Brinsley Le Poer Trench über Atlantis und Tiahuanaco (1962) - Teil 1

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Was ist mit der Menschheit passiert, nachdem die atlantische Zivilisation unterging? Wie hat die Menschheit reagiert, nachdem die Natur verrückt spielte? Wo haben Samen der menschlichen Kultur überlebt? Wann hat sich die Welt von den Auswirkungen der Katastrophe erholt? Wer hat den Rehabilitationsprozess eingeleitet? Wurde das Wissen um die Quelle des Weltfortschritts unterdrückt und der reifenden der Menschheit vorenthalten?" [1]

Vorbemerkung

Abb. 1 Brinsley Le Poer Trench (1911-1995) (Bild-Quelle)

(bb) Brinsley Le Poer Trench (1911-1995) (Abb. 1) darf man wohl ohne weiteres als schillernden 'Exoten' der grenzwissenschaftlichen Autorenlandschaft seiner Zeit betrachten. Vor allem als Ufologe bekannt geworden, war er einer der Pioniere dessen, was wir heute als Prä-Astronautik oder Paläo-SETI-Forschung bezeichnen. Dabei neigte der Britische Earl (Graf) zur Entwicklung recht phantasievoller und extremer Hypothesen. So postulierte er in diesem Zusammenhang beispielsweise, Adam und Eva - die er als experimentelelle Schöpfungen von Außerirdischen ansah -, Noah und weitere Charaktere des Alten Testaments hätten ursprünglich auf dem Mars gelebt... [2]

Zudem vertrat Le Poer Trench später auch eine Art Hohlwelttheorie. Er meinte, es gebe sowohl in der Nord- als auch in der Südpolregion Eingänge ins Erdinnere, wobei dieses "aus großen Tunnelsystemen" bestehe, " welche eine große Höhlenwelt miteinander verbinden. Trench glaubte auch, dass der verlorene Kontinent Atlantis tatsächlich einmal existierte und dass diese Tunnel wahrscheinlich von den Atlantern auf der ganzen Welt für verschiedene Zwecke errichtet wurden." [3] Auch Reptiloide sollen dort leben. [4]

Was Atlantis angeht, so war es für Brinsley Le Poer Trench allerdings schon ein Thema, bevor er seine Hohlwelt-Ideen zu entwickeln begann. Dies zeigt u.a. sein 1962 erstveröffentlichtes Frühwerk Men Among Mankind (Abb. 2), aus dem wir nachfolgend einige relevante Passagen zitieren.

Aus Le Poer Trenchs Buch 'Men Among Mankind'

Abb. 2 Das Front-Cover einer Ausgabe von Men Among Mankind aus dem Jahr 1963 (Bild-Quelle)

Auf Atlantis geht der britische Autor - nach einem kleinen Exkurs über Schlangen- und Sonnenanbetung in alten Kulturen - bereits im ersten Kapitel (Hewers of Stone) ein, wozu er einleitend feststellt: "Die meisten Autoritäten erwägen, dass der Mittelmeer-Raum die Wiege der Kultur war, und sie erkennen Ägypten als deren Ursprung an. Ist diese weit verbreitete Ansicht im Wesentlichen korrekt?. Es gibt Evidenzen, die mitbzuerücksichtigen sind, und die auf den Atlantische Ozean hinweisen, und auf die Britischen Inseln als Ausgangspunkt, von dem aus die Phönizier, die Kelten und andere hingingen, um der Welt zu zeigen, wie man mit Schiffen segelt, Nahrungsmittel produziert, Bier braut, Mineralien abbaut und Pyramiden sowie andere zyklopische Bauwerke errichtet. Diese waren, wie ich vorbringe, die Atlantier, welche die Welt kolonisierten. Darüber hinaus sind, wie wir sehen werden, die Menschen Britanniens [orig.: "British people"; d.Ü.], gemeinsam mit ihren amerikanischen Abkömmlingen, atlantischer Abstammung." [5]

Nach dieser Einführung skizziert Le Poer Trench zunächst sein chronologisches Untergangs-Szenario für Atlantis, welches er in 'klassischer' Manier als Großinsel im Atlantik: (Abb. 3) betrachtete: Atlantis, jenes großartige Reich des Sonnenuntergangs, versank vermutlich in drei primären Stufen in den Wassern des Atlantischen Ozeans. Es gibt Grund zur Annahme, dass etwa 25.000 v.Chr. an der Erdoberfläche eine ungeheure seismische Umwälzung auftrat, es gibt starke Hinweise darauf, dass es gegen 13.000 v.Chr. eine weitere gab, und schließlich wurde gegen 9500 v.Chr. die Insel des Poseidon überflutet (dazu haben wir Platos Bericht). Die Britischen Inseln blieben indes übrig!" [6]

Abb. 3 Brinsley Le Poer Trench betrachtete Atlantis als große versunkene Landmasse im Atlantischen Ozean.

