Ein Buch, das neue Maßstäbe in der Atlantologie-Historik setzt

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Rezension zu: Thorwald C. Frankes Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne

von Bernhard Beier

Abb. 1 Hier das Front-Cover von Thorwald C. Frankes Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis. Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt. Erschienen im Juli 2016. Ausstattung: Broschiert, 596 Seiten - ISBN: 978-3-7412-5403-1

Bereits 2010 sorgte Thorwald C. Franke, einer der profiliertesten Atlantis- und Atlantologie-Experten - inzwischen nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch auf internationaler Ebene - mit "Aristoteles und Atlantis" für einen wissenschafts-geschichtlichen 'Paukenschlag', indem er akribisch nachwies, dass Platons Schüler Aristoteles Atlantis keineswegs für eine Erfindung seines Lehrers hielt, wie es von vielen Klassischen Philologen seit mehr als einem Jahrhundert gänzlich ungeprüft kolportiert - und fälschlicherweise zu 'Allgemeinwissen' gemacht wurde.

Jetzt dürfte Franke (Abb. 2) mit seiner im Juli 2016 erschienenen "Kritische(n) Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis" (Abb. 1) sogar ein veritables und letztlich unüberhörbares Donnergrollen in den Gefilden der Gräzistik und Geschichtswissenschaften auslösen, denn mit diesem wirklich bemerkenswerten Buch kommt ein regelrechter Gewittersturm auf die Vertreter der lange Zeit unangefochtenen Lehrmeinung zu, bei Platons Atlantis-Erzählung handele es sich um eine Erfindung des Athener Philosophen.

Auch wenn Thorwald C. Franke hinsichtlch seiner neuen, bisher wohl bedeutsamsten Buchveröffentlichung keineswegs mit dem Anspruch auftritt, die vorherrschende Lehrmeinung zur Atlantiserzählung als Erfindung Platons (siehe: 'Fiktionalitäts-These') widerlegen zu wollen - vielmehr erklärt er eher bescheiden, weit verbreitete Irrtümer zur Geschichte der Atlantisrezeption zu korrigieren und interessante Detailfragen zu klären [1] -, so lassen doch die darin präsentierten Ergebnisse seiner ebenso gründlichen wie umfassenden Studien einen Großteil der nur scheinbar 'gesicherten' Annahmen und vermeintlichen Argumente, auf welche sich die Verfechter besagter Lehrmeinung stützen, dahinschmelzen wie die sprichwörtliche Butter an der Sonne.

Jedenfalls wird ab sofort niemand, der mit ernsthaftem, mithin mit wissenschaftlichem Anspruch die Geschichte der Atlantis-Rezeption und der Studien zum Atlantis-Problem behandeln will, an der Lektüre von Frankes Magnum Opus vorbeikommen, das einen Ehrenplatz in jeder Bibliothek - vor allem in jenen unserer Universitäten - verdient. Mit seiner "Kritische(n) Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis" revidiert der Autor gründlich die Ergebnisse älterer, häufig als Referenz-Literatur betrachteter Publikationen zur Geschichte der Atlantis-Rezeption, wie jene von Lyon Sprague de Camp [2] und Pierre Vidal-Naquet [3] im Licht der von ihm erbrachten Evidenzen - und dies auf einem Niveau der Beweisführung, welches selbst gehobenen akademischen Ansprüchen gerecht wird.

Abb. 2 Der Autor Thorwald C. Franke bei der online abrufbaren [4] Video-Vorstellung seines hier rezensierten Buches.

Frankes 596 Seiten umfassende Abhandlung wird in vieler Hinsicht sogar den Qualitäts-Kriterien einer Dissertation gerecht, und dies gilt nicht nur für Formalia, die Verlässlichkeit der Angaben und methodische Stringenz, sondern insbesondere in Hinsicht darauf, dass der Autor tatsächlich neue, ja bahnbrechende Erkenntnisse zum Gegenstand seines Werks erarbeitet hat, wobei er seine umfassende Kenntnis der relevanten Literatur mehr als nachdrücklich unter Beweis stellt.

