Nochmals Childress: Hightech vor Eiszeiten und Sintflut?

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Zur Diskussion über mögliche Luft-/Raumfahrt und Superwaffen der Vorzeit

von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (1993)

Abb. 1 Der amerikanische Grenzwissenschafts-Autor und Erforscher rätselhafter Phänomene aller Art, David Hatcher Childress

Eingestreut in seine andernorts [1] besprochenen Bücher über prähistorische Rätsel finden sich bei D. Childress (Abb. 1) allerhand Betrachtungen, ob nicht einst auf unserem Planeten hochentwickelte Zivilisationen existiert haben müßten, die im Besitz von den unseren analogen oder überlegenen Technologien - etwa Luft- und Raumfahrzeugen und Superwaffen - waren. Streicht man von diesen Betrachtungen die spekulativ-phantastischen und aus okkult-esoterischen Quellen stammenden Anteile weg, so bleibt als Kern das unbestreitbare Faktum, daß in altindischen Sanskrit-Werken in der Tat unzweideutig von dergleichen berichtet wird.

Jetzt hat Childress ein Buch [2] herausgebracht, in dem er alles seines Erachtens für eine Diskussion dieses Themenkomplexes relevante Material zusammengetragen hat. Auch hier reduziert sich der harte Kern auf die unzweifelbar echten Sanskrit-Quellen. Beobachtern der UFO-Szene wird das meiste allerdings bereits von der ausgezeichneten und - weil geordneter und weniger flüchtig - Childress vorzuziehenden Präsentation von D. Leslie [3] her bekannt sein.

Abb. 2 Das Titelblatt der englischen Übersetzung des Vaimānika Shāstra, die 1973 veröffentlicht wurde

Im neoscholastischen Denkansatz befangene Skeptiker, von denen die Möglichkeit prähistorischer Luft-/Raumfahrt a priori abgestritten wird, werden sich zweifellos begeistert an einen Fauxpas Childress´ klammern und ihn, gänzlich unzulässigerweise, zu einem Argument für die pauschale Verwerfung des Buches hochstilisieren. Das angeblich aus dem 4. Jahrhundert, vom Maharishi Bharadwaja stammende, von G.R. Josyer ins Englische übersetzte Manuskript Vaimānika Shāstra (Abb. 2), mit zahllosen Details über Vimanas (prähistorische Luftfahrzeuge), stellt sich bei genauerem Hinsehen als erst 1918 von einem brahmanischen Gelehrten mit "okkulten" Fähigkeiten, Subbaraya Sastry, "medial empfangen" heraus. Man muß sich seine Entstehung wohl ähnlich wie die der naturwissenschaftlichen und christlichen Offenbarungsschriften J. Lorbers [4] denken, und somit ist das Vaimānika Shāstra für die Mehrzahl unserer Zeitgenossen eine nicht akzeptable Quelle. Gleiches gilt für das Kapitel über die angeblichen technologischen Errungenschaften des legendären Atlantis, das durchweg aus "okkulten" Quellen wie "medial" empfangenen Büchern oder Material esoterischer Bruderschaften (Lemurian Fellowship) gespeist ist.

Abb. 3 Das Original-Cover der ersten Ausgabe von David Hatcher-Childress´ Vimana-Buch

Nun ist glücklicherweise das Vaimānika Shāstra, obgleich 46 Prozent des Buches (Abb. 3) einnehmend und von Childress groß herausgestellt, genau genommen Nebensache. Denn es existieren, wie schon bei Leslie (op. cit.) nachzulesen, mehr als hinreichende Angaben über Vimanas und prähistorische Superwaffen in anderen, zweifellos authentischen altindischen Sanskrit-Werken, angefangen mit den berühmten indischen Nationalepen Ramayana und Mahabharata (von welch letzterem die Bhagavad Gita, in der Krishna dem Arjuna die höheren Yoga-Geheimnisse offenbart, ein Teil ist.

Nach den bei Leslie (loc. cit) zitierten Sanskrit-Quellen existierten in einer fernen Vergangenheit Vimanas verschiedener Größen und Antriebstechnologien, die teils nur dem Lufttransport dienten, teils aber auch für interplanetare und interstellare Reisen geeignet waren. Ebendort erfahren wir von Superwaffen, die den heutigen Kriegstechnologien an Vielseitigkeit und Vernichtungskraft überlegen sind; letzteres so sehr, daß ihr Einsatz mitunter die Natur in Aufruhr bringt. Es kann dem Leser nur dringend geraten werden, die zitierten drei Kapitel in dem leicht zugänglichen Buch von Leslie/Adamski selbst zu studieren, da nur so ein detailreiches Gesamtbild über diese erstaunliche Überlieferung und ihre Quellen zu gewinnen ist.

Abb. 4 Aufnahme von einigen der vielen Skelette in den Straßen der alten Metropole Mohenjo Daro. Fielen hier tausende von Menschen einst einem Krieg zum Opfer, der mit Hochtechnologie geführt wurde?