Leider folgen nun keine näheren und überprüfbaren Ausführungen zu den "drei primären Stufen" des Untergangs von Atlantis. Was die erste betrifft, verweist Le Poer Trench (op. cit. S. 20) lediglich vage auf "okkulte Überlieferungen", nach denen die Atlantier vermutlich schon vor mehr als 25.000 Jahren einen "sehr hohen Grad wissenschaftlicher Errungenschaft" errreicht haben sollen ("Zweifellos verfügten sie über Raumschiffe und kommunizierten mit anderen Planeten"). Er kolportiert offenbar - ohne Quellenangaben - aus der einschlägigen Literatur, dass die Alten Atlantier zunächst eine ethisch hochstehende Zivilisation aufgebaut hatten, welche dann nach und nach immer "materialistischer" wurde. Ihre Angehörigen hätten Massenvernichtungswaffen entwickelt, die sogar noch fürchterlicher gewesen seien, als "jene nuklearen, mit denen Wahnsinnige in unserer Zeit die Welt in Schrecken versetzen." Schließlich hätten sie einen groß angelegten Krieg begonnen (gegen wen verrät Le Poer Trench nicht) und "entfesselten Kettenreaktionen einer todbringenden Kraft, weit jenseits ihrer Möglichkeiten sie unter Kontrolle zu halten. Dieser Holocaust hatte seismische Turbulenzen zur Folge und endete mit der Vernichtung des größeren Teils von Atlantis. Große Flutwellen schwappten über die Welt - Landmassen verschoben sich - und große Teile der Bevölkerung kamen um." [7]

Abb. 4 Hans Schindler Bellamy (1901-1982) wurde ebenfalls von Le Poer Trench bemüht, um sein persönliches Modell katastrophischer Erd- Menschheits- und Zivilisations-Geschichte zu 'untermauern'.

Hinsichtlich der beiden nachfolgenden Atlantis-Katastrophen, die er postulierte, rief Brinsley Le Poer Trench zunächst Hans Schindler Bellamy (Abb. 4), einen in Österreich geborenen Privatforscher und führenden Verfechter von Hanns Hörbigers 'Welteislehre (WEL)', in den 'Zeugenstand' ruft, wobei er sich gleichzeitig vom Thema Atlantis wegbewegt und nachfolgend der alten Anden-Metropole Tiahuanaco zuwendet. Dazu schrieb er:

"H.S. Bellamy brachte die Theorien Han[n]ns Hörbigers hinsichtlich [der Frage] voran, wie ein anderer Planet in diesem Sonnensystem, Luna, von der Erde eingefangen und zu ihrem derzeitigen Satelliten wurde, dem Mond. Dieses kosmische Ereignis begann vor etwa 15.000 Jahren und verursachte, Bellamy und Hörbiger zufolge, ein plötzliches Trockenfallen der Mongolischen See. [8] [9] Diese gigantische Wasserflut ergoss sich ins Schwarze Meer und durchbrach den Bosporus, um das Mittelmeer zu schaffen, das zuvor nicht existierte.

Diese Ereignisse veränderten, gemeinsam mit klimatischen Veränderungen, das Antlitz des Globus. Das andauernde Reißen, Verdrehen und Wenden [orig.: "wrenching, twisting and turning"; d.Ü.] der Erde in diesem ungeheuren kosmischen Umbruch mit Luna verursachte die Bildung von Verwerfungen auf der Erdoberfläche und die Erhebung von Bergen [...] Die Rock Mountains, das Kaskadengebirge und die Anden in Amerika, der Himalaya in Asien und die Alpen in Europa waren zuvor entweder noch gar nicht da, oder sie hatten in keiner Weise ihre gegenwärtige Größe zu Stande gebracht." Dazu zitiert Le Poer Trench ergänzend auch noch kurz Immanuel Velikovsky: "Das große Massiv des Himalaya erhob sich erst im Zeitalter des modernen, genau genommen des historischen, Menschen zu seiner gegenwärtigen Höhe." [10] [11]

Nun bei Tiahuanaco angelangt, fährt er fort: Es gibt "...Überreste einer verwüsteten, in 12.000 Fuß [ca. 3658 m; d.Ü.] Höhe in den Anden gelegenen Stadt. Dies ist Tiahuanaco mit mit seinen großen monolithischen Strukturen aus [zum Teil?; bb] 200 Tonnen schweren Steinen. Es liegt in der selben Höhe und nicht weit vom Titicacasee entfernt. Als es zu der Katastrophe mit der plötzlichen Anhebung der Anden kam, wurde Tiahuanaco nach dem Ansturm von Flutwellen auf das Land gewaltsam von seiner [ursprünglichen] Position am Meer in seine heutige Hochlage Befördert!

