Sintflut-Impakt und Weltenbrand

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von Edith Kristan-Tollmann und Alexander Tollmann (1992)

Abb. 1 "Eines der schauerlichsten Kapitel in der Leidensgeschichte der Lebewelt dieses Planeten aus der Zeit der Sintflutkatastrophe war das Ausmaß und die Intensität des Weltenbrandes, des Sintbrandes, wie der alte, traditionelle Begriff lautet." (A. und E. Tollmann; Foto: Flächenbrand im Libanon, 2019)

Eines der schauerlichsten Kapitel in der Leidensgeschichte der Lebewelt dieses Planeten aus der Zeit der Sintflutkatastrophe war das Ausmaß und die Intensität des Weltenbrandes, des Sintbrandes, wie der alte, traditionelle Begriff lautet. Nicht nur nach dem Endkreide-Impakt hat ein derartiges Wildfeuer den ganzen Globus erfaßt, wie aus der Rußlage in den untersten drei Millimetern der Impakt-Grenztonschicht in den letzten Jahren abgelesen werden konnte [...], sondern auch im Zuge der Sintflut-Katastrophe wütete weltum ein Sintbrand größter Intensität [1], was in einem solchen Ausmaß absolut unerwartet war, aber durch eine Unzahl von Sintflutlegenden rund um den Erdball belegt werden kann.

Dieser Umstand ist bisher meist deshalb verdeckt geblieben, weil die großen Erdwissenschaftler wie Eduard SUESS und seine Epigonen, die sich dem Sintflutproblem zugewendet hatten, sich meist in erster Linie auf die babylonische und biblische Tradition abgestützt hatten und in diesen großen Mythen entweder nichts oder nur sehr wenig zum Thema berichtet wird, wie etwa im berühmten Gilgamesch-Epos aus dem Zweistromland, in dem es bloß heißt: "Die Annunaki hoben Fackeln empor, mit ihrem grausen Glanz das Land zu entflammen" [2] — wobei noch dazu die entscheidende Stelle ("entflammen") in den älteren, maßgebenden Ausgaben sinnstörend und falsch übersetzt war.

In zahllosen anderen Mythen aber wird in verschiedenem Umfang über die Schrecknisse dieses Weltenbrandes berichtet, sodaß wir von allen Kontinenten die einschlägigen Nachrichten haben: Von Nordeuropa (Völuspa, Vers 39) über ganz Asien hin, und zwar von Nordwest-Sibirien bis zum Südost-Rand dieses Großkontinentes, von Australien, gelegentlich auch von pazifischen Inseln, bis zu den Eskimos und den Indianern Amerikas vom arktischen Kanada bis Feuerland im Süden.

Abb. 2 Die sibirischen Wogulen (Mansen) berichten, dass während des Sintbrands nicht nur alle Bäume und Gräser verbrannt seien, sondern dass auch die Erde selbst eine Elle tief ausgebrannt wurde. (Foto: Eine Wogulen-Familie im Jahr 1901)

Es ist auch hier wiederum nicht möglich, auch nur auswahlmäßig einen einigermaßen breiten Querschnitt über dieses schreckliche Erlebnis der Menschheit zu bringen. Das Feuer nahm weltweit einen derartigen Umfang an, daß nicht nur, wie z. B. die Wogulen (Abb. 2) in Nordwest-Sibirien erzählen, alle Bäume und Gräser verbrannt sind, sondern auch die Erde selbst eine Elle tief ausgebrannt wurde, oder, wie die Inder im Matsya Purana berichten, daß "die ganze Erde verbrannt und in Asche verwandelt wurde" bzw. alles "samt Beweglichem und Unbeweglichem sofort zu Asche wurde."

