Der Diffusionismus - Zur Diskussion eines umstrittenen Konzepts - Teil II

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"Bibeltreuer" Diffusionismus contra "wissenschaftlicher" Linearismus, Parallelismus und Isolationismus?

Abb. 6 Charles Darwins (links) Evolutionslehre 'mutierte', gemeinsam mit den Theoremen des Geologen Charles Lyell (r.), nach und nach zur Wissenschafts-Ideologie. Diese Ideologie beeinflusste auch die moderne Anthropologie und Ethnologie maßgeblich und führte u.a. zu einer Ausgrenzung diffusionistischer Positionen.

(bb) Offenbar wird der Diffusionismus nach wie vor - fälschlicher Weise - mit jenem bibeltreuen Urgeschichtsbild assoziiert, gegen dessen Repräsentanten Lyell und Darwin (Abb. 6) im 19. Jahrhundert ihren Pyrrhus-Sieg errungen haben (vergl. dazu auch: Lyell, Darwin & Co.). Die ideengeschichtliche Ableitung dieses Vorurteils und die Gründe für die heftige Kollision des Diffusionismus mit (post-) darwinistischen Schulen und Betrachtungsweisen, wie dem 'Evolutionismus' beleuchten Gail King und Megan Wright ebenfalls in einem kurzen Abschnitt ihres Papiers.

Die beiden Autorinnen schreiben: "Noch in der Renaissance (14. Jahrh. - 17. Jahrh.) wurde die biblische Theorie zum Ursprung der menschlichen Gesellschaft akzeptiert. Die Rolle, welche Diffusion für die kulturelle Diversität spielte, wurde erkannt, doch man konnte sie sich lediglich als Resultat kulturellen Aufstiegs aus einem >ursprünglichen adamitischen Zustand< erklären (Hodgen 1964:269). ["biblischer Holozentrismus"; bb] Die Renaissance-Konzeption einer >Great chain of Being<, die hierarchische Einordnung von menschlichen Gesellschaften, stärkte diese biblische Interpretation (Hodgen 1964: ch. 10). Im späten fünfzehnten Jahrhundert erbrachten europäische Entdeckungs-Reisen Kontakte mit diversen Kulturen, die jenen Europas überraschend unähnlich waren [...] (Davis and Mintz 1998:35).

Eigentliche Diffusions-Forschung fand erst im 19. Jahrhundert statt, als einige Gelehrte die Natur der Kultur zu verstehen suchten, und ob sie sich von einem oder mehreren Innovations-Zentren aus über die Welt verbreitet habe. Das Konzept der Diffusion erstarkte [zunächst; bb] in seiner Opposition zu dem übermächtigen Konzept der Evolution, welches vorschlug, dass alle menschlichen Wesen, zumindest potentiell, gleich innovativ waren. Der Evolutionismus wurde mit der Vorstellung unabhängiger Entwicklungen ["Parallellismen"; bb] verbunden sowie mit der dazu gehörigen Vorstellung, dass Kontakte zwischen präindustriellen Kulturen minimal waren (Hugill 1996:343)." [1]

Hier wird der Trugschluss nahegelegt, die fundamentale Opposition der Diffusionisten zum Evolutionismus [2] beruhe darauf, sie würden ein Konzept vertreten, das gesellschaftlichen Quasi-Einheiten (Kulturen, Ethnien, "Rassen" usw.) unterschiedliche Innovations-Potentiale zuordnet. Es muss der Eindruck entstehen, dass es nach diffusionistischer Auffassung mehr oder weniger 'kulturfähige' Variationen des Menschen gebe ("biologischer Determinismus"), oder dass sich die Völker der Welt aus diffusionistischer Sicht explizit in "Kultur-Bringer" und "Kultur-Empfänger" aufteilen ließen. Dies ist eine seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig kolportierte Fehleinschätzung, die, wie bereits erwähnt wurde, in ihrer extremsten Form in den Vorwurf des Rassismus mündet.