Ein russischer Wissenschaftler, Alexander Kasanzew, schrieb kürzlich, dass auch der See von einem Kataklysmus der Natur auf seine gegenwärtige Höhe angehoben wurde, zuvor [aber] eine Einbuchtung des Meeres war. [12] Wenn man heute den Titicacasee besucht, ist die alte Uferlinie noch zu sehen, sagt Kasanzew. Muscheln und [...] Meerespflanzen dürften zu finden sein, welche bestätigen, dass der See einst einst ein Teil des Meeres war.

Zudem behauptet Kasanzew, die Überreste eines Seehafens seien womöglich noch deutlich wahrzunehmen. Er weist darauf hin, dass sich nicht weit von Tiahuanaco entfernt zyklopische Ruinen befinden, die aus gigantischen Steinblöcken konstruiert sind, und er gibt den treffenden Kommentar ab, dass es selbst in heutiger Zeit eine unmögliche und unvorstellbare Aufgabe wäre, eine derartige Steinmetzarbeit in eine solche Höhe hinauf zu transportieren." [13] [14]


Fortsetzung:


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Promotion-Text zu: Brinsley Le Poer Trench, "Men Among Mankind" (Ausgabe von 1963); online bei: Weiser Antiquarian Books (abgerufen: 30. April 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  2. Siehe: Brinsley Le Poer Trench, "Secret of the Ages UFOs from Inside the Earth]", Panther Books, 1976
  3. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Brinsley Le Poer Trench, 8th Earl of Clancarty" (abgerufen: 30. April 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  4. Siehe: Reptiles from the Internal World (1979)
  5. Quelle: Brinsley Le Poer Trench, "Men among Mankind", London ( Neville Spearman), 1962, S. 20 (Übersetzung des Zitats ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Quelle: ebd.
  7. Quelle: ebd., S. 20-21
  8. Von Brinsley Le Poer Trench dazu als Referenz angegeben: H.S. Bellamy, "Built before the flood : the problem of the Tiahuanaco ruins" [London, 1947]
  9. Red. Anmerkung: Über diese urtümliche 'Mongolische See' - mag sie nun existiert haben oder auch nicht - ist bei einer Schnellsuche im Internet praktisch nichts zu finden - jedenfalls nicht unter diesem Namen. Lediglich auf einer der Pflege der Ideen Hörbigers gewidmeten Webseite haben wir das folgende kurze Zitat in Sachen 'Sintflut' gefunden, in welchem aber offenbar nicht Anhänger der Welteislehre gemeint sind: "Andere Fachgelehrte wieder meinen, ein mongolisches Meer habe das innerasiatische Becken erfüllt, und gewaltige Erdbeben sollen dann dessen Abfluß bewirkt haben..." Quelle: Privatinstitut für Welteislehre, unter: "Entschlüsselung der Mythen durch die Welteislehre (II) - Mythen um die Sintflut". Als Referenz wird dort angegeben: Rudolf Elmayer von Vestenbrugg, "Eingriffe aus dem Kosmos: Erdsatelliten, kosmische Katastrophen, Sintflut, Atlantis, wurzellose Hochkulturen der Urzeit, Ergebnisse der drei ersten USA-Mondfahrten, UFO-Sendboten aus dem Weltall, kosmische Eingriffe aus der vierten Dimension" [Erstveröffentl. 1971], 3. Auflage, Freiburg i.B. (Hermann Bauer Verlag KG), 1977 (Webseite abgerufen: 01. Mai 2019)
  10. Anmerkung: Brinsley Le Poer Trench verweist diesbezüglich auf: Immanuel Velikovsky, "Earth in Upheavel" (ohne Angabe der betreffenden Ausgabe), S. 70
  11. Quelle: Brinsley Le Poer Trench, op. cit. (1962), S. 21 (Übersetzung des Zitats ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  12. Red. Anmerkung: Vergl. dazu bei Atlantisforschung.se auch: Immanuel Velikovsky: "Tiahuanaco - die 'unmögliche' Stadt in den Anden"
  13. Quelle: Brinsley Le Poer Trench, op. cit. (1962), S. 21
  14. Referenz nach Le Poer Trench: Ein Artikel von Alexander Kasanzew (seine Transkription: Alexandre Kazantsev) im Le Courrier Interplanétaire in dessen Ausgabe vom September 1961, reproduziert nach der Komsomolskaja Prawda vom 14. Mai 1961

Bild-Quellen:

1) Håkan Blomqvist´s blog - "There is no higher life form than a librarian" - Terry Pratchett, The Science of Discworld, unter: Secret of the ages
2) Weiser Antiquarian Books (Cape Neddick - Maine, USA), unter: TRENCH, Brinsley Le Poer. Men Among Mankind.
3) Maximilian Dörrbecker (Chumwa), bei Wikimedia Commons, unter: File:Karte der Lokalisierungshypothesen zu Atlantis.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de; Lizenz wie bei Wikimedia Commons angegeben)
4) Bild-Archiv Atlantisforschung.de