Was besagte neue Erkenntnisse der Atlantologie-Historik betrifft, so möchte der Rezensent zunächst zwei Punkte hervorheben, die ihm aus seiner Sicht besonders bedeutsam erscheinen. Zunächst ist dies Frankes umfassend belegte Feststellung, dass es auch im Mittelalter eine beachtlich umfangreiche Rezeption des platonischen Atlantisberichts gab, und dass "die Debatte um Atlantis" am "Beginn und am Ende des Mittelalters" sogar "eine wichtige Rolle im Kampf zwischen Wissenschaft und Aberglaube" spielte. [5] Damit wird die bisherige - sowohl von akademischen Geschichtsforschern (z.B. von dem bereits erwähnten Pierre Vidal-Naquet) als auch von Atlantologie-Historikern außerhalb des universitären Bezirks (z.B. von Martin Freksa [6] und zuvor, wie er gerne eingesteht, auch von diesem Rezensenten) vertretene - Lehrmeinung über den sprichwörtlichen Haufen geworfen, zwischen dem Ende der Spätantike und dem Beginn der Neuzeit bzw. des 'Zeitalters der Entdeckungen' habe es, von Ausnahmen wie Honorius von Autun abgesehen, keine bemerkenswerte Rezeption der Atlantiserzählung gegeben.

Abb. 3 Bild oben: Adolf Hitler bei einer Ortsgruppenfeier der NSDAP Rosenheim, 1935; unten: Die Atlantis-Karte des Athanasius Kircher. In welcher Beziehung stand die abseitige Ideologie des Nationalsozialismus tatsächlich zum Thema 'Atlantis'? Thorwald C. Franke liefert eine gründliche Analyse und rückt die gängigen Vorstellungen dazu zurecht.

Der zweite Punkt, der hier hervorgehoben werden soll, ist Frankes brillante Widerlegung der "Schwarzen Legende" moderner Atlantis-Rezeption, "derzufolge", wie der Autor erklärt, "das Atlantis-Motiv zu nationalistischen und rassistischen Entwicklungen der Geistesgschichte beigetragen habe". Sie "kulminiert in der These, dass der deutsche Nationalsozialismus und Platons Atlantiserzählung eine besonders innige Beziehung zueinander hatten, die mal mehr mal weniger klar formuliert auf die These hinausläuft, dass man den Natonalsozialismus aus Platons Atlantiserzählung heraus erklären kann." [7]

Diese Legende mit ihrer Darstellung der Atlantis-Erzählung als wesentlichem Stimulus für nationalistische oder rassistische Theorien [8] - insbesondere die Behauptung eines "atlantidischen Weltbilds" der Nationalsozialisten [9] - wurde in der Vergangenheit allzu häufig zur Diskreditierung atlantologischer Forschung herangezogen. Franke, der im Übrigen keineswegs die Existenz ideologischer Ideengebäude in Abrede stellt, für die der Rezensent schon vor einigen Jahren die Bezeichnung Ario-Atlantismus geprägt hat, legt jedenfalls schon einleitend Wert auf die Feststellung: "Wo immer Atlantis im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus auch auftauchen mag, immer ist es ein Missbrauch und keinesfalls ein Gebrauch von Platons Atlantis." [10]

Den Schwerpunkt dieses Bereichs seines Buches legt Thorwald C. Franke auf eine Untersuchung in diesem Zusammenhang relevanter "Wegbereiter und Vordenker des Nationalsozialismus, wichtige[r] nationalsozialistischer Führungspersönlichkeiten, [der] pseudowissenschaftlichen Subkultur der damaligen Atlantisbefürworter sowie der Subkultur der Ariosophie" [11] sowie wissenschaftlicher und nationalsozialistischer Einrichtungen, ja sogar von Lehrplänen der Schulen, um zu bestimmen, welche Bedeutung Atlantis tatsächlich in der Ideologie der Nationalsozialisten, aber auch in den Bereichen Wissenschaft und Bildung im NS-Staat beigemessen wurde ("Der Befund: Eine privat gebliebene Mimderheitsmeinung", S. 458-509). Zudem zeigt er penibel auf, wie nach dem Zusammenbruch des 'Dritten Reichs' die ausufernde Fehlwahrnehmung dieser faktisch marginalen Bedeutung in der allgemeinen und gerade auch akademischen Betrachtung des Themenkomplexes 'Nationalsozialismus & Atlantis' zustande kam, wozu er höchst interessante Beispiele liefert.

