Isle of Man

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Allgemeine Informationen

Abb. 1 Eine topographische Karte der Isle of Man (Für eine vergrößerte Ansicht bitte das Bold anklicken!)

(bb) Die Isle of Man (Abb. 1) (vormals auch Isle of Mann; zu Deutsch: Insel Man; auf Manx: Ellan Vannin oder kurz Mannin - ist eine ca. 572 km² große Insel Insel in der Irischen See. Sie zählt zu den Britischen Inseln und liegt zwischen Schottland (29 km entfernt), England (48 km), Nordirland (52 km), Wales (71 km) und der Republik Irland (85 km). [1]

Zur Prähistorie der Isle of Man

Über die Vorgeschichte der Isle of Man heißt es in der englischsprachigen Wikipedia: "Die Insel wurde um 8000 v. Chr. von den umliegenden Inseln abgeschnitten, aber einige Zeit vor 6500 v. Chr. auf dem Seeweg besiedelt. [2] Die ersten Bewohner waren Jäger, Sammler und Fischer. Exemplare ihrer Werkzeuge werden im Manx Museum aufbewahrt.

Abb. 2 Das Cashtel yn Ard im Nordosten der Insel ist eine neolithische Megalithanlage des Typs Clyde Tomb, die auf ca. 3000 v. Chr. datiert wurde.

Die Jungsteinzeit markierte" auch auf der Isle of Man "den Beginn der Landwirtschaft, und es entstanden megalithische Denkmäler wie das Cashtal yn Ard (Abb. 2) bei Maughold, König Orrys Grab in Laxey, der Meayll Circle bei Cregneash und die Ballaharra Stones bei St. John's. Zudem gab es die lokalen Ronaldsway- und Bann-Kulturen.

Während der Bronzezeit wurden die Grabhügel kleiner. Die Toten wurden in mit Steinen ausgekleidete Gräber mit Zierbehältern gelegt. Die bronzezeitlichen Grabhügel bildeten langlebige Landmarken." [3] Weitere bemerkenswerte prähistorische Strukturen auf der Isle of Man sind der neolithische Steinkreis von Cronk Karran und der Ballafayle Cairn sowie die eisenzeitlichen Anlagen Cleigh yn Arragh und Cronk ny Merriu.

Die Riesen der Isle of Man

Abb. 3 Das 'Giant's Grave' (Liaght ny Fawyr) bei Glenmooar

Wie auch andernorts wurden die megalithischen Anlagen des alten Ellan Vannin traditionell mit der Existenz und dem Wirken vorzeitlicher Riesen in Verbindung gebracht. So erhielt zum Beispiel eine Steinsetzung bei Glenmooar den volkstümlichen Namen 'Giant's Grave' (Liaght ny Fawyr) (Abb. 3), und auch ein Steinkisten-Grab bei St Johns wird so genannt. Aber auch in den Sagen und Legenden der Manx spielen Riesen eine große Rolle.

Abb. 4 Ein Entwurf aus dem 19. Jahrhundert für ein Monument zu Ehren von König Orry

Der bekannteste von ihren ist König Orry (Abb. 4) (auf Manx: Ree Gorree oder Ree Orree), der - einigen Überlieferungen zufolge - ein dreibeiniger Riese gewesen sein soll, welcher einst übers Meer kam, die Insel in Besitz nahm und große Heldentaten vollbrachte. [4] Als er bei seiner Ankunft an der Bucht von Lhen (nahe dem heutigen Küstenstädtchen Ramsey im Norden der Insel) an Land ging, wurde er von den Einheimischen gefragt, woher er denn komme. Daraufhin soll er mit seinem Finger gen Himmel auf die Milchstraße gezeigt haben, die Wegmarke zu seiner Heimat im Norden. Noch heute gibt es in der Manx-Sprache für die Milchstraße die Bezeichnung "Raad Mooar Ree Gorree" (König Orrys große Straße). [5] Eine andere Legende berichtet von einer Gruppe von Dänen, die einstmals einen Teil der Insel in Besitz nahmen, und einer von ihnen soll ein Riese mit drei Köpfen gewesen sein. [6]