Tatsächlich hat sich gerade der Diffusionismus gegen das zunächst biologistische Kulturverständnis der Evolutionisten verwahrt und schließlich auch das Konzept einer linearen Menschheits- und Zivilisations-Entwicklung verworfen, nach dem Menschen vor vielen Jahrtausenden kulturell weniger entwickelt gewesen sein müssen [3] als in der Gegenwart: "Der evolutionistische Kulturbegriff wurde Ende des 19. Jh./Anfang des 20. Jh. populär. Die Theorie der Evolution stammt eigentlich aus der Biologie und beschreibt einen Prozess der Entwicklung in Stufen (Stadiengesetze): stufenweise Entwicklung von einem einfacheren, hin zu einem komplexeren Stadium (Darwin, Lamarck). Sie beschreibt auch die Ursprünge des Lebens. Diese biologische Theorie wurde von den Sozialwissenschaften übernommen. Dort beschreibt sie den Ursprung des Menschen, bzw. seinen Erzeugnissen und Produkten (wie z.B. der Kultur) und dessen Entwicklung. Unter Stadien werden aufeinanderfolgende historische Epochen verstanden." [4]

Im Gegensatz zu den Diffusionisten sind Anhänger des Evolutionismus "Parallelisten", d.h., dass sie nicht von einem oder vergleichsweise wenigen, sondern von einer enormen Vielzahl kultureller Zentren ausgehen, an denen sich unabhängig voneinander ähnliche kulturelle Charakteristika oder Phänomene parallel entwickelt haben (z.b. die Pyramiden-Bauten beiderseits des Atlantik). Auch Diffusionisten gestehen traditionell zu, dass solche "zufälligen" Parallel-Entwicklungen möglich sind. Aber schon Friedrich Ratzel (1844-1904), einer der Gründerväter des klassischen Diffusionismus, hob hervor, "dass mögliche Migrationen oder andere Kontakt-Phänomene erst in jedem Fall auszuschließen seien, bevor Ähnlichkeiten zwischen Kulturen einer unabhängigen Erfindung zugeschrieben werden könnten." [5] Dieser Lehrsatz hat für Diffusionisten auch heute noch Gültigkeit.

Abb. 2: Der Wissenschafts-Historiker und -Kritiker Dr. Horst Friedrich sieht in jeder neu entstandenen Hochkultur ein »ethno-linguistisches und kulturelles Amalgam.

Mit der These einer "Uniformität der Kulturentwicklung" führte der Evolutionismus auch die Gleichförmigkeits-Lehren in die Erforschung der Zivilisationsgeschichte ein: "Die verschiedenen Kulturen entwickeln sich alle in die gleiche Richtung, sie unterscheiden sich nur durch das Ausgangsniveau, d.h. sie befinden sich auf unterschiedlichen Kulturstufen [...] Der Evolutionismus besagt zwar, dass die verschiedenen Kulturen von versch. Kulturstufen [die Stadien der Wildheit-, Barbarei- und Zivilisation; bb] aus gehen, sie sich aber alle gleichgerichtet entwickeln, hin zur Zivilisation. Sie entwickeln sich also uniform, aber nicht gleichzeitig. Die Evolution vollzieht sich mit verschiedener Geschwindigkeit. Folglich gibt es Kulturen, die relativ gesehen rückständig bleiben." [6]

Gleichförmigkeit und eine störungsfreie, lineare Kulturentwicklung prägten also das historische Verständnis der Evolutionisten: "Durch das Kontinuitätsprinzip wird nur eine harmonische Gesellschafts-/Kulturentwicklung erlaubt. Die Geschichte weist keine Brüche, Diskontinuitäten oder wirklichen Revolutionen auf. Die als Revolutionen bezeichneten Ereignisse werden als Epiphänomene betrachtet (nebensächliche Begleiterschienungen ohne großen Einfluss). In der evolutionistischen Sichtweise ist eine Dekadenz, bzw. der Zusammenbruch einer Gesellschaft nicht möglich." [7]

Auch moderne Diffusionisten werden nicht bestreiten, "dass kultureller Wandel aus vielen verschiedenen Quellen gespeist" wird, aber sie betonen die wesentliche Rolle kultureller Interaktionen (also von Infusionen [8] bzw. Transfusionen) [9] für den Prozess der Entstehung von Hochkulturen. So bemerkt Dr. Horst Friedrich (Abb. 7), Grand Old Man des Diffusionismus im deutschsprachigen Raum: "Aus einem diffusionistischen Blickwinkel gesehen liegt bei jedweder Hochkultur zunächst einmal - bis zum Beweis des Gegenteils - der Verdacht nahe, dass sie ihre Entstehung der quasi befruchtenden Überlagerung einer einfacheren einheimischen Kultur durch ein, oft von weither angelangtes Superstrat [10] verdankt. Einleuchtenderweise wird die entstehende Hochkultur dann ein ethno-linguistisches und kulturelles >Amalgam< [11] aus lokalen und fremden Elementen darstellen." [12]

