Lutz Gentes: Die Wirklichkeit der Götter (Rezension)

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (2013)

Abb. 1 Das Cover von Lutz Gentes´ Standardwerk zum Thema 'Hightech in der altindischen Sanskrit-Literatur' aus dem Jahr 1996

Die Rezension eines unseren Wissenschafts-Mainstream derart provozierenden, dennoch aber strikt wissenschaftlich vorgehenden Werkes [1] macht einige Vorbemerkungen erforderlich.

Nur zögerlich, und von quasi lehramtsmäßigen Tabus und Sanktions-Drohungen für nicht mainstreamkonforme 'Abweichler' begleitet, nähert sich die westliche Wissenschafts- und Gelehrtenwelt derzeit dem Problem an, ob nicht vielleicht doch der Einfluß Alt-Indiens auf die Hochkulturentwicklung auf unserem Planeten bislang unterschätzt worden sein könnte. [2] Offenbar wurde aber dazu die Losung ausgegeben: Nur ja nicht das Problem offen beim Namen nennen! Nur ja nicht das Ex-oriente-lux-Dogma in seiner bisherigen Form, wonach nur im Gebiet Ostmittelmeerraum / Alt-Ägypten das Hochkultur-Quellgebiet auf unserem Planeten gelegen habe, expressis verbis als heute überholt bezeichnen!

Auch die bisherige Lehrmeinung, die Sanskrit-Buchstaben seien aus der aramäischen Schrift abgeleitet, erscheint in diesem Zusammenhang überholt. Der Rezensent stellt sich diesen Einfluß aber in umgekehrter Richtung vor. Schließlich ist auch der Zusammenhang mit der Indus-Schrift zu bedenken. In dem epochemachenden Werk von Feuerstein/Kak/Frawley [3] heißt es dazu (S.159-160):

"There is a strong morphological link between the Harrapan glyphs, as found on numerous seals, and the later Brahmi-script, which subsequently gaves rise to the deva-nagari-script in which Sanskrit is mostly written today. This continuity in alphabets reinforces the argument about the cultural continuity between the Harappan civilization and later post-Vedic Hinduism in general".

Schließlich sind auch die zweifelsfrei hochqualifizierten Publikationen des großen Privatgelehrten Kurt Schildmann [4] zu bedenken, der ein ungewöhnlich langes Forscherleben lang mit weltweiten Sprach- und Schriftvergleichungen beschäftigt war. Sie zeigen in die gleiche Richtung.

Alles in allem dürfte es also eher so gewesen sein, daß der Nahe Osten kulturelle Einflüsse von Alt-Indien empfangen hat, nicht umgekehrt. Immerhin hatte ja bereits Richard Garbe in seinem Werk DIE SAMKHYA-PHILOSOPHIE (Leipzig, 1884) im Kapitel "Ueber den Zusammenhang der Samkhya-Lehre mit der griechischen Philosophie" darauf hingewiesen, daß die alt-griechische Geisteswelt offensichtlich stark von Alt-Indien her beeinflusst war. In jüngster Zeit hat insbesondere N. Kazanas (Abb. 2) mit seinem OMILOS MELETON CULTURAL INSTITUTE (Athen) im Zeitraum 2001-2005 [5] aufschlußreiche Arbeiten in indischen gelehrten Zeitschriften veröffentlicht mit Titeln wie:

  • Homer, Hesiod and the Mahabharata
  • Indigenous Indo-Aryans and the Rigveda
  • Sanskrit and Proto-Indo-European
  • Archaic Greece and the Veda
  • Advaita and Gnosticism
Abb. 2 Nicholas Kanzanas

Hält man die Erkenntnisse dieser kompetenten Gelehrten zusammen mit der Heyerdahl'schen Entdeckung einer prähistorischen Pyramiden-Kultur auf den Malediven [6], scharfsinnig kommentiert von David Hatcher Childress in seinem zwar populärwissenschaftlich geschriebenen, aber oft sehr ernst zu nehmenden Buch [7] über einst möglicherweise im pazifischen Umfeld existiert habender Alt-Hochkulturen, und insbesondere mit dem in Fußnote 3 erwähnten Werk von Feuerstein/Kak/Frawley, so können kaum noch Zweifel darüber bestehen, daß die wahre Natur und Bedeutung Alt-Indiens uns bisher von unserer Establishment-Wissenschaft gänzlich unzureichend vermittelt wurden. Von einem möglichen, in weite Entfernung wirkenden, Kultur verbreitenden Einfluß Alt-Indiens war da nie die Rede. Zweifellos dürfte das auch mit der im Zeitraum 1492-1945 in Europa vorherrschenden Kolonisierungs-, Ausbeutungs- und Empire-Building-Mentalität zusammenhängen. [8]

