Die Adena-Kultur und Atlantis

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von Frank Joseph

Abb. 1 Der Grave Creek Mound bei Moundsville in West Virginia ist der wohl größte Grabhügel der Adena-Kultur.

Benannt nach einer Mound-Gruppe in Ohio [1], die auf ca. 1000 v. Chr. datiert wird, stellen die Adena die früheste bekannte Zivilisation im amerikanischen Mittleren Westen und entlang der östlichen Küste Nordamerikas dar. Ihre Angehörigen bauten neben komplexen Erdwerken kolossale Kamm-Mounds oder lineare Grabhügel aus Erde und Stein, die oft länger als 100 Fuß [60,96 m; d.Ü.] sind, aber auch große konische Strukturen, deren größte - der Grave Creek Mound (Abb. 1) in West Virginia - etwa 66 Fuß [ca. 20,12 m; d.Ü.] hoch ist.

Abb. 2 Hier die Abbildung eines geflügelten Zentauren mit Dreizack auf einem gravierten Stein unbekannter Herkunft, der in Illinois gefunden wurde (Thelma MacLaine Collection). Frank Joseph verwendet dieses Spezimen in der Atlantis Enyclopedia zur Illustration seiner Annahme eines atlantidischen Ursprungs der Adena-Kultur.

Die Adena-Leute legten auch weitläufige Einfriedungen an, die nach verschiedenen himmlischen Phänomenen ausgerichtet waren. Ihre erstaunlichen Fähigkeiten der Errichtung zeremonieller Konstruktionen zeigen ein hohes Maß an Kenntnissen auf Gebieten, wie Arbeitsverwaltung, Astronomie und Vermessungswesen. Sie waren Metallschmiede, die in großem Maßstab mit Kupfer arbeiteten [2]. Sie stellten hochwertigen Schmuck aus Glimmer her [3], und erhalten gebliebene Pfeifenköpfe, die Tiere darstellen (effigy pipes), belegen ihre herausragenden Fähigkeiten in Hinsicht auf kunsthandwerkliche Stein-Bearbeitung.

Ihr plötzliches, ungeklärtes Auftreten nach der vorausgehenden primitiven Archaischen Periode stellt einen großen Bruch mit der unmittelbaren Vergangenheit dar. [4] Eine solcher Wandel kann nur bedeuten, dass die Adena Neuankömmlinge waren, die eine schon entwickelte Kultur von außerhalb des amerikanischen Mittleren Westens mitbrachten. [5] Der Beginn ihre Auftretens fällt in die beiden Jahrhunderte der endgültigen Vernichtung von Atlantis [6] und der abrupten Aufgabe der alten Kupferminen von Michigans Oberer Halbinsel, die während der vorausgegangenen 1800 Jahre durchgehend in Betrieb gewesen waren. [7] Angesichts der Parallelität der Ereignisse macht es den Anschein, dass die Adena ehemalige atlantische Kupfer-Bergleute waren, die sich nach dem Verlust ihrer fernen Heimat und dem Abbruch des Kupferbergbaus an den oberen Großen Seen über den Mittleren Westen und die Ostküste verstreut ansiedelten.

En Großteil der Adena-Denkmäler wurde im 19. Jahrhundert abgerissen und ihre Steine wurden von den modernen Siedlern benutzt, um Brunnen und Mauern zu bauen. Nur wenige Exemplare blieben übrig, weil sie an unzugänglichen Orten von der Natur verborgen waren, wie in den Tiefen des Rock Lake [8] in Wisconsin und in den bewaldeten Gebieten des heutigen Michigan Heritage Park.


Hinweis:


Anmerkungen und Quellen

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Diser Beitrag von Frank Joseph (©) wurde seinem Buch "The Atlantis-Encyclopedia" entnommen
(Lemma "Adena", S. 13-14), das 2005 im Verlag Career Press erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche, redaktionelle Bearbeitung und Ergänzungen durch Atlantisforschung.de im März 2017.