Für die meisten Diffusionisten ist eine evolutionäre, linear verlaufende Entwicklung alles andere als plausibel. Sie können ins Feld führen, dass viele native Kulturen auf der ganzen Welt über Jahrtausende hinweg in keiner erkennbaren Weise variiert haben, und dass vieles für die NOTWENDIGKEIT interkultureller Diffusion zur Entwicklung so genannter Zivilisationen oder Hoch-Kulturen spricht. So bemerkte etwa der Diffusionist Armin Naudiet 1996: "Die Ethnologie zeigt eindeutig, wie spärlich und begrenzt Kulturen blieben, die durch besondere - meist geografische - Bedingungen am Rande des Kulturaustausches geblieben sind. Trifft das schon auf einfache Jäger- und Sammlerkulturen zu, so ist die diffusionistische Entwicklung von Hochkulturen effektiv zwingend. Hochkulturen können sowohl ethnisch als auch linguistisch nur ein Amalgam sein." [13]

Weder 'Jäger- und Sammler'-, noch sesshafte Kulturen von Ackerbauern mit zumeist locker assoziierten Siedlungen weisen offenbar eine verifizierbare, allgemeine Tendenz zum Aufbau von "Zivilisation" auf, sondern sie tendieren eher zu kultureller Kontinuität und horizontaler Entwicklung: "Aus welchem Grunde", fragt Dr. Friedrich, "sollte denn unter einer Bevölkerung, die bereits jahrhundertelang mit einfacheren kulturellen Lebensumständen zufrieden war, plötzlich der Drang entstehen, eine Hochkultur aufzubauen? Das ist gänzlich unwahrscheinlich. Zumal man davon ausgehen muss, dass sie eben deswegen so lebte, weil sie gewissen typischen Zivilisations-Elementen (Gottkönigtum, zentralistische Staatsgewalt, Tempel/Priesterschaften etc.) ablehnend gegenüberstand. Wurde einem hingegen von einem mächtigeren Superstrat dergleichen aufoktroyiert, konnte man nicht viel dagegen tun. In der Tat zeigt sich, wenn man die nachfolgende Auflistung (Übersicht) unbeeinflusst von neoscholastischen Dogmen studiert, überdeutlich der Amalgam- und Überlagerungscharakter jeglicher Hochkultur." [14]


Schlussbemerkungen und aktuelle Definition des Diffusionismus-Begriffs

Lange Zeit haben 'bekennende Diffusionisten' in der 'Welt der Wissenschaft' eher eine Ausnahme-Erscheinung dargestellt. So schrieb H. Friedrich 1998: "Bis vor kurzem hatte es innerhalb des akademischen Establishments nur ganz vereinzelte hartnäckige Diffusionisten gegeben, wie etwa den amerikanischen Professor George F. Carter, der in zahllosen Publikationen die Fragwürdigkeit des isolationistischen Weltbildes bloßgestellt hatte. Carter stand auch in engem Kontakt mit dem Ex-Harvard-Professor Barry Fell (Abb. 8), der in den ESOP-Jahrbüchern seiner EPIGRAPHIC SOCIETY ab 1982 zunehmend spektakuläres Material zur multiplen ethno-linguistischen Herkunft der >Indianer<-Völker - und generell zu den weltweiten Wechselbeziehungen zwischen den alten Hochkulturen - publizierte." [15]

Abb. 8: Der Epigraphiker und Alternativ-Historiker Prof. Howard Barraclough (Barry) Fell (1917-1994) gehörte zu den profiliertesten Vertretern des modernen Diffusionismus in den USA.

Angeblich "gesichertes Wissen" zur Besiedlungsgeschichte Amerikas und des Pazifikraums, das über Jahrzehnte hinweg kritiklos akzeptiert wurde, sowie Paradigmen, die ebenso lange als unantastbar galten, beginnen sich nun jedoch in Schall und Rauch aufzulösen - auch wenn die Gralshüter einer sterbenden Lehre zähen, hinhaltenden Widerstand leisten [16]. Unter den Protagonisten naturwissenschaftlicher Forschungsrichtungen, wie etwa der Paläo-Klimatologie, der Forensik [17] oder der Genetik [18], geht man dagegen mittlerweile recht schonungslos mit den Urzeit-Szenarien konservativer Anthropologen und Archäologen ins Gericht.

