Spuren menschlichen Lebens und menschlicher Tätigkeit in Bereichen gleicht, die einst trockenes Land gewesen sein könnten.<

Die Wissenschaftler der >Petrovskij< suchten weder nach Überresten von Atlantis noch spielte das rätselhafte Land irgendeine Rolle bei ihren Forschungen. Darum hatten sie zunächst nicht einmal bemerkt, dass auf einigen ihrer zahlreichen Aufnahmen auch archäologische Relikte zu erkennen waren. Das geht aus einer zusammenfassenden Darstellung der Expedition von M. Barinov hervor, die 1979 in der Ausgabe Nr. 8 der sowjetischen Zeitschrift >Znanie-Sila< veröffentlicht wurde. Bis dahin hatten die Sowjets allerdings einige Jahre lang den Mantel des Schweigens über die Expedition und ihre Ergebnisse gebreitet." [8]

Abb. 4 Eine weitere Aufnahme des Teams der Akademiker Petrovskij von 1974. (Zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

In dieser Zusammenfassung soll, laut Farkas, folgendes zu lesen sein: „Auf dem ersten Bild sehen wir links eine Mauer, an deren oberem Rand deutlich einzelne Steinblöcke zu erkennen sind ... Obwohl die Linse fast senkrecht nach unten gerichtet war, kann man das Mauerwerk an insgesamt fünf Stellen ganz deutlich erkennen. Die einzelnen Steinblöcke dürften etwa ein-einhalb Meter hoch und etwas mehr als das lang sein, wenn man die durch die geringe Entfernung zwischen Linse und Objekt verursachte Verzerrung berücksichtigt. Auf dem zweiten Foto sehen wir dieselbe Mauer direkt von oben. Sie zieht sich diagonal durch das Bild. Das Kontroll-Lot ist in der Mitte des Bildes zu sehen.

Die Stärke der Mauer lässt sich ohne Schwierigkeiten auf ungefähr fünfundsiebzig Zentimeter berechnen. Die Mauerblöcke sind beiderseits der Mauer deutlich zu erkennen. Auf allen Fotos sieht man dicken, rötlichbraunen Seetang. Das dritte Foto stammt aus einer anderen Aufnahmeserie von der Kuppe des Ampère. Auf diesem Foto ist eine mit Lava bedeckte Fläche zu sehen, die in drei Stufen abzufallen scheint. Wenn man den oberen und den nur undeutlich sichtbaren unteren Rand dazurechnet, können wir alles in allem fünf Stufen erkennen. Natürlich sind sie verfallen und außerdem von glasartigen Schwämmen überwuchert." [9]

Dazu erklärt Farkas abschließend: "Nach einer Begutachtung der Originalfotos äußerte Professor Andreij Aksjonov, Vizedirektor des Instituts für Ozeanographie der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften: >Meiner Ansicht nach standen diese Gebilde früher auf der Erdoberfläche.< Zur selben Zeit, als der Artikel in >Znanie-Sila< veröffentlicht wurde, gab es in der Weltpresse zahlreiche Sensationsberichte über die Entdeckung der Petrovskij. Der Verdacht kam auf, dass in der >Znanie-Sila< nicht alle Informationen über die Fotos veröffentlicht wurden." [10]


Anmerkungen und Quellen

Einzelverweise:

  1. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de auch: Bernhard Beier, "Dr. Nikolai Zhirov", unter: "Gab es atlantologische Ergebnisse sowjetischer Feldforschung?"; sowie: William R. Corliss, "Atlantis aus Sicht des Anomalisten"
  2. Siehe: Viktor Farkas, "Geheimsache Zukunft - Von Atlantis zur hohlen Erde", 2. überarbeitete Auflage, 10/2004 (ISBN: 3-89539-074-7), S. 56-58 (Weitere Print-Ausgabe: Michaels Verlag, 2002)
  3. Quelle der Größenangabe: Ines Irion, Die Geologie des Ampère-Seeberges (Meteor-Reise M83 im östlichen Nordatlantik und im Mittelmeer), bei: Senckenberg - world of biodiversity, 17.12.2010 (abgerufen: 18.10.2013)
  4. Anmerkung: Im Allgemeinen spricht man von Seebergen (engl. Seamounts), wenn submarine Erhebungen "1000 m und mehr aus dem umgebenden Meeresboden herausragen. Seamounts sind meist vulkanischen Ursprungs und werden oft aufgrund ihrer geringen Lavaproduktion keine Inseln. Sie sind jedoch die häufigsten Vulkane auf der Erde." (Quelle: Ines Irion, op. cit.)
  5. Quelle: Stuart Webb, "Atlantis and Other Lost Worlds", The Rosen Publishing Group, 2012, S. 54
  6. Red. Anmerkung: Zu der auf den ersten Blick reichlich dubios wirkenden Geschichte von 'Captain Robsons Insel', die u.a. hier kolportiert wurde, siehe den Thread 'Atlantische Artefakte?' beim ask1-Forum (abgerufen: 18.10.2013) --- sowie bei Atlantisforschung.de: "Entdeckte das Dampfschiff „Jesmond“ eine temporäre Insel im Atlantik?" von Ferdinand Speidel.
  7. Quelle: Viktor Farkas, op. cit., S. 56-57
  8. Quelle: ebd., S. 57
  9. Quelle, ebd., S. 58
  10. Quelle, ebd.

Bild-Quellen:

(1) Bildarchiv Atlantisforschung.de

(2) vorchdorfonline.at - Ein Markt voller Leben, nach: Öffentliche Bibliothek Vorchdorf, unter: Vortrag Viktor FARKAS UNERKLÄRLICHE PHÄNOMENE 09. November 2010, 20.00 Uhr (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)

(3) David Hatcher Childress, "Lost Cities of Atlantis, Ancient Europe & the Mediterranean", 1996, S. 291

(4) ebd.