Zur Charakterisierung des Ausmaßes dieser "sich mit rasender Geschwindigkeit hinwälzenden Feuerwalze" mögen ein paar Sätze von benachbarten Indianerstämmen aus dem Gebiet von Kalifornien dienen [3]: Der Nordwintun-Stamm [4] berichtet, daß sich das Feuer so rasch ausbreitete, daß der ganze Stamm in Kürze von drei Seiten eingeschlossen war und der letzte Versuch, nach Norden durchzubrechen, mit Ausnahme von zwei Menschen scheiterte, sodaß alle anderen umkamen: "Die Felsen barsten, die Erde brannte, es brannte alles; gewaltige Rauchwolken stiegen auf; Feuerbrände flogen gen Himmel." Die östlichen Nachbarn dieses Stammes, die Yana, vermelden Gleiches: "Es brannte überall. Die Felsen barsten vor Hitze, das Wasser verdampfte, die Berge waren mit Rauch bedeckt." Der südliche Nachbarstamm, die Pomo, wollten sich vor der Hitze ins Wasser flüchten, "aber das Wasser begann zu sieden und tötete die Menschen so." Analoge Schilderungen kamen von den Patwin im Süden: "Das Feuer brannte ganz fürchterlich. Es raste mit schrecklicher Schnelle südwärts, alle Dinge auf Erden verzehrend, Menschen, Bäume, Felsen, Tiere, Wasser, ja die Erde selbst." Und ähnlich die Miwok im Südosten, die außer der großen Schnelligkeit, mit der das Feuer heranjagte, das Brüllen und die entsetzliche Hitze hervorhoben.

Abb. 3 Manche Vorfahren des Volkes der Pomo in Kalifornien wollten sich vor der Hitze des Sintbrands ins Wasser flüchten, doch das begann zu sieden und tötete die Menschen. (Bild: Kal-si-wa, eine Frau aus dem Volk der Pomo. Gemälde von Grace Hudson)

Die Intensität kommt am besten in jenen Schilderungen zum Ausdruck, in denen mitgeteilt wird, daß schließlich Gott selbst vor dieser Katastrophe ohnmächtig geworden war: So die Pomos (Abb. 3) in Kalifornien, denen ihr Gott Marumda auf ihr flehentliches Bitten um Hilfe antwortete: "Wie kann ich euch retten, wenn ich selber verbrannt werden soll!" Oder der Gott der Yámana in Feuerland (beachte Name!), Tarnuwa-Lem, der angesichts des immer weiter zunehmenden Tobens des Feuers die Hitze wieder wegnehmen wollte, aber nicht mehr konnte. Bezeichnend auch die Schilderungen der Yurakarés in Bolivien, die dem Geologen und Forscher Alcide d'ORBlGNY 1839 gegeben worden sind, daß nur ein einziger Mann ihres Volkes übrig blieb, der sich samt Lebensmitteln in eine Höhle geflüchtet hatte und dort viele Tage lang das Wildfeuer abwarten konnte. Höhlen boten die einzige Chance, dieses Höllenfeuer zu überstehen, wie z. B. die Traditionen in Mexiko besonders betonen. Gerade auch aus Mexiko stammen ergreifende Schilderungen der Azteken über die vom rasenden Weltenbrand Eingeschlossenen, deren Seelen sich dann, als kein Ausweg blieb, in Vögel und Schmetterlinge verwandelten und gen Himmel flogen.

Über die bei diesem Weltenbrand entwickelte Hitze gibt die Schilderung lokaler Episoden Auskunft. So bestätigen verschiedene Meldungen der nordamerikanischen Indianer und solche aus dem Nahen Osten, daß die Hitze das Wasser nicht nur zum Kochen brachte, sondern imstande war, Flüsse, ja sogar große Ströme wie den Euphrat, auszutrocknen. Wir nehmen an, daß dieses mehrfach geschilderte Austrocknen der Ströme dadurch tatsächlich — und zwar extrem rasch, noch vor Eintreffen der Flutwelle — möglich war, daß die Wucht des Hitzepuls in Impaktnähe als glühender Orkan mit 1200 km/h Geschwindigkeit die Wassermassen hochriß, zerstäubte und zugleich verdampfte.

Diese extreme Hitze scheint nur in Nähe von Impaktzentren aufgetreten zu sein. Einen weiteren Hinweis auf die hohen Temperaturen, der durchaus auch ernst genommen werden muß, gibt die Mitteilung persischer Mythen, daß beim Weltenbrand Erzadern anschmolzen, sodaß sich das flüssige Metall ergoß [5]. Der Schmelzpunkt der meisten häufigen Erze liegt um ein Beträchtliches über 1000 °C. Solche Temperaturen sind beim Sintbrand aber leicht zu erwarten, da, wie vom Studium des Weltbrandes aus der Endkreidezeit durch verschiedene Forscher betont worden ist, der sich entwickelnde Ruß und Rauch über den Flächenbränden die Hitze so stark zurückstrahlte, daß sie immer weiter aufgeschaukelt wurde. Wir wissen auch von Großbränden aus Chicago (1871), aus San Francisco (1906) oder von jenen nach den Atombombenangriffen auf japanische Städte oder nach dem Flächenbombardement in Dresden im Zweiten Weltkrieg, daß durch die rasende Thermik über dem Brandherd sich konzentrisch wirkende Orkane entwickeln, die beständig genügend neuen Sauerstoff herbeiführen, sodaß dort in den genannten Fällen Temperaturen von 1700-1800 °C erreicht worden sind. Analoge Temperaturen kann man beim Sintbrand des Sintflut-Impaktes erwarten.