Wie schon der Manx-Altertumsforscher Arthur William Moore (1863-1909) bemerkte, gibt es auf der Isle of Man viele alte Geschichten über Riesen, deren 'Wahrhaftigkeit' von den Erzählern durch den Verweis auf das Vorhandensein zahlreicher großer Steinblöcke ​​'bewiesen' wurde, mit denen besagte Giganten an verschiedenen Stellen der Insel um sich geworfen haben sollen. Einer dieser Orte befindet sich, so Moore, "in der Nähe der Kirche von Jurby". Die dortigen Steine seien "von einem Riesen auf einem der Berge nach einem Gefährten geworfen worden, der ihn beleidigt hatte, aber von Jurby nach Schottland schwimmend entkommen konnte. [...] Es gab einen anderen Riesen, der ein Zeitgenosse von St. Patrick gewesen sein soll und durch seine Stärke und Wildheit zum Schrecken der ganzen Insel wurde [...] Einmal, entweder zum Vergnügen oder in einem Anfall von Wut, hob er einen großen Granitblock vom Schlossfelsen auf und schleuderte ihn, obwohl er mehrere Tonnen schwer war, mit größter Leichtigkeit gegen den Hang des gegenüber liegenden, ungefähr eine Meile entfernten Hügels, wo er bis heute mit einem Abdruck seiner Hand darauf zu sehen ist." [7]

Abb. 5 Hier eine topographische Karte der Irischen See mit der Isle of Man, ein Gebiet, in dem Paul Dunbavin Platons Atlantis vermutet

Historische Meldungen über Funde sterblicher Überreste (Skelette, einzelne Knochen etc.) menschlicher Riesen, welche die Annahme einer prä- oder protohistorischen Existenz solcher 'Menschen mit Übergröße' auf der Isle of Man unternauern könnten, sind bisher leider nicht bekannt geworden, aber vielleicht 'schlummern' solche Informationen ja noch vergessen in den Archiven. Immerhin haben die Manx zumindest einen echten Riesen vorzuweisen, an dessen historischer Existenz nicht der geringste Zweifel bestehen kann. Gemeint ist Arthur Caley (1824-1889), der mit einer Körpergröße von gut 2,40 m vermutlich größte Mensch seiner Zeit. Kein Wunder, dass der "man mountain" (Berg von einem Mann) damals - allerdings unter anderem Namen und mit neuer Identität - internationale Bekanntheit erlangt hat, nachdem er in den USA zu einer der Sensationen des 'Schausteller-Königs' P.T. Barnum wurde. [8]

Ellan Vannin, Avalon und Atlantis

Nach diesem kleinen Exkurs in die Welt der Riesen auf der Isle of Man kommrn wir nun abschließend zu der Frage, ob das alte Ellan Vannin womöglich mit 'versunkenen Reichen' der Vorzeit in Verbindung zu bringen ist. Naheliegend erscheint hier zunächst ein Zusammenhang mit der mythischen Insel Avalon (eine Namensbildung auf Basis der indogermanischen Wortwurzel *aballo- für „Apfel“ ist anzunehmen), einem legendären Ort, der vor allem durch den Sagenkreis um König Arthur popularisiert wurde. Zwar scheint die Avalon-Legende erst relativ spät entstanden - und alles andere als 'vorzeitlich' - zu sein, aber manche vermuten, was sie betrifft, einen älteren "Einfluss durch die irischen Legenden um Manannán mac Lir und Lugh, wo der Ort Emain Ablach (von ablach "Äpfel besitzend") heißt, was gleichzeitig in der altirischen Mythologie ein Name für die Isle of Man war". [9] Somit mag eine Assoziation von Avalon und Emain Ablach durchaus stimmig sein, doch gegen eine Identifizierung der beiden mit der Isle of Man sprechen die alten Überlieferungen der Manx, in welchen die mythische "Apfelinsel" als fernes Eiland dargestellt und nicht mit dem alten Ellan Vannin in Verbindung gebracht wird. [10]

Was Platons Atlantis betrifft, so sind die Britischen Inseln zwar schon lange ein Thema für Atlantisforscher, und gerade der Osten der Irischen See (Abb. 5) gehört sicherlich zu den besonders interessanten Regionen, wenn es um die Suche nach (im Wortsinnn) untergegangenen Reichen der Vorzeit geht. [11] In Hinsicht auf die Isle of Man gab es jedoch lange nur eher vage atlantologische Bezugnahmen. So brachte etwa Frank Joseph den alten keltischen Meeresgott Manannán Mac Lir, dessen "zweite Heimat" die Isle of Man gewesen sei, wo er - der Sage nach - auf dem Hügel South Barrule residiert haben soll, mit Poseidon, dem Meersgott der Atlantier in Verbindung. [12]