Soweit die Vorbemerkungen, die dem Rezensenten erforderlich erschienen! Immerhin hat ja Gentes´ 500-Seiten-Opus den, für den heutigen Normal-Fachwissenschaftler provozierenden Untertitel RAUMFAHRT IM FRÜHEN INDIEN. Und allein deswegen dürfte eine gewisse Spezies von Establishment-Fachspezialisten geneigt sein, den Autor Lutz Gentes sofort als "Scharlatan", "Pseudowissenschaftler", "Laienforscher", "Phantast"etc. einzuordnen. Sie würden allerdings mit solchem Schnellschuß-Urteil so arg daneben liegen, daß man sie selbst nicht mehr wissenschaftlich ernst nehmen könnte. Leider haben sich viele unserer Establishment-Wissenschaftler (die normalerweise nur Spezialistenwissen, aber keine Kenntnisse in der "Wissenschaft von der Wissenschaft" haben) ein Gehabe angewöhnt, als könnten sie mit Leichtigkeit über alles und jedes Erdenkliche in Augenblicksschnelle ein Urteil abgeben. Muß man sie denn wirklich erst dahingehend belehren, daß ein solches Verhalten zutiefst unwissenschaftlich ist? Doch nun zur Sache!

Abb. 3 Eine Seite aus dem Bhagavata Purana; dieses Manuskript stammt aus dem 18. Jahrhundert

Gentes hat sich gründlichst in die von ihm verwendeten altindischen Literaturquellen (hauptsächlich Mahabharata und Bhagavata-Purana) eingearbeitet, und dabei höchst Erstaunliches gefunden. Zu Recht ist er beeindruckt. Er schreibt: "Eine eingehende und unvoreingenommene Auseinandersetzung mit diesen Texten hätte schon längst ein zwingendes Gebot sein müssen. Nichts dergleichen ist jedoch geschehen" (S.8). Man kann ihm da nur zustimmen.

Zu Beginn der eigentlichen Rezension im engeren Sinne erscheint es mir zweckmäßig, in Anlehnung an Gentes´ Inhaltsverzeichnis einen Überblick zu geben, welche Punkte in seinem Werk eigentlich behandelt werden. Eine solche Auflistung würde wie folgt aussehen:

Im Großen und Grundsätzlichen ist Gentes´ Werk in zwei Teile gegliedert, wobei Teil I den Löwenanteil ausmacht, und zwar wie folgt:

  • Teil I: Flugkörper und Feuerwaffen im epischen Schrifttum
  • Teil II: Zur Lokalisation und Chronologie der Geschehnisse.

Ich werde mich in meiner Rezension im wesentlichen auf Teil I beschränken. Dieser gliedert sich folgendermaßen:

A. Krishnas Kampf gegen die fliegende Festung Saubha. (Abb. 4)
B. Arjunas Flug zu Indras Raumstation und seine Luftkämpfe mit den Dämonen [= Asuras; d. Red.].
C. Die Bewaffnung des Raumschiffes Indras.
D: Die Raumstation der "Götter" und ihre kulturhistorische Bedeutung.
Abb. 4 Künstlerische Darstellung von Saubha, der fliegenden Festung

Der Rezensent darf den zweifellos höchst mißtrauischen Rezensionsleser versichern, daß er von der Arbeits- und Argumentationsweise des Autors Gentes sehr beeindruckt war. Er ist offensichtlich nicht jemand, der Channeling-Durchgaben und dergleichen in seine Argumentation einbeziehen würde, sondern er betreibt streng wissenschaftliche Textanalyse. Zweifellos wurde in die Vorbereitung des Werkes erhebliche Arbeit investiert. Nebst vielen anderen Sub-Themen mußte Gentes sich auch erst mit unserer modernen Waffentechnologie vertraut machen, um die alten Sanskritberichte über Luft- und Raumfahrzeuge sowie Superwaffen beurteilen zu können. Zum Einstimmen und Mitdenken seien hier etliche der der Kapitelüberschriften zum Teil I aufgezählt:

A/2 Zur Eigenart dieser Texte und ihrer Bedeutung als Geschichtsquellen
A/3 Der Luftangriff auf Dvaraka
A/4 Die Gegenwehr Dvarakas
A/8 Flucht in die Unsichtbarkeit
Abb. 5 Nach Lutz Gentes haben Hindu-Tempel eine Doppelbedeutung als Modell des Kosmos und Nachbildung der alten Flugmaschinen. Bild: Der Tempel von Brihadeshvara
B/12 Die Landung des Raumschiffs und Arjunas Flug ins All
B/12/a) Die Erscheinungsweise der Maschine
B/12/b) Der Flug zur Raumstation
B/14 Der Luftüberfall auf die "Dämonen"
B/14/c) Der Abschuß einer "Dämonen"-Maschine im Luftkampf
B/14/d) Die Übereinstimmungen zwischen Krishnas Kampf gegen Saubha und den Kämpfen Arjunas
D/17) Die Raumstation und ihre Eigenschaften, ihre ungeheure Größe, ihr freies Schweben im Weltraum sowie die Möglichkeit, sich willkürlich fortzubewegen, der rege Verkehr der an- abfliegenden Raumschiffe
D/18) Die Raumstation als Vorbild für die Königshalle Yudhishtiras
D/19) Raumstationen und Raumschiffe als Glaubens- und Kultobjekte, die Doppelbedeutung des Hindu-Tempels: Modell des Kosmos und Nachbildung von Flugmaschinen (Abb. 5)
D/21) Überlegungen zur Art der Raumfahrt, der Herkunft und den Motiven der Außerirdischen

Eine alte wissenschaftliche Weisheit lautet bekanntlich: wer überzeugen will, muß lückenlos argumentieren. Und, wie schon aus dem Umfang des Buches von rund 500 Seiten zu ersehen, hat Gentes keine Mühe gescheut, möglichst gründlich, lückenlos und überzeugend zu berichten und zu argumentieren.

Was ist nun das Fazit von Gentes´ Untersuchungen? Er zieht es selbst bereits vorab in der Einführung. Der Rezensent bringt die einzelnen Punkte nachfolgend in Kurzform:

  • Es geht um Aussagen im überlieferten epischen Schrifttum Indiens über vernichtende Schlachten zwischen "Göttern" und "Dämonen", unter Verwendung hochtechnologischer Waffen und raumflugtauglicher Flugmaschinen, die - falls historisch verifizierbar - zu einem revolutionierenden Paradigmenwechsel in Vorgeschichtsforschung und allgemeinem Vergangenheitsbewußtsein zwingen würden.
  • Die in Mahabharata / Ramayana / Bhagavata-Purana beschriebenen Kämpfe zwischen "Göttern" und "Dämonen" fanden in weit zurückliegender Zeit, spätestens im 4. Jahrtausend v.Chr. im Raum Nordindien / Pakistan / indo-tibetischer Himalaya / Sri Lanka und im erdnahen Weltraum statt.
  • Über die Art der eingesetzten Waffen läßt eine Vielzahl analysierter Textaussagen keinen Zweifel daran, "daß damals ein breites Spektrum von Hochtechnologiewaffen verwendet wurde, die denen unseres späten 20. Jahrhunderts teils ebenbürtig, teils überlegen waren."
Abb. 6 Die Frage, wann die überlieferten Kämpfe zwischen "Göttern" und "Dämonen" stattfanden, kann auch L. Gentes nicht wirklich beantworten.

Gentes geht aber davon aus, daß diese Texte von einander nachfolgenden brahmanischen Gelehrtengenerationen immer wieder verändert, dem zeitgenössischen Weltbild angepaßt wurden, wobei offenbar mit der Erde-Menschheit quasi-identische Außerirdische mit Göttern durcheinandergebracht wurden [9] und meint, die treffendste Parallele zu jenen prähistorisch-indischen Götter-Dämonen-Kriegen stellten wohl die Kämpfe im 2. Weltkrieg den südwestpazifischen Inseln zwischen den USA und Japan dar, respektive deren Wirkung auf noch vergleichsweise archaische Stammesgesellschaften.