Wann soll nun dies alles existiert haben? Die altindische Zeitrechnung ist ein Gebiet für sich. Sie rechnet mit Zeitaltern respektive Zyklen, die sich wiederum innerhalb noch größerer Zyklen abrollen, deren Größenordnung den modernen westlichen Horizont definitiv übersteigt. Es läßt sich also nicht so leicht sagen, wann etwa der Avatar [5] Krishna gelebt haben könnte. Mit einer "arischen Invasion" Indiens - höchstwahrscheinlich eine Phantasmagorie unserer Linguisten/Vorgeschichtler - etwa zur Zeit der Indus-Kultur dürften diese alten Teile des Mahabarata nichts zu tun haben. Dessen ungeachtet versucht Childress [6] einen Zusammenhang zu konstruieren zwischen den Vimanas und Superwaffen des Mahabharata und Mohenjo-Daro, wo man angeblich zusammengeschmolzene Tongefäße und in den Straßen herumliegende hochgradig radioaktive Skelette (Abb. 4) gefunden haben soll. In die gleiche Richtung scheinen ihm konventionell unerklärliche Verglaungserscheinungen an den steinernen Befestigungen vorgeschichtlicher indischer Städte zu deuten, die durch eine enorme Explosion zerstört worden sind.

Wie dem auch immer sei: dest steht, daß, oberflächlich argumentiert, derartige prähistorische Super-Technologien, wie sie die altindischen Quellen beschreiben, inkompatibel scheinen mit dem von G. Heinsohn [7] und Heribert Illig [8] präsentierten Szenario zur Entstehungszeit der ersten Hochkulturen und zum Alter des Menschengeschlechts.

Abb. 5 Rekonstruktions-Versuch einer Vimana durch W.D. Clendenon

Neue Paradigmata, d.h. kollektive Denkmuster, entstehen gar zu leicht und behindern dann, nachdem ihre Vorgänger überwunden wurden, erneut den Fortgang der Forschung und die Evolution unseres Wissens. Es gilt hier, wachsam zu sein. Die Zeit der Paradigmata in der Wissenschaft ist, wie die Dogmen-Anbetung in den Religionen, abgelaufen! In diesem Sinne meint der Verfasser, daß Heinsohn/Illig gut beraten wären, wenn sie die Tatsache, daß die Sanskrit-Fixierungen der altindischen Werke offenbar erst relativ spät erfolgten, nicht zum "Beweis" hochstilisieren, daß die darin enthaltenen Traditionen allerfrühestens aus dem -2. Jahrtausend stammen können.

Was schließlich das so oft blindlings widergekäute Argument angehr, wenn man einmal ein ausgegrabenes Vimana, einen prähistorischen Lastwagen oder Kurzwellenempfänger mit eigenen Augen gesehen habe, dann werde man "glauben", an Jahrzehntausende zurückliegende Hochkulturen nämlich, so verrät es nur, daß der, der es ausspricht, sich keinen Begriff von der Gewaltigkeit prähistorischer Kataklysmen machen kann.

Abb. 6 Eine weitere moderne Vimana-Rekonstruktion nach den Angaben in alten Sanskrit-Texten

Die anschließend besprochene [9] Arbeit von E. Spedicato [10], die eine viel plausiblere Alternative zu Velikovsky als Verursachungsmechanismus für die prä- und protohistorischen Kataklysmen präsentiert, sollte jedermann klar machen,daß im Falle des Einschlags eines größeren "Apollo"-Planetoiden auf der Erde die Chancen, einige Jahrtausende später von etwa unserer Zivilisation noch Überreste zu finden, fast gleich Null sind. Dergleichen dürfte sich, Spedicato zufolge, in der Vergangenheit viel öfter ereignet haben.