Eine junge Generation von Urgeschichts- und Zivilations-Forschern wird sich künftig kaum mehr mit den dubiosen Vorgaben des Isolationismus gängeln lassen. Die isolationistische Einheitsfront hat zu bröckeln begonnen, und schon vor einigen Jahren konnte Friedrich zufrieden feststellen: "Immer mehr Abtrünnige werden der isolationistischen Scholastik untreu und laufen zum Diffusionismus über, wie beispielsweise Cornelia Giesing mit ihrer exzellenten Arbeit DAS VORKOLUMBISCHE AMERIKA AUS CIRCUMPAZIFISCHER SICHT [19], die sogar >offiziell< vom Münchener Völkerkundemuseum verkauft wird." [20]

Der moderne Diffusionismus, der sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt hat, verkörpert im Gegensatz zum Isolationismus, der sich mit dem Mäntelchen der "Psychic Unity" schmückt, ein Menschenbild, das tatsächlich allen Gliederungen und Variationen unserer Spezies die Fähigkeit zur Entwicklung von Hochkulturen zuspricht. Er mag wissenschaftsgeschichtlich auch auf den heliozentrischen Diffusionismus des viktorianischen Zeitalters zurückzuführen sein, welcher von den nachhaltig wirksamen Affekten und Vorurteilen seiner Zeit geprägt war; praktisch fußt er heute jedoch vor allem auf den fortschrittlichen Arbeiten von Ausnahme-Wissenschaftlern wie Carter, Fell, Heyerdahl und Hapgood - und ist mit seinem gleichnamigen "Urahnen" nur noch mit einer gehörigen Ignoranz oder sogar Böswilligkeit zu verwechseln.

Die Erben dieser großen Geister bahnen nun dem überfälligen Paradigmenwechsel seinen Weg. Mit hochkarätigen, aber allgemeinverständlichen, populär- und grenzwissenschaftlichen Internet-Seiten, wie z.B. Peter Marshs Polynesian Pathways sowie William R. Corliss´ Science Frontiers (Print-Magazin und Web-Präsenz) und der explizit wissenschaftlichen bzw. universitären Standards gerecht werdenden, Migration and Diffusion der Wiener Forscherin Dr. Christine Pellech dringt der moderne Diffusionismus mehr und mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sowohl im akademischen als auch im populärwissenschaftlichen Umfeld wird er unaufhaltsam voranschreiten, und die eingangs aufgeworfene Frage "was ist eigentlich Diffusionismus?" wird gerade an unseren Universitäten künftig wohl immer häufiger gestellt werden. Mit unzulänglichen "Antworten", wie wir sie oben diskutiert haben, wird man sich dabei kaum noch zufrieden geben.

In diesem Sinne soll hier abschließend der Versuch einer diskursfähigen Neu-Definition des Diffusionismus-Begriffs aus grenz-wissenschaftlichem Blickwinkel gewagt werden: "Der Diffusionismus ist ein heterogenes Ideengebäude zur Erklärung kultureller und zivilisatorischer Entwicklung des Menschen sowie zur Entstehung von Hochkulturen. Im Gegensatz zum Modell des >Isolationismus< wird dabei Interaktion als grundlegende Triebkraft kultureller Entwicklungs-Prozesse verstanden: >Nach diffusionistischer Auffassung ist jede kulturelle Höherentwicklung [...] ein Produkt aus übergreifenden Kontakten.< (Naudiet, 1996) Dr. Horst Friedrich, >sieht in jeder neu entstandenen Hochkultur ein »ethno-linguistisches und kulturelles Amalgam«. In diesem Begriff verbinden sich Ethnie, Sprache und Kulturausdruck zu einer spürbaren Einheit. Betrachten wir die frühen und auch heutigen Kulturen der Erde, so wird unvermittelt deutlich, dass kulturelle Entwicklung prinzipiell diffusionistisch angelegt sein muss<. (ebd.)" [21]


