Atlantis in Mittelamerika - Rätsel der präkolumbischen Vorzeit

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Karibisch-mittelamerikanische Urkulturen und Atlantis

(red) Die ersten spanischen Eroberer standen staunend vor den kolossalen und - selbst aus heutiger Sicht - futuristisch anmutenden Kulissen der großen Azteken- und Maya-Metropolen Mittelamerikas. Einige Gebildete unter ihnen, wie der Jesuit und Platon-Kenner Don Carlos de Siguenza [1], vermuteten schon damals, es handle sich bei ihren Bewohnern um späte Nachfahren von Völkern, die von jener Großinsel oder Inselgruppe stammten, welche das historische Vorbild für Platons versunkenes Atlantis darstellte.

Bis heute erregt die Frage nach den Ursprüngen der präkolumbischen [2] Zivilisationen Mittelamerikas (siehe etwa: Geheimnisvolle Maya - woher stammte ihr erstaunliches Wissen? von unserem Redaktions-Mitglied Roland M. Horn das Interesse schul- und grenz-wissenschaftlicher Forschung. Im letztgenannten Bereich wurden gerade in jüngerer Zeit verschiedene neue Theorien entwickelt, die Atlantis entweder auf dem mittelamerikanischen Festland vermuten, oder aber in der benachbarten Karibik ausmachen.

So präsentiert unser Gastautor Gene D. Matlock seine Lokalisierung eines bronzezeitlichen Atlantis, das vor etwa 3200 Jahren im Golf von Mexiko versank (siehe dazu: Atlantis in Mexiko - die Theorie des Gene D. Matlock sowie Mexiko, Atlantis und die alten Inder von Gene D. Matlock). Dieses Reich von Atlantis, das große Teile des amerikanischen Doppelkontinents dominierte, soll maßgeblich durch transpazifische Kontakte mit Kolonisten und Handelsreisenden aus Indien geprägt worden sein.

Abb. 1 Rekonstruktion eines Teils der futuristisch anmutenden Azteken-Hauptstadt Tenochtitlán. (Der Künstler ist uns leider nicht namentlich bekannt.)

Während Matlock mit linguistischen und kultur-historischen Argumenten die Bedeutung von alt-indischen Kultur-Transfusionen für das Entstehen der bekannten Hochkulturen Mexikos hervorhebt (siehe dazu auch: Die Ursprünge der Olmeken liegen in Indien von Gene D. Matlock), betonen andere alternative Prähistoriker frühe schwarz-afrikanischer Einflüsse (siehe dazu z.B.: Die beerdigten Olmeken-Skulpturen in Mexiko von William R. Corliss sowie Afrikanische Skelette in Mittelamerika von Dr. Clyde A. Winters; oder Schwarze Zivilisationen Alt-Amerikas (Muu-Lan) und Mexikos (Xi) von Paul Barton).

Zu den zahlreichen Evidenzen, welche die landläufigen Vorstellungen zur Paläo-Historie Mittel-Amerikas auf den Kopf stellen, gehören auch die 'Acambaro-Artefakte', kunsthandwerkliche Objekte, deren Alter im Einzelfall auf bis zu ca. 6500 Jahre datiert wurde (siehe z.B.: Die Acambaro-Artefakte - Neues Museum präsentiert mehr als 4000 Jahre alte Relikte einer unbekannten Kultur von unserem Gastautor Luc Bürgin). Diese häufig zu Unrecht in toto als "Fälschungen" abklassfizierten Artefakte [3] deuten nachdrücklich auf die Existenz kultureller Komplexe in Mittel- und Süd-Amerika hin, die noch vor die Zeiten dieser vermuteten Kontakte und Diffusionen 'amerinder' Meso-Amerikaner mit alten Indern und Afrikanern zurückreichen.

Woher stammten die Menschen der ältesten Acambaro-Kulturen, die u.a. mit Reptilien interagierend abgebildet sind, wobei sie bisweilen mit den Tieren zu spielen scheinen, manchmal aber auch in Kämpfe mit ihnen verwickelt sind? Wann kamen sie nach Mittelamerika - und woher kamen sie? Repräsentieren sie die ersten Mittelamerikaner mit entwickelter Kultur, oder kamen sie als Neu-Siedler in ein entvölkertes Land, dessen vormalige Bewohner Naturkatastrophen entsetzlichen Ausmaßes zum Opfer gefallen waren?

Hinweise auf kataklysmische Ereignisse, denen eine Uralt-Zivilisation in Mexiko erlegen sein könnte, liefert ein Kurz-Bericht über William Niven´s verlorene Stadt von Prof. Ivar Zapp und George Erikson. 1998 haben die beiden Autoren mit "Atlantis in America" auf die Spuren einer weit prähistorischen Seefahrer-Kultur im karibo-amerikanischen Großraum hingewiesen, zu deren Hinterlassenschaften auch die mysteriösen Steinkugeln von Costa Rica gehören (siehe dazu auch: Die Steinkugeln von Costa Rica sowie: Was wissen wir über die Steinkugeln von Costa Rica? von William R. Corliss).

Abb. 2 Alte Seekarten - wie die mysteriöse 'Piri-Reis-Karte' - zeigen, auch im westatlantischen, karibo-amerikanischen Raum, oft eine umfangrei- chere Inselwelt als wir sie heute kennen. Wurden dort Landgebiete gezeigt, die schon lange zuvor in den Wellen versunken wa- ren?