Fußnoten:

  1. Red.: Anmerkung: Genauer gesagt, erhielt diese Kultur ihren Namen offenbar nach dem größten, 'Adena' genannten Mound jener Gruppe, der sich im frühen 19. Jahrhundert auf dem Grundstück von Mr. Thomas Worthington bei Chillicothe, Ohio, befand.
  2. Red. Anmerkung: Ebenso spannnend wie umstritten ist die Frage, ob und in welchem Umfang die Moundbauer / Adena auch mit anderen Metallen arbeiteten. Bereits Ignatius Donnelly verwies (1882, S. 378) unter Berufung auf Samuel Prescott Hildreth und Ephraim George Squier auf Funde von bearbeitetem Silber sowie von Eisenrückständen in Mounds bei Marietta, Ohio (siehe dazu auch: Mark Lynott, 2015, S. 13). Die Anlagen von Marietta gehören zwar, streng genommen, nicht zu den Produkten der Adena, sondern werden ihren 'Nachfolgern' der Hopewell-Kultur zugeschrieben, aber Berichte über eine ganze Reihe von Eisen-Funden im präkolumbischen Nordamerika deuten an, dass (auch) die Adena (a) bisweilen zumindest gehämmertes meteorisches Eisen verwendeten; (b) dass sie Kontakte zu Vertretern 'auswärtiger' Kulturen hatten, die über geschmiedetes Eisen verfügten.
  3. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Richard J. Dewhurst, "'Mondäugige Kinder' und Glimmer - Zur Prähistorie von Nord- und Süd-Carolina
  4. Copper implements Late Archaic period, Wisconsin, 3000 BC-1000 BC - Wisconsin Historical Museum.JPG
    Red. Anmerkung: Konventionelle Altamerikanisten werden dem sicher widersprechen und auf nachweisliche Kontinuitäten in der kulturellen Entwicklung von der Archaischen zur Woodland-Periode verweisen, in der die Adena aufraten. So gab es in Teilen Nordamerikas schon in der späten Archaischen Periode eine beachtliche Kupfer-Nutzung. Obiges Foto (Abb. 3) zeigt z.B. Speerspitzen, ein Messer und andere Utensilien aus Kupfer, die in Wisconsin entdeckt und auf ein Alter von zwischen 3000 v.d.Z. und 1000 v.d.Z. datiert wurden. Dies spricht aber keineswegs gegen die in der Mainstream-Forschung verpönte Annahme kultureller Transfusionen durch Angehörige 'auswärtiger' Völker, die nach Amerika gelangten.
    Von Interesse ist in diesem Zusammenhang auch die (noch keineswgs geklärte) Rolle, welche die - von Frank Joseph leider nicht erwähnten - 'Riesen' des östlichen Nordamerika in der Kultur der Adena spielten. Immerhin sind erstaunlich viele Funde ihrer Überreste in den künstlichen Grabhügeln der Adena gemeldet worden, wähend sich bisher keine Anhaltspunkte für ihre Präsenz im nordamerikanischen Osten oder Mittleren Westen während der Archaischen Periode finden ließen.
  5. Red. Anmerkung: Diese Aussage von Frank Joseph erscheint zumindest in unzulässiger Weise verkürzend. Zutreffender wäre es davon zu sprechen, dass bei Entstehung und kultureller Entwicklung der amerinden Adena-Kultur vermutlich auch fremde Einflüsse eine Rolle spielten.
  6. Red. Anmerkung: Nach Frank Joseph handelte es sich bei Atlantis um eine - am Ende der (europäischen) Bronzezeit untergegangene - Großinsel im Atlantischen Ozan, deren Bewohner u.a. einen schwunghaften transatlantischen Kupferhandel betrieben. Siehe: Derselbe, "The Destruction of Atlantis: Compelling Evidence of the Sudden Fall of the Legendary Civilization", Inner Traditions / Bear & Co, 2004
  7. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de einführend: William R. Corliss, "Gesucht: 500 000 Tonnen Kupfer"; sowie umfassender: Bernhard Beier, "Prähistorischer Kupferbergbau in Nordamerika und eine frühe Transatlantik-Connection" (Teil I und II)
  8. Siehe dazu auch: Ferdinand Speidel, "Die Pyramide im Rock Lake, Wisconsin, USA", Atlantisforschung.de, 2013

Bild-Quellen:

1) Tim Kiser (w:User:Malepheasant) bei Wikimedia Commons, unter: File:Grave Creek Mound.jpg
2) Frank Joseph, "The Atlantis-Encyclopedia", 2005, S. 14
3) Daderot bei Wikimedia Commons, unter: File:Copper knife, spearpoints, awls, and spud, Late Archaic period, Wisconsin, 3000 BC-1000 BC - Wisconsin Historical Museum - DSC03436.JPG