Abb. 4 Thorwald C. Frankes Untersuchung der Frage, ob antike Autoren der Möglichkeit eines historischen Wahrheitsgehalts des platonischen Atlantisberichts tatsächlich vorwiegend negativ gegenüberstanden, stellt eines der Highlights seines jüngsten Buchs dar, das der Rezensent hier leider nicht in der eigentlich gebotenen Ausführlichkeit behandeln kann, da dies den Rahmen dieser Buchbesprechung sprengen würde.

Neben seiner schon erwähnten Korrektur der gängigen Ansichten zur Atlantis-Rezeption während des Mittelalters sowie seiner bravourösen Untersuchung der Frage, ob die Autoren der Antike der Möglichkeit eines historischen Wahrheitsgehalts des platonischen Atlantisberichts tatsächlich vorwiegend negativ gegenüberstanden (wie bisweilen behauptet wird), ist es insbesondere Frankes Aufarbeitung und Widerlegung jener 'Schwarzen Legende' vom vermeintlich 'atlantidischen Weltbild' der Nationalsozialisten, mit der sich höchstes Lob für dieses Buch verdient und bleibende Meriten erworben hat.

Doch kommen wir nun gegen Ende dieser umfänglichen Buchbesprechung auch zu den vom Rezensenten anzusprechenden, negativen Kritikpunkten, die sich aber - trotz des enormen Umfangs des Werkes - in engen Grenzen halten. Im Wesentlichen ist hier aus seiner Sicht Kapitel 7 "Der Abbruch des wissenschaftlichen Diskurses" zu nennen, in dem der Autor sein These vorstellt, der - nennen wir es einmal - 'Wildwuchs' exotischer Atlantis- Modelle und -Lokalisierungen sowie ein angeblicher allgemeiner Mangel an Wissenschaftlichkeit, wie die Bezugnahme auf "gefallene" (als wissenschaftlich widerlegt geltende) Hypothesen in der Atlantisforschung seien im Wesentlichen auf den Abbruch der Atlantis-Diskussion im Bereich der Schulwissenschaft (ein Begriff, dessen Verwendung Franke freilich vermeidet) am Ende des 19. Jahrhunderts zurückzuführen, denn: "Ohne einen wissenschaftlichen Diskurs, welcher die Grenzen des Möglichen glaubwürdig bestimmt, werden die weniger gebildeten Menschen hilflos ihren Irrtümern und haltlosen Spekulationen überlassen." [12]

Angesichts des a) tatsächlich (vergleichsweise) hohen Bildungsniveaus vieler Repräsentanten der modernen, 'randständigen', 'außenseiterischen' oder 'devianten' Atlantisforschung und ihrem erstaunlich hohen Anteil an ausgebildeten Wissenschaftlern mit akademischen Graden sowie b) in Hinsicht auf die augenfällige - trotz aller Regularien und Kontrollmechanismen bestehende - Irrtumsanfälligkeit universitärer Forschung (für die Franke immerhin eine Reihe prägnanter Beispiele liefert), kann man den oben zitierten Satz wohl nicht ohne ein leichtes Schmunzeln lesen.

Abb. 5 Den Abbruch des Atlantis-Diskurses im Bereich universitärer Fachwissenschaften betrachtet Thorwald C. Franke lediglich unter negativen Gesichtspunkten. Für die Atlantisforschung brachte ihre Vertreibung in die akademische 'Diaspora' aber auch durchaus Positives mit sich. So wäre ihre Entwicklung zu einem insbesondere durch Theorienpluralismus und paradigmatische Diversität gekennzeichneten, devianten Forschungsgebiet im sinnbildlichen 'Karzer' institutionalisierter Monopol-Wissenschaft unmöglich gewesen. (Bild, links: Karikatur auf Benjamin Jowett (1817-1893), einen der Wegbereiter des Dogmas vom 'erfundenen Atlantis'; rechts: der historische Karzer der Universität Göttingen)

Natürlich hatte die Diskursverweigerung der etablierten Fachwissenschaften und der rigide Dogmatismus [13] ihrer Repräsentanten in Sachen Atlantis auch negative Auswirkungen auf die weitere Erforschung des Atlantis-Problems; andererseits brachte erst der Gang in in die 'akademische Diaspora' der Atlantologie die Freiheit, sich zu einer Protowissenschaft zu entwickeln, zu deren hervorragensten Merkmalen Theorienpluralismus und paradigmatische Diversität gehören. Im Karzer des universitären Wissenschaftsbetriebs wäre dies unmöglich gewesen.