Anmerkungen und Quellen

  1. Quelle: Gail King und Meghan Wright, "Diffusionism and Acculturation; Basic Premises", bei Dr. M.D. Murphy, "ANTHROPOLOGICAL THEORIES: A GUIDE PREPARED BY STUDENTS FOR STUDENTS" (Department of Anthropology College of Arts and Sciences The University of Alabama), online unter http://www.as.ua.edu/ant/Faculty/murphy/diffusion.htm
  2. Der 'Evolutionismus' war keineswegs die einzige konkurrierende Theorie, mit der es das diffusionistische Lager im frühen 20. Jahrhundert zu tun bekam: "Während des I. Weltkriegs wurde der Diffusionismus auch durch die neu entstehende Schule der Funktionalisten herausgefordert, die von Bronislaw Malinowski und A. R. Radcliffe-Brown angeführt wurde. [...] In den 1920ern argumentierten Boas und andere amerikanische Anthropologen, wie Robert Lowie und Ralph Linton, dass kultureller Wandel aus vielen verschiedenen Quellen gespeist wurde. Sie argumentierten gegen >die 'grand reconstruction' sowohl durch Evolutionisten ... als auch durch Diffusionisten" (Winthrop 1991: 84)." Quelle: Gail King und Meghan Wright, "Diffusionism and Acculturation; Basic Premises", bei Dr. M.D. Murphy, "ANTHROPOLOGICAL THEORIES: A GUIDE PREPARED BY STUDENTS FOR STUDENTS", (Department of Anthropology College of Arts and Sciences The University of Alabama), online unter http://www.as.ua.edu/ant/Faculty/murphy/diffusion.htm
  3. Anmerkung: Für "Linearisten" ist nicht nur eine disharmonische, nicht gleichgerichtete, Kultur-Entwicklung undenkbar, sondern vor allem die Vorstellung, dass Menschen bereits vor vielen Jahrtausenden zu kulturellen und zivilisatorischen (vor allem technologischen) Innovationen in der Lage gewesen sein könnten, die später in Vergessenheit gerieten und erst in jüngerer Vergangenheit erneut entwickelt wurden. Der Archäologe Michael Arbuthnot stellt dazu fest, dass ein "wichtiger Faktor bei der Ablehnung von Diffusions- und Migrations-Theorien [...] ein generell fehlendes Zutrauen der Scientific Community bezüglich der Fähigkeiten und Technologien prähistorischer Menschen" ist. (Quelle: Michael Arbuthnot, "History of the Decline of Diffusion and Migration Theories", online unter http://www.teamatlantis.com/yucatan_test/research_decline.html) U.a. diese Fehleinschätzung hat schließlich auch zum Theorem des Isolationismus geführt, dessen Anhänger es für unmöglich halten, Menschen könnten bereits gegen Ende der jüngsten "Eiszeit" die Meere befahren und interkontinentale Seefahrt betrieben haben. Diese Leistung sollen angeblich erst die modernen Europäer während des "Zeitalters der Entdeckungen" vor wenigen hundert Jahren vollbracht haben.
  4. Quelle: "Ethno: Der antropologische Kulturbegriff" (Giordano), online unter http://66.249.93.104/search?q=cache:rFd0B2_IP4UJ:www.lernrausch.ch/upl/ethnologie/Sat-18-September-2004_Giordano---Kulturbegriff,-Teil-I.doc+Diffusionismus%2BRassismus&hl=de)
  5. Quelle: Gail King und Meghan Wright, "Diffusionism and Acculturation; Basic Premises", bei Dr. M.D. Murphy, "ANTHROPOLOGICAL THEORIES: A GUIDE PREPARED BY STUDENTS FOR STUDENTS" (Department of Anthropology College of Arts and Sciences The University of Alabama), online unter http://www.as.ua.edu/ant/Faculty/murphy/diffusion.htm
  6. Quelle: "Ethno: Der antropologische Kulturbegriff" (Giordano), online unter http://66.249.93.104/search?q=cache:rFd0B2_IP4UJ:www.lernrausch.ch/upl/ethnologie/Sat-18-September-2004_Giordano---Kulturbegriff,-Teil-I.doc+Diffusionismus%2BRassismus&hl=de)