Mit dem Ende der Eiszeit brach in beiden Hemisphären der atlantischen Welt auch das Ende eines zivilisations-geschichtlichen Ära an; ein Ende, das mit verheerender Gewalt die Tier- und Pflanzenwelt dezimierte und auch den Lebensraum und die Lebensweise der Menschen dramatischen Veränderungen unterwarf (siehe: Das Ende der Eiszeit - Epoche der Katastrophen von Graham Hancock). Besonders gravierend müssen die Auswirkungen dieser Umwälzungen im westatlantischen, karibo-amerikanischen Raum gewesen sein, wo es möglicherweise noch vor wenigen tausend Jahren eine oder mehrere größere Landmassen existierten [4].

Gerade in diesem karibo-amerikanischen Großraum scheint damals - was die klimatischen Verhältnisse [5] angeht - tatsächlich ein 'Goldenes Zeitalter' sein Ende gefunden zu haben (siehe auch: Das Goldene Zeitalter - Atlantis in der Karibik von Peter Marsh). Dass es in den Mythen und Legenden karibischer und amerinder Völker noch massive Hinweise auf diese 'vorsintfutliche' Welt gibt, machte 1952 der britische Atlantisforscher Harold T. Wilkins in Secret Cities of Old South Amerika deutlich. Mit diesem Thema und mit Wilkins´ Werk befasst sich auch Atlantisforschung.de-Redakteur Bernhard Beier mit einem längeren Beitrag unter dem Titel: Iere - Das Atlantis der Kariben.

Dieser anzunehmende karibo-amerikanische Kulturraum, der vermutlich auch das Gebiet der heutigen Bahamas einschloss, bietet natürlich diverse geographische Ansätze zur Lokalisierungen der gesuchten Atlantier-Metropole fernab des mittelamerikanischen Festlands. Die beiden bekanntesten Lokalisierungs Theorien stammen von dem britischen Alternativ-Historiker Andrew Collins, der die heutige Insel Kuba als Überrest des 'historischen Atlantis' betrachtet (siehe: Kuba - das karibische Atlantis (bb) sowie Neues zu den megalithischen Funden vor der Westküste Kubas von Linda Moulton Howe), sowie von dem italienischen Mathematik-Professor Dr. Emilio Spedicato, der die 'Westindische' Insel Hispaniola zum Gegenstand seiner atlantologischen Überlegungen gemacht hat (siehe dazu: Hispaniola und die Atlantis-Theorie des Professors).

Team Atlantisforschung.de


Beiträge zur Prähistorie des karibisch-mittelamerikanischen Großraums

Atlantis in Mexiko - die Theorie des Gene D. Matlock (red)

Mexiko, Atlantis und die alten Inder Gene D. Matlock)

Geheimnisvolle Maya - woher stammte ihr erstaunliches Wissen? (rmh)

Die Acambaro-Artefakte (Luc Bürgin)

William Niven´s verlorene Stadt (Ivar Zapp & George Erikson)

Die Steinkugeln von Costa Rica (bb)

Was wissen wir über die Steinkugeln von Costa Rica? (William R. Corliss)

Hispaniola und die Atlantis-Theorie des Prof. Dr. Emilio Spedicato (red)

Iere - Das Atlantis der Kariben (bb)

Kuba - das karibische Atlantis (bb)

Neues zu den megalithischen Funden vor der Westküste Kubas (Linda Moulton Howe)

Das Goldene Zeitalter - Atlantis in der Karibik (Peter Marsh)


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: Zu de Siguenza und seinen Aktivitäten im heutigen Mexiko siehe auch: Die Besiedlungsgeschichte Amerikas und das Atlantis-Problem, Teil III, Atlantis und das 'Heiden-Paradigma': christlich-europäischer Kulturimperialismus im nachkolumbischen Amerika von Bernhard Beier
  2. Anmerkung: PRÄKOLUMBISCH = "aus der Zeit vor Kolumbus' >Entdeckung< Amerikas stammend"; Ausdruck aus der amerikanischen Geschichtsforschung und Archäologie, mit dem Kulturen bzw. kulturelle Relikte oder auch Objekte klassifiziert werden, die bereits vor diesem vermuteten Erst-Kontakt indigener Amerikaner mit den modernen Europäern existierten.
  3. Anmerkung: Zu den 'Acambaro-Artefakten' siehe auch: Präkolumbische Kunstwerke und Dinosaurier in Amerika, Teil II, Mittelmamerika: Die Acambaro-Objekte (bb)
  4. Anmerkung: Vergleiche zu auch: Der geologische Streit um den versunkenen "Kleinkontinent" im Atlantik (bb), sowie: Vor etwa 11 000 Jahren: Impaktkatastophe erschüttert Nordamerika - Die Carolina-Buchten und das Ende des Goldenen Zeitalters in Amerika von Peter Marsh.
  5. Anmerkung: Vergleiche dazu auch: Klimatologie, Zivilisations-Geschichte und Atlantisforschung (red) sowie: Abrupter Klimawechsel vor 11 000 Jahren von Andrew Collins

Bild-Quellen

(1) http://spaceguide.hit.bg/images/Civilizations/glaven%20hram%20Tenochtitlan.jpg (2) http://www.crystalinks.com/pirimap2.jpg