Der Rezensent kann Thorwald C. Franke zwar in einer ganzen Reihe von Einzelpunkten des hier angesprochenen Kapitels folgen (wenn dieser z.B. darauf hinweist, 'die' Wissenschaft habe sich durch ihre Diskussions-Verweigerung gegenüber der Historizitäts-These und deren Verfechtern selber geschadet (S. 433); insgesamt hält er jedoch den wissenschaftsgeschichtlichen Betrachtungs-Rahmen, den der Autor seinen Darstellungen hier zugrundelegt, für unzureichend zum tieferen Verständnis der historischen Entwicklung des heutigen Verhältnisses von Schulwissenschaft und Atlantisforschung, aber auch was Genese und wissenschaftstheoretische sowie -historische Standortbestimmung moderner Atlantologie betrifft.

Was der Rezensent dabei wirklich bedauerlich, enervierend und äußerst kritikbedürftig findet, ist Frankes exzessiver, ja inflationärer Gebrauch des terminus horribilis 'Pseudowissenschaft', der übrigens das gesamte Buch durchzieht. Gerade weil sein ansonsten so lobenswertes Werk nicht zuletzt auch eine im besten Sinne wissenschaftsgeschichtliche Abhandlung darstellt, ist die dauer- und trommelfeuerartige Verwendung dieses letztlich gar nicht wissenschaftlichen, sondern ideologischen Kampfbegriffs kein niederrangiger Lapsus. Immerhin hat sich auch die universitäre Wissenschaftsgeschichts-Forschung nicht ohne gute Gründe bereits weitgehend von dieser 'Akteursfloskel' verabschiedet. [14] Franke sollte dies ebenfalls tun.

