Riesenfunde - in Mississippi

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...und ein kleiner Exkurs zu Mammuts und Elefanten im präkolumbischen Nordamerika

Abb. 1 Eine Karte zur geographischen Lage des US-Bundesstaates Mississippi im nördlichen Amerika

(bb) Dass aus dem Staat Mississippi (Abb. 1) im Süden der USA bisher fast keine Meldungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert über Funde riesenhafter vorzeitlicher oder 'protohistorischer' Relikte (menschliche Überreste, Waffen oder Werkzeuge) vorliegen, dürfte gerade diejenigen erstaunen, die sich bereits etwas eingehender mit dem Phänomen der urtümlichen menschlichen Giganten Nordamerikas befasst haben. Zum einen befindet sich das Gebiet dieses Staates nämlich nicht in jener, aus gigantologischem Blickwinkel 'fundfreien Zone', die weitgehend dem Bereich der Great Plains entpricht; zum anderen gibt es durchaus amerinde Überlieferungen, welche die Annahme stützen, dass auch dort einst Vertreter jener hoch- und riesenwüchsigen, gar nicht 'indianisch' wirkenden Völkerschaften gelebt haben, denen wir auf der Spur sind.

Abb. 2 Ein Choctaw in charakteristischer Tracht. Sein Volk bewahrte die Erinnerung an die Riesen von Mississippi.

Diesbezüglich sind vor allem die alren Sagen und Legenden des Volkes der Choctaw (Abb. 2) zu erwähnen, die beim Eintreffen der ersten modernen Europäer u.a. fast das gesamte südöstliche Gebiet und zentrale Teile des heutigen Mississippi beherrschten. Wie die Ursprungs-Legenden dieses Volkes besagen, sind ihre Vorfahren einst, aus dem Westen kommend, dort eingewandert.

"Die Choctaw", heißt es in historischen Quellen, "bewahren eine vage Überlieferung, dass sie, nachdem sie den Mississippi überquert hatten, auf eine Rasse von Menschen trafen, welche sie called Na-hou-lo [1] nannten, von großer Statur und heller Hautfarbe, welche aus [einem Land gen] Sonnenaufgang ausgewandert waren. Einst sind sie ein mächtiges Volk gewesen, doch damals nur [noch] wenige an der Zahl, und sie verschwanden schon bald nach der Ankunft der Choctaw. Diese Menschenrasse betrieb, der Überlieferng zufolge, Ackerbau, und war friedfertig. Desgleichen gab es dort eine Rasse von Kannibalen, die sich an den Körpern ihrer Feinde gütlich taten. Auch sie waren waren Riesen, die Mammuts als Lasttiere nutzten." [2]

Abb. 3 Nicht nur die alten Legenden der Choctaw berichten über Mammuts oder elefantenartige Tiere

Weiter heißt es dort: "Diese Rasse von Kannibalen und die Mammuts gingen etwa zur selben Zeit aufgrund einer großen Epidemie unter. Nur eines der Letztgenannten entkam, welches einige Jahre lang in der Nähe des [Flusses] Tombigbee hauste. Der Große Geist traf es mehrmals mit einem Blitz, aber es bot den Blitzen die Stirn und sie prallten ab. Doch verdrossen ob dieser Versuche, floh es bis nach Soc-te-thou-fah (dem heutigen Memphis), und mit einem mächtigen Sprung setzte es über den Fluss und nahm seinen Weg zu den Rocky Mountains." [3]

Hier ist zwar nicht der Ort, um diese Legende umfassend zu diskutieren, aber zwei Punkte sollten wir zumindest kurz ansprechen: 1) Die bemerkenswerte Tatsache, dass die Choctaw im Zusammenhang mit den Riesen auch über Mammuts bzw. elefantenartige Tiere sprechen [4] ist keineswegs ein singuläres Phänomen. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Legenden amerinder Völker über solche gigantischen Rüsseltiere (Abb. 3) [5], woraus sich - im Verbund mit präkolumbischen Abbildungen von Elefanten (Abb. 5) - ein echtes kryptozoologisches Problem ergibt [6]. Darüber hinaus stellen aber auch andere indianische Überlieferungen - z.B. der Shawnee [7] - eine direkte Verbindung zwischen den menschlichen Riesen der Vorzeit und riesenhaften Tieren mit Rüsseln her.