Spedicato [11] spricht von der letzten Eiszeit als von einer Periode blühender Zivilisation, was in keiner Weise ein Widerspruch ist. Nichts hindert [uns] anzunehmen , daß - vom Heinsohn/Illig-Szenario ausgehend [12] - etwa um -2000 seefahrende Hochkulturen mit eiszeitlichen Verhältnissen in anderen Gebieten auf unserem Planeten koexistierten. Nichts hindert fernen, in eben einer solchen Hochkultur die - später durch die letzten Kataklysmen vernichtete - Quelle zu vermuten, von der aus die Zivilisation als fertiges "Paket", nach Mesopotamien, zum Indus, nach Mittelamerika etc. gelangte. allerdings ist selbstevident, daß diese Hochkultur nicht jene technologisch viel höherstehende gewesen sein kann, die im Besitz von Vimanas und Superwaffen war. Diese muss logischerweise viel älter sein, kann also nur vor den Eiszeiten und vor der Sintflut der biblisch-"sumerischen" (= chaldäischen) Überlieferung existiert haben. [13]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Horst Friedrich, "Verschollene Städte, prähistorische Rätsel - Childress!", in: VORZEIT - FRÜHZEIT - GEGENWART, Nr. 5-89
  2. Siehe: David Hatcher Childress, "Vimana Aircraft of Ancient India and Atlantis", StelleIIllinois (Adventures Unlimited Press), 1989 (?) - Neuauflage 1991
  3. Siehe: Desmond Leslie und George Adamski, "Flying Saucers Have Landed", New York, 1953
  4. Siehe: Kurt Eggenstein, "Der Prophet Jakob Lorber verkündet bevorstehende Katastrophen und das wahre Christentum", Lorber-Verlag, Bietigheim 1975; Pandion, Bad Kreuznach 12. A. 1997, ISBN 3-922929-75-3
  5. Anmerkung des Verfassers: Unter "Avatar" ist eine Inkarnation des Göttlichen in menschlicher Form zu verstehen.
  6. Siehe: David Hatcher Childress, op. cit., S. 81-82
  7. Siehe: Gunnar Heinsohn, "Die Sumerer gab es nicht: von den Phantom-Imperien der Lehrbücher zur wirklichen Epochenabfolge in der 'Zivilisationswiege' Südmesopotamien - Darstellung der Probleme und Vorschläge für ihre Lösung in einem chronologischen Überblick", Scarabäus bei Eichborn, 1988; sowie Ders.: "Wie alt ist das Menschengeschlecht? Stratigraphische Grundlegung der Paläoanthropologie und der Vorzeit", Gräfeling bei Münschen 1991
  8. Siehe: Heribert Illig, "Die veraltete Vorzeit: ein neuer chronolog. Aufriß europ. Prähistorie von Altamira, Alteuropa, Atlantis über Malta, Menhire, Mykene bis Stelen, Stonehenge, Zypern", Frankfurt am Main, 1988
  9. Siehe bei Atlantisforschung.de: Dr. Horst Friedrich, "Überlegungen zu Emilio Spedicatos katastrophistischem Modell - Eine allzulange verdrängte Alternative zu Velikovsky: Planetoidenkollisionen als Ursache der Kataklysmen?" (1993)
  10. Siehe: Emilio Spedicato, , "Apollo Objects, Atlantis, and the Deluge: A Catastropical Scenario for the End of the Last Gaciation, in: NEARA Journal, Vol. XXVI/No.1-2, 1991; vom Verfasser (E.S.) überarbeitete Fassung in deutscher Sprache (Übersetzung durch Bernhard Beier) online bei Atlantisforschung.de unter: "Galaktische Begegnungen, APOLLO-Objekte und ATLANTIS - Ein katastrophisches Szenario für Diskontinuitäten in der Menschheitsgeschichte"
  11. Abb. 7 Das Standardwerk zum Thema Hightech in alten Sanskrit-Texten
    Siehe: Emilio Spedicato op. cit., S. 36
  12. Red. Anmerkung: Es sollte betont werden, dass die von Dr. Horst Friedrich Anfang der 1990er Jahre sehr wohlwollend diskutierten 'Kurzzeit-Szenarien' von G. Heinsohn und H. Illig zur rezenten Zivilisationsentwickung schon damals eine eher 'exotische' Position von 'Außenseitern unter den Außenseitern' darstellten, und heute (2013) bei der grenzwissenschaftlichen Diskussion weit prähistorischer ('primhistorischer') Hochkultur(en) praktisch keine Rolle mehr spielen. Im Gegensatz zur Meinung der beiden genannten Autoren wird im Lager alternativer Urgeschichtsforschung inzwischen allgemein davon ausgegangen, dass die Menschheits- und Zivilisationsgeschichte nicht jünger bzw. kürzer, sondern sehr viel älter bzw. länger ist als seitens der Schulwissenschaft angenommen.
  13. Red Anmerkung: In entsprechende Überlegungen einbezogen werden muss bezüglich der altindischen Überlieferungen auch eine Einflussnahme außerirdischer Intelligenzwesen auf das Geschehen. Siehe dazu vor allem das Standardwerk von Lutz Gentes: "Die Wirklichkeit der Götter - Raumfahrt im frühen Indien", Bettendorf, 1996 (Abb. 7)


Bild-Quellen:

1) Centre for Fortean Zoology Australia, unter: Meet the Cryptozoologist: David Hatcher Childress (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter Vaimānika Shāstra (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Bildarchiv Atlantisforschung.de
4) IN SEARCH OF ANCIENT ALIENS - an inquiry into the genesis of gods and humans, unter: Evidences of Nuclear Explosion in Mohenjo Daro (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
5) Bildarchiv Atlantisforschung.de
6) Nada nos Libra de Escorpio, unter: VIMANA EN UN POZO DEL TIEMPO EN AFGANISTÁN
7) Bildarchiv Atlantisforschung.de