Trotz dieses - letztlich auf einen einzigen inhaltlichen Teilbereich unter vielen beschränkten - Negativums fällt das in der Überschrift dieser Buchbesprechung in Teilen vorweggenommene Fazit des Rezensenten ganz eindeutig aus: Mit seiner "Kritische(n) Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis setzt Thorwald C. Franke neue Maßstäbe in der Atlantologie-Historik und stellt Interessierten eine geradezu schwindelerregende Fülle bestens recherchierten Materials zur Verfügung, das zu einem nicht geringen Teil nie zuvor präsentiert wurde - und das, gerade was die vorher noch unaufgearbeitete Wissenschaftsgeschichte der Atlantis-Skepsis betrifft, von gehöriger Brisanz ist. Man darf wohl sagen: Wer sich künftig am Diskurs um die historische und gegenwärtige Rezeption von Platons Atlantisbericht beteiligen will, muss mit diesem Buch arbeiten, oder er/sie läuft Gefahr, ganz und gar ins 'Abseits' der Forschung zu geraten. Auch darf man schon jetzt auf Frankes nächste Publikation gespannt sein, die er seinen LeserInnen - quasi nebenbei (S. 433) - in Aussicht gestellt hat.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Thorwald C. Franke, "Buch: Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne (Präsentation), bei Atlantis-Scout.de" (abgerufen: 10. April 2017)
  2. Siehe: Lyon Sprague de Camp, "Lost continents: the Atlantis theme in history, science, and literature", Gnome Press, 1954; Neuauflage: Dover Publications, 1970; sowie auf Deutsch: Derselbe, "Versunkene Kontinente: von Atlantis, Lemuria und anderen untergegangenen Zivilisationen", Heyne, 1975
  3. Siehe: Pierre Vidal-Naquet, "L'Atlantide - Petite histoire d'un mythe platonicien", Les Belles Lettres, 2005; auf Englisch: Derselbe, "The Atlantis story: a short history of Plato's myth", University of Exeter Press, 2007; zu Deutsch: Derselbe, "Atlantis - Geschichte eines Traums", C.H. Beck, 2006
  4. Siehe: Thorwald C. Franke, "Buchvorstellung: Kritische Geschichte der Hypothesen zu Platons Atlantis...", Video (14:26 Min.; abgerufen: 07. April 2017)
  5. Quelle: Thorwald C. Franke, "Buch: Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne (Präsentation), bei Atlantis-Scout.de" (abgerufen: 10. April 2017)
  6. Siehe: Martin Freksa, "Das verlorene Atlantis: die Geschichte der Auflösung eines alten Rätsels", Klöpfer & Meyer, 1997
  7. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne", Norderstedt (BoD), 2016, S. 457
  8. Anmerkung: So erklärte etwa der österreichische Althistoriker Reinhold Bichler vor wenigen Jahren völlig verwaschen und unpräzise: "Atlantis dagegen stimulierte nicht nur Schatzsucher-Phantasien, sondern auch etliche abenteuerliche, oft nationalistische oder rassistische Theorien über die Abstammung >wertvoller< Völker und Kulturen vom alten Atlantis: von den Goten Schwedens und den Etruskern bis zu den Ägyptern und den Mayas. Vor allem musste der sagenhafte Kontinent auch als Urheimat der Arier herhalten." Quelle: Reinhold Bichler, "Gab es Atlantis wirklich? (Essay)", in: Isabella Ackerl, Johann Lehner und Johannes Sachslehner (Hrsg.), "Wissen! Antworten auf unsere großen Fragen", Styria-Verlag in der Verlag-Gruppe Styria, 2007 (zitiert nach der Online-Version des Essays bei Austria-Forum)
  9. Siehe: Franz Wegener, "Das atlantidische Weltbild - Nationalsozialismus und neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis", Gladbeck (Kulturförderverein Ruhrgebiet-KFVR), 2001 und 2003
  10. Quelle: Thorwald C. Franke, op. cit. (2016), S. 459
  11. Quelle: ebd., S. 458
  12. Quelle: ebd., S. 435
  13. Anmerkung: Dogmatismus in der modernen universtären Wissenschaft sieht Franke offenbar nur - aber immerhin expressis verbis (z.B. S. 426, 432-433) - in Hinsicht auf besagten Abbruch des Atlantis-Diskurses im universitären Bezirk. Diesen Abbruch betrachtet der Rezensent dagegen keineswegs als singuläre Ausnahmeerscheinung. Vielmehr sieht er ihn als durchaus symptomatisch für die Zustände im 'Real existierenden Wissenschaftsbetrieb' an, für dessen Deformationen - z.B. 'Pfründe- und Revierbildung' im Kontext der zunehmenden Diversifizierung und Segmentierung in immer mehr weitgehend isoliert agierende Fachwissenschaften, Paradigmenfixierung, Monopolisierung wissenschaftlicher Forschung im universitären Bezirk und die Herausbildung eines elitären verbeamteten Berufsforschertums - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Weichen gestellt wurden.
  14. Siehe dazu z.B.: Dirk Rupnow, Veronika Lipphardt, Jens Thiel und Christina Wessely (Hrsg.): "Pseudowissenschaft. Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissenschaftsgeschichte", Suhrkamp 2008

Bild-Quellen:

1) Bild-Archive Thorwald C. Franke / Atlantisforschung.de
2) Screenshot aus: Thorwald C. Franke, "Buchvorstellung: Kritische Geschichte der Hypothesen zu Platons Atlantis...", (Video; Bildbarbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Oben: Bundesarchiv (BArch) bei Wikimedia Commons, unter: File:Bundesarchiv Bild 119-11-19-12, Adolf Hitler bei Ortsgruppenfeier der NSDAP Rosenheim.jpg
3) Unten: Bild-Archiv Atlantisforschung.de
4) Jic (Uploader) et al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Sanzio 01.jpg
5) Links: GeeJo bei Wikimedia Commons, unter: File:Benjamin Jowett.png
5) Rechts: Thangmar bei Wikimedia Commons, unter: File:Göttingen-Karzer.Arrest.Cell.05.JPG