Verständlich ist in unserem Fall auch die rasende Ausbreitung dieses Feuers mit derartiger Hitze, sodaß es in Kürze das gesamte Erdenrund ergriffen hatte. Dies vor allem auch deshalb, da wir es ja mit sieben Explosionszentren [6] rund um den Globus zu tun haben, von denen jeweils der Hitzesturm ausging, alles weithin in Flammen setzte, und darüberhinaus der glühende Fallout in so vielen Regionen und untergeordnete Impakte am Festland das ihrige dazu beitrugen.

Eine exzellente Bestätigung der aus dem Ausmaß von Ruß, Holzkohlen und Harzresten in der Grenztonschicht des Endkreide-Impaktes von Wendy S. WOLBACH abgeleiteten Theorie des Weltenbrandes mit all ihren Details fand dieses Szenarium durch die Augenzeugenberichte über diesen selbst miterlebten Sintflut-Sintbrand: Die Inder schilderten den vom Ruß gefärbten tiefschwarzen Regen zur Zeit der Sintflut, die Klamath-Indianer aus Oregon berichten ebenso wie die Quiché in Guatemala in ihren Flutsagen, daß brennendes Harz auf die Erde regnete, in dem Matsya Purana der Inder wird darüber hinaus mitgeteilt, daß bei der Weltkatastrophe glühende Holzkohle vom Himmel regnete. Wendy S. WOLBACH wird nicht erwartet haben, daß ihre vielfach sogar angegriffenen theoretischen Ableitungen so rasch durch unmittelbare Zeugen eines Impaktes so glänzend bestätigt werden.



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Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Edith Kristan-Tollmann und Alexander Tollmann ist ihrem Papier Der Sintflut-Impakt The Flood impact entnommen, das in den Mitteilungen der österreichischen geologischen Gesellschaft 84, Wien, Juni 1992, S. 1-63, erstveröffentlicht wurde. Redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de, Publikation mit freundlicher Genehmigung von Herrn Raoul Tollmann, dem Sohn und Erben der beiden AutorInnen.

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Zu entsprechenden Forschungsergebnissen siehe bei Atlantisforschung.de auch: "Neue Erkenntnisse zum endeiszeitlichen Impakt-Ereignis - Der globale Klimasturz des Jüngeren Dryas wurde von einem Feuersturm ausgelöst, der mit jenem nach dem Endkreide-Einschlag vergleichbar ist, welcher das Aussterben der Saurier verursachte. Aktuelle Befunde stützen die Annahme eines gravierenden Impakt-Vorgangs vor ca. 12800 Jahren." (red)
  2. Siehe: A. SCHOTT, "Das Gilgamesch-Epos - Neu herausgeg. von W v. SODEN", Stuttgart (Reclam-Universal-Bibliothek), 1984, S. 97
  3. Siehe: W. MÜLLER, "Die ältesten amerikanischen Sintfluterzählungen", Inaug.-Diss. Phil. Fak. Universität Bonn, VIII, Bonn (Druck Ludwig), 1930, S. 72 ff.
  4. Red. Anmerkung: Siehe dazu bei Atlantisforschung.de einführend auch: "Sintbrand- und Sintflut-Überlieferung der Wintun-Indianer" (red)
  5. Siehe: K. ZlEGLER et al., "Weltuntergang in Sage und Wissenschaft" — Aus Natur und Geisteswelt, Leipzig (B. G. Teubner), 1921, S. 38
  6. Red. Anmerkung: Vergleiche dazu: Edith Kristan-Tollmann und Alexander Tollmann, "Sintflut-Impakt und Mega-Erdbeben" (1992)

Bild-Quellen:

1) أحمد زين (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Wildfires in lebanon 2019.png (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung 3.0 nicht portiert“)
2) Scherer, Nabholz (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Family of Mansi 1901.png
3) Grace Hudson, 1865–1937 (Urheberin) bei Wikimedia Commons, unter: File:A Pomo Dancer (Kal-si-wa, Rosa Peters) by Grace Hudson.jpg