  7. Quelle: ebd.
  8. Anmerkung: INFUSION = "Einbringung eines Aspekts, Charakterzugs oder Elementes aus einem kulturellen System in ein anderes. Infusionen können, müssen jedoch nicht eine gesamte Kultur durchdringen, sondern können dort z.B. zum Bestandteil einer Subkultur werden." (Def. nach Friedrich u. Beier; Atlantisforschung.de - 2005)
  9. Anmerkung: TRANSFUSION = "Gesellschaftlich durchdringende Übertragung kultureller Aspekte, Charakteristika oder Elemente aus einer kulturellen Quasi-Einheit auf eine andere mit dem Ergebnis eines Superstrats. Entsprechend: transfundieren = Teil einer Transfusion sein bzw. eine Transfusion vornehmen. Im Diffusionismus: kulturelle Aspekte, Charakteristika oder Elemente aus einem kulturellen System auf ein anderes übertragen." (Def. nach Friedrich u. Beier; Atlantisforschung.de - 2005)
  10. Amerkung: SUPERSTRAT = Sprachwissenschaftl.: "Sprache, Sprachgut eines Eroberervolkes im Hinblick auf den Niederschlag, den sie in der Sprache der Besiegten gefunden hat." (DUDEN, Fremdwörterbuch, 1982, S. 738). Im Diffusionismus: "Ethno-linguistische Überlagerung, einem andersartigen Substrat überlagert." (Def. nach Friedrich - 1995)
  11. Anmerkung: AMALGAM = Eigentlich ein Begriff aus der Alchemie und Metallurgie zur Bezeichnung einer 'Quecksilberlegierung'; im Bereich des alternativ-historischen Diffusionismus wird der Begriff im deutschsprachigen Raum zur Charakterisierung von Hoch-Kulturen und/oder Zivilisationen als Produkt komplexer Migrations- und Diffusions-Prozesse verwendet. Nach Friedrich stellt sich ein solches Amalgam in der Art eines "noch nicht ganz homogenisierten Gemenges aus verschiedenartigen Bestandteilen", also kulturellen Charakteristika und Elementen, dar. (Atlantisforschung.de - 2005)
  12. Quelle: Dr. Horst Friedrich, "Die Entstehung von Ober- und Unter-Ägypten in diffusionistischer Sicht"; Erstveröffentlichung in EFODON-SYNESIS Nr. 9/1995; bei Atlantisforschung.de liegt er in einer redaktionell bearbeiteten Neufassung vor.
  13. Quelle: Armin Naudiet, Wie entstehen Hochkulturen? Aktualisierende Betrachtungen zur Kulturmorphologie, Erstveröffentlichung in EFODON-SYNESIS Nr. 13/1996.
  14. Quelle: Dr. Horst Friedrich, "Die Entstehung von Ober- und Unter-Ägypten in diffusionistischer Sicht" (s.o.)
  15. Quelle: Dr. Horst Friedrich, "Die alten Hochkulturen standen in Kontakt!", Atlantisforschung.de (2004); erstmals veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 26/1998. Online erschien er zuerst unter: http://www.efodon.de/html/archiv/vorgeschichte/friedrich/kulturen.htm
  16. Siehe dazu z.B.: Farewell Clovis! - Vom langsamen Sterben eines Paradigmas (red)
  17. Vergl. dazu: "Das Koks der Pharaonen" (bb)
  18. Vergl. dazu: Peter Marsh´s Szenario zur Besiedlung des Pazifikraums (red)
  19. Siehe: Cornelia Giesing, "Das vorkolumbische Amerika in circumpazifischer Sicht" (online als PDF-Datei, 4,88 MB), aus: Wolfgang Stein (Hrsg.); Staatliches Museum für Völkerkunde - München, "KOLUMBUS oder wer entdeckte Amerika?", München (Hirmer Verlag), 1992 (S. 38-68), ISBN 3-7774-6060-5
  20. Quelle: ebd.
  21. Quelle: Diffusionismus-Definition nach H. Friedrich, A. Naudiet, B. Beier; Atlantisforschung.de (2005)


Bildquellen

(1) Links: http://charles-darwin.classic-literature.co.uk/charles-darwin.jpg

(1) Rechts: http://www.anisn.it/scienza/evoluzione/lyell.8.jpg (nicht mehr online)

(2) Bildarchiv Atlantisforschung.de

(3) http://www.equinox-project.com/hbfell.htm