Dass es Ellan Vannin gewissermaßen doch noch in die Annalen der Atlantisforschung geschafft hat, ist dem britischen Privatforscher Paul Dunbavin zu verdanken. Dunbavin stellt nämlich in seiner, 1995 erschienenen Studie The Atlantis Researches [13] sowie in zwei weiteren Büchern die These zur Diskussion, Atlantis sei eine Megalith-Kultur der Jungsteinzeit gewesen, sein Kernland habe im östlichen Bereich der heutigen Irischen See gelegen, und die Metropolis des Atlanter-Reiches habe sich nicht allzu weit entfernt von der Isle of Man befunden. [14]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Isle of Man" (abgerufen: 18. März 2020)
  2. Siehe: Richard Bradley, "The prehistory of Britain and Ireland", Cambridge University Press, 2007, S. 8. ISBN 978-0-521-84811-4
  3. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Isle of Man" (abgerufen: 18. März 2020; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  4. Anmerkung: Es sei angemerkt, dass moderne Geschichtsforscher, die bekanntlich nicht viel von der Historizität altertümlicher Riesen - ob nun mit zwei oder auch mit drei Beinen - halten, tendieren dazu, die Legenden um König Orry als eine Art Nachall auf die Ruhmestaten von Godred Crovan († 1095 n.Chr.) zu betrachten, einem nordisch-gaelischen Herrscher des Königreichs den Inseln und Dublins.
  5. Quelle: "King Orry, the three-legged giant", 23. Mai 2019, bei Culture Vannin (abgerufen: 18. März 2020)
  6. Quelle: A.W. Moore, "Folklore of the Isle of Man", 1891; nach: Bernadette Weyde, "The Three-headed Giant", 15. Juli 2014, bei asmanxasthehills.com (abgerufen: 18. März 2020)
  7. Quelle: A.W. Moore (M.A.), "Folklore of the Isle of Man - BEING AN ACCOUNT OF ITS MYTHS, LEGENDS, SUPERSTITIONS, CUSTOMS, & PROVERBS", "CHAPTER IV. HORGOBLINS, MONSTERS, GIANTS, MERMAIDS, APPARITIONS, &C.", Isle of Man / London, 1891 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  8. Quelle: John Quirk, "Arthur Caley: The story of the Manx Giant", 18. Dezember 2009 (jüngstes Update), bei news.bbc.co.uk (abgerufen: 19. März 2020)
  9. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Avalon (Mythologie)" (abgerufen: 18. März 2020)
  10. Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de: "Emain Ablach - Das keltische Arlantis" (red)
  11. Siehe z.B. bei Atlantisforschung.de: "Cantre'r Gwaelod - Ein walisisches 'Atlantis'?" (red)
  12. Siehe: Frank Joseph, "Survivors of Atlantis: Their Impact on World Culture", Simon and Schuster, 2004
  13. Siehe: Paul Dunbavin, "The Atlantis Researches: Earth's Rotation in Mythology and Prehistory", Third Millenium Publishing, 1995 - 297 Seiten
  14. Für eine kurze Einführung in Paul Dunbavins Theorie siehe: David Hatcher Childress, "Lost Cities of Atlantis, Ancient Europe & the Mediterranean", Adventures Unlimited Press, 1996, S. 344-345

Bild-Quellen:

1) Eric Gaba (Sting) - fr:Sting (Urheber) / User:Schwerdtfeger (Übersetzer) bei Wikimedia Commons, unter: File:Isle of Man topographic map-de.svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)
2) Chris Gunns (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Cashtel yn Ard - geograph.org.uk - 774758.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“, US-amerikanisch)
3) Andy Stephenson (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Giant's Grave - geograph.org.uk - 25462.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“, US-amerikanisch)
4) Illustration "From a Drawing by E. H. Kelsey, after a design by E. H. Corbould, R.A., made in 1860", in: William Cubbon, "A book of Manx poetry", Manx Language Society und World Manx Association, 1913; bei: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: File:King Orry monument.jpg
5) Ulamm (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Irish Sea – relief, ports, limits.tif (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)