Abschließend möchte der Rezensent hinsichtlich der möglichen Datierung jener prähistorisch-indischen Götter-Dämonen-Kämpfe zu bedenken geben, daß Gentes´ Datierung "spätestens im 4. Jahrtausend v.Chr." vermutlich der orthodoxen Schulwissenschaft etwas entgegen kommen sollte. Er (der Rezensent) ahnt dunkel, daß wir diese Götter-Dämonen-Kämpfe möglicherweise erheblich weiter werden zurückdatieren müssen, mag es sich nun um mögliche "Absprengsel" der Erde-Menschheit oder wirkliche Außerirdische gehandelt haben. Sehr leicht könnte es sich nämlich herausstellen, daß zwischen jene Götter-Dämonen-Kämpfe und das spätere Sanskrit-Indien ein durch spät-prähistorische Kataklysmen verursachter Hiatus von derzeit unbestimmbarer Dauer einzufügen ist. [10] Letztlich hat also Gentes, besonders auch aus dem eben genannten Grunde, ein Werk verfaßt, dem gewissermaßen eine geballte Anregungskraft bescheinigt werden muß. Zweifellos hat er mit dieser seiner enormen Mühewaltung großes Verdienst erworben.


Anmerkungen und Quellen

Diese Buchbesprechung von Dr. Horst Friedrich (©) wurde von ihm im Dezember 2013 für Atlantisforschung.de verfasst.

Fußnoten:

  1. Siehe: Lutz Gentes, "Die Wirklichkeit der Götter - Raumfahrt im frühen Indien", München (etc.) - bettendorf'sche Verlagsanstalt, 1996, 504 Seiten, Hardcover, ISBN 3-88498-101-3
  2. Red. Anmerkung: Zu diesem Problem siehe von Dr. Horst Friedrich bei Atlantisforschung.de auch: "War Alt-Indien der wahre Vorgänger der westlichen Zivilisation?", 2002
  3. Siehe: Georg Feuerstein, Subhash Kak und David Frawley, "IN SEARCH OF THE CRADLE OF CIVILIZATION", Wheaton (USA), 1995
  4. Zusammengefaßt in: Kurt Schildmann, "Als das Raumschiff >Athena< die Erde kippte", Untertitel: Indus-, Burrows-Cave- und Glozel-Texte entziffert, Suhl, 1999
  5. Red. Anmerkung: Als Beispiel für Nicholas Kanzanas´ spätere Arbeiten siehe online z.B. seinen Aufsatz: "The collapse of the Aryan Invasion Theory", bei: Non-random-Thoughts, Feb. 2011 (abgerufen: 08.12.2013)
  6. Siehe: Thor Heyerdahl, "The Maldive Mystery", Bethesda/USA, 1986
  7. Siehe: David Hatcher Childress, "Lost Cities of Ancient Lemuria & the Pacific", Stelle/USA (Adventures Unlimited Press), 1988, ISBN 0-932813-04-6
  8. Aufschlußreich hierzu Prodosh Aich, "Lügen mit langen Beinen - Entdeckungen, Gelehrte, Wissenschaft, Aufklärung", Oldenburg, 2003; Red. Anmerkung: Vergl. dazu auch: Dr. Horst Friedrich, "Lügen mit langen Beinen - THE >INDO-EUROPEANS< AND THE CONCEPT OF >LANGUAGE FAMILIES<" (englischsprachig, 2003)
  9. Anmerkung des Rezensenten: ...falls sie nicht ursprünglich der Erde-Menschheit angehörten.
  10. Dazu vergl. auch: N.S. Rajaram und David Frawley: Vedic Aryans and the Origins of Civilatization, deutschsprachige Übersetzung mit engl. Originaltitel in. R.K. Mishra: "Vor dem Beginn und nach dem Ende", Oldenburg, 2004, S. 406-410

Bild-Quellen:

1) Bildarchiv Atlantisforschung.de
2) OMILOS MELETON CULTURAL INSTITUTE unter: Nicholas Kazanas (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Abhishekjoshi bei Wikimedia Commons, unter: File:Krishna subdues Kaliya Naag, in Bhagavata Purana, c18th century manuscript.jpg
4) theghostdiaries, Was A 5,000 Year Old Vimana Unearthed in Afghanistan?, bei: The Ghost Diaries, 20. Dez. 2012 (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
5) Loveless bei Wikimedia Commons, unter: File:Brihadeshvara-3.jpg (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
6) Musings, unter: Chariots of the Gods – Ancient Indian Aircraft preceded the Wright Brothers by a couple of thousand years (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)