Otto Silbermann

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Abb. 1 Ein Alter Atlantier? Diese weit prähistorische Felszeichnung stammt aus dem Hoggar, der nach Otto Silbermann einst zum nordafrikanischen Reich von Atlantis gehörte.

(bb) Über Leben und Werk des Atlantis-Autors Otto Silbermann, von dem nur eine einzige Publikation aus dem Jahr 1930 [1] bekannt ist, lassen sich heute fast keine verlässlichen Informationen mehr auffinden. Tony O’Connell, Herausgeber der atlantologischen Referenz-Enzyklopädie Atlantipedia, spekuliert aufgrund des Namens vorsichtig über eine deutsche Herunft Silbermanns [2], und David Hatcher Childress bezeichnete ihn 1996 als "deutschen Historiker" [3], aber dies sind keine wirklich gesicherten Angaben.

Tatsache ist, dass Otto Silbermanns, nur 107 Seiten umfassendes, Werk "Un continent perdu: l'Atlantide" von ihm in Paris veröffentlicht wurde, und offenbar nie in deutscher Sprache erschienen ist. Wie O’Connell erwähnt, scheint Silbermann zumindest noch eine weitere Publikation zum Thema 'Atlantis' geplant zu haben, welche - anglisiert - den Titel "A Discovered Continent: The History of a Libyan-Phoenician Atlantis" tragen sollte. Nachweisen lässt sich das Erscheinen dieses Buches - jedenfalls bisher - nicht. [4]

Mit "Un continent perdu: l'Atlantide" erweist sich Silbermann jedenfalls als ein - im Grundsatz schulwissenschaftlich orientierter - konventionell argumentierender "Jungzeitler", der im Rahmen seiner Auslegung des Atlantisberichts eine Chronologie-Revision vornimmt, um seinen Inhalt in den allgemein anerkannten Rahmen der Urgeschichte und Protohistorie einordnen zu können. David Hatcher Childress schreibt dazu:

"Silbermann hob hervor, dass Platons Datierung von Aufstieg und Fall von Atlantis, 9000 Jahre vor der Zeit Solons, in Hinblick auf die bekannte Chronologie der ägyptischen Zivilisation und auf die Schwierigkeit, eine Überlieferung rein mündlich akkurat über mehr als ein paar Jahrhunderte hinweg zu tradieren, schleunigst verworfen werden könne; sofern eine solche Zivilisation existiert habe, wäre sie schon lange vor dem Aufstieg Ägyptens in Vergessenheit geraten."

Abb. 2 In der heutzutage lebensfeindlichen Einöde des Schott el Djerid verortete Otto Silbermann im Jahr 1930 die einstige Metropolis von Atlantis.

Daher dachte Silbermann, die Atlantis-Erzählung sei ursprünglich ein phönizischer Bericht über einen Krieg mit Libyern der Schott-Region Tunesiens, der etwa um 2540 v. Chr. stattgefunden habe. Etwa im 11. oder 10. Jahrhundert [vor der Zeitenwende] machten irgendwelche Ägypter in Saïs einen Roman [sic!; bb] aus dieser Geschichte, wobei sie die Ereignisse in die 'Zeit des Horus' verlegten, welche Datierung Platon dann viel später als 9600 vor Solon interpretierte.

Silbermann behauptet, dass diese Episode der Geschichte [zunächst] vergessen worden, dann aber um 600 v. Chr. wieder aufgekommen sei, als Niku II. die ägyptische Marine wieder aufbaute und man nach Büchern über Libyen suchte. Zum Nutzen der Hellenen von Saïs wurde die Geschichte auch ins Griechische übersetzt, und eine griechische Version bildete die Grundlage für Solons Bericht, während eine andere als die Geschichte der Atlantioi erhalten blieb, die mit Diodorus Siculus in Verbindung steht." [5]

Der Verfasser des vorliegenden Beitrags entält sich höflich - und zumal ihm Silbermanns Originaltext noch nicht vorliegt - jedes Kommentars zu diesem akademischen Konstrukt. Stattdessen verweist er abschließend auf die ihm zugänglichen Informationen zu Otto Silbermanns geographischer Lokalisierung des Atlanter-Reiches und dessen Metropolis. Laut Lyon Sprague de Camp erstreckte sich es sich über Marokko und die Sahara, einschließlich der Berg-Kette des Ahaggar. [6] Das Zentrum der Atlantier-Domäne identifizierte Silbermann, dem Autor John Michael Greer zufolge [7], im heutigen Schott el Djerid (Abb. 2), einem gewaltigen Salzsee-Becken im Süden Tunesiens, welches im deutschen Sprachraum vor allem durch den Roman "Durch die Wüste" des Volksschriftstellers Karl May bekannt geworden ist. [8]


Anmerkungen und Quellen

  1. Siehe: Otto Silbermann, "Un Continent Perdu: L'Atlantide", Paris (Verl. Genet), 1930
  2. Siehe: Tony O’Connell, "Silbermann, Otto", bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 14.09.2012)
  3. Siehe: David Hatcher Childress, "Lost Cities of Atlantis, Ancient Europe & the Mediterranean, Kempton - Illinois - USA (Adventures Unlimited Press), 1996, S.229
  4. Siehe: Tony O’Connell, op. cit.
  5. Quelle: David Hatcher Childress, op. cit., S. 228-229 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Siehe: Lyon Sprague de Camp, "Versunkene Kontinente - Von Atlantis, Lemuria u. anderen untergegangenen Zivilisationen", Heyne-Verlag, 1975
  7. Siehe: John Michael Greer, Atlantis: Ancient Legacy, Hidden Prophecy, Llewellyn Worldwide, 2007, S. 102
  8. Siehe dazu online: Karl-May-Wiki, unter: Schott Dscherid (abgerufen: 15.09.2012)

Bild-Quellen:

1) W. Robrecht, bei Wikimedia Commonns (GFDL), unter: File:Hoggar peinture rupestre1.JPG
2) Vimu sowie Vinzenz Mühlstein, bei Wikimedia Commonns, unter: File:Chott el Djerid.JPG