Abb. 4 Abbildung einer in einem Mound in Iowa entdeckte Tabakspfeife in Elefantenform. Die dort ansässige Kultur der Effigy Moundbuilders erstreckte sich u.a. bis zum Mississippi-Tal.

2) Beachtenswert ist aber auch der Hinweis auf eine Epidemie - womöglich sogar eine Pandemie -, welcher sowohl die 'Mammuts' als auch die 'Riesen' zum Opfer gefallen sein sollen. In der Tat spricht viel für die Annahme, dass kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Riesen und amerinden Natives [8] nicht der einzige Grund für das Verlöschen der amerikanischen Giganten gewesen sein können.

Auch das rätselhafte Verschwinden jener äußerst hochwüchsigen, ackerbauenden Völkerschaften des unteren Mississippitals, über welche noch die Conquistadoren berichteten, die im 16. Jahrhundert im Auftrag der spanischen Krone die Südküsten Nordamerikas erkundeten [9], während Franzosen und Briten mehr als 100 Jahre später keine Spur mehr von ihnen fanden, lässt sich womöglich durch von den Spaniern dort eingeschleppte Krankheitserreger erklären. [10]

Abb. 5 Die Kurzmeldung aus The Daily Empire vom 13. Mai 1867

In jedem Fall müssen - selbst wenn die physischen Evidenzen für die vormalige Existenz der anzunehmenden >Riesen von Mississippi< bereits im 19. Jahrhundert durch Landwirtschaft, Straßen- und Städtebau usw. vernichtet wurden, auch dort bisher noch nicht entdeckte Berichte über die Funde riesenhafter Knochen, Schädel etc. veröffentlicht worden sein. Dazu abschließend die beiden einzigen derartigen, leider wenig detaillierte Meldungen. Zunächst eine Kurzmeldung (Abb. 5) aus dem Jahr 1867, auf die der Verfasser bei seinen Recherchen gestoßen ist. Sie stammt aus der in Dayton, Ohio, erschienenen Zeitung The Daily Empire, in deren Ausgabe vom 13. Mai es hieß: "Vor wenigen Tagen ist von einigen Arbeitern auf Mr. W.D. Boyd's Plantage bei Coahoma, Mississippi, das Skelett eines riesigen Indianers ausgegraben worden. Alle Knochen der Leiche waren bei ihrer Entdeckung perfekt [erhalten] und an ihrem Platz." [11] Jahrzehnte später hieß es in einem Bericht des Cairo Bulletin vom 17. Dezember 1913, der eigentlich einen 'Riesen-Fund' bei Crowville, Louisiana, behandelt, in einer Randnotiz: "Die Entdeckung dieser Knochen ist die zweite wichtige archäologische Entdeckung, die jüngst aus diesem Bereich des Südens gemeldet wurde. Vor ein paar Tagen wurde bei Jackson, Mississippi, knapp unter der Erdoberfläche das Skelett eines riesenhaften Mannes gefunden." [12]

Wie gesagt, ist aus Sicht des Verfassers davon auszugehen, dass diese wenig zufriedenstellenden 'Informations-Schnipsel' nicht wirklich die einzigen historischen Fundmeldungen aus Mississippi darstellen. Weitere Recherchen müssen allerdigs nicht zuletzt vor Ort, in den noch nicht digitalisierten Beständen der Archive von Gemeinden und Countys des Staates, erfolgen - und das ist eine Aufgabe, die wohl nur von dortigen Forscherinnen und Forschern zu bewältigen ist. In jedem Fall dürfen wir auf künftige Resultate gespannt sein, was ausdrücklich auch für die kryptozoologische Erforschung jener gewaltigen Rüsseltiere gilt, welche die Vorfahren der heutigen Choctaw und anderer indianischer Nationen so nachhaltig beeindruckt haben.


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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Andere uns bekannte Schreibweisen sind Na-hon-lo, Na-han-lo und Nahullo.
  2. Quelle: Robert Lowry und William H.A. McCardle, "History of Mississippi, from the Discovery of the Great River by Hernando DeSoto, Including the Earliest Settlement Made by the French Under Iberville, to the Death of Jefferson Davis, Jackson, Miss. (R. H. Henry & Co.), 1891, S. 246-258; nach: Hanckock County MSGenWeb, unter: THE NATCHEZ, CHICKASAW, CHOCTAW AND OTHER INDIAN TRIBES (abgerufen: 20.06.2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Quelle: ebd.
  4. Anmerkung: Dass in den alten Überlieferungen der Choctaw tatsächlich von "Mammuts" die Rede war, ist ja kaum anzunehmen. Vielmehr dürfte diesen Namensgebung auf einer Interpretation der 'weißen' Gelehrten beruhen, die diese Legende im 19. Jahrhundert notierten. Der ursprüngliche Name der Choctaw für diese 'elefantösen' Tiere ist dem Verfasser derzeit leider noch nicht bekannt.
  5. Siehe dazu z.B.: E. Randall Floyd, "Stories of giant beasts kept explorers busy in New World" (GREAT SOUTHERN MYSTERIES), in: Spartanburg Herald-Journal, 14. Juni 1992, S. C1 und C11 (abgerufen: 20.06.2014)
  6. Siehe zu diesem Thema bei Atlantisforschung.de auch: Dr. Horst Friedrich, "Elefanten in Amerika? - Einige Überlegungen zum möglichen Vorkommen echter Elefanten in Amerika bis ins Zeitalter der Entdeckungen hinein", 1998
  7. Vergl. dazu die in Fußnote 5 genannte Quelle.
  8. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Riesen in den Legenden nordamerikanischer Indianer" (bb); sowie: "Riesenfunde - in Nevada" (bb); und: "Die Allegewi (Talligewi)" (bb)
  9. Siehe dazu einführend z.B.: o.A., "Accounts of Giants in North America", Page Two, unter: "Mississippi and Texas Giants", bei: Biblioteca Pleyades (abgerufen: 20.06.2014)
  10. Anmerkung: Zu bereits in präkolumbischer Zeit mit einiger Sicherheit durch Besucher von anderen Kontinenten nach Amerika eingeschleppten infektiösen Organismen siehe die Studie von John L. Sorenson und Carl L. Johannessen: "SCIENTIFIC EVIDENCE FOR PRE-COLUMBIAN TRANSOCEANIC VOYAGES TO AND FROM THE AMERICAS" (PDF-Datei, 6436,24 KB), bei: SINO-PLATONIC PAPERS, No. 133, April 2004 (abgerufen: 21.06.2014)
  11. Quelle: o.A., "ALL SORTS OF ITEMS" (Rubrik), in: The Daily Empire, 13. Mai 1876; nach: CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspaper, unter: The Daily empire., May 13, 1867, Image 3 (abgerufen: 20.06.2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  12. Quelle: o.A., "FINDS SKELETONS GIANTS TWELVE FEET IN HIGHT - Southern Workmen Discover Bones of Prehistoric Band Who Fell in Battle", 17. Dez. 1913, in: The Cairo Bulletin; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de, nach: CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers, unter The Cairo bulletin., December 17, 1913, Page PAGE EIGHT, Image 8

Bild-Quellen:

1) TUBS bei Wikimedia Commons, unter: File:Mississippi in United States.svg
2) Robfergusonjr bei Wikimedia Commons, unter: File:Kutteeotubbee.jpg
3) Fritz Zimmerman, tnephilim.blogspot unter: Choctaw Legend of Fair Skinned Giants and Elephants (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) ebd.
5) CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspaper, unter: The Daily empire., May 13, 1867, Image 3 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)