Ein Brief von Dr. N. Zhirov an Egerton Sykes (Moskau, 2.11.1957)

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Eine kurze Inhaltsangabe des Buches 'Atlantis' ('Атлантида') von N.F. Zhirov

Abb. 1 Dr. Nikolai Feodosjewitsch Zhirov (1903-1970). Das Foto stammt aus dem Privat-Archiv von Natalia Filin, einer Enkelin von N. Zhirov, und gehört zum Fundus des ATLANTIS-MUSEUMS in Moskau)

1.) Der Verfasser (Abb. 1) ist kein Historiker, Archäologe, und auch kein Geologe. Er ist Chemiker, und er ist bemüht, das Atlantis-Problem vom Standpunkt exakter Wissenschaften aus, doch ohne jenen Hyperkritizismus zu behandeln, welcher charakteristisch für Vertreter einiger hoch spezialisierter Wissenschaften ist. Der Verfasser setzt voraus, dass, wenn es geologische Evidenzen für [die Existenz von] Atlantis gibt, diese um so mehr auch beweisbar ist. Die Geschichte des geologischen Studiums dieses Problems ist auch ein historisches Studium des Ringens zwischen zwei geologischen Schulen - der aus sehr früher Zeit stammenden Schule der so genannten Permanenz der Ozeane sowie Kontinente, und der progressiven Schule, welche diese Auffassung verneint. Während die Existenz von Atlantis von den Vertretern der altertümlichen Schule der Geologie nicht zugestanden werden kann, ist seine Existenz für die progressive, moderne Schule sehr wahrscheinlich.

2.) Die historische Legende hat die Erzählung des alten griechischen Philosophen Plato über das Desaster erhalten, welches dem mythischen Kontinent Atlantis widerfuhr. Dieses Desaster wird als eine der größten Transgressionen im Quartär betrachtet, verursacht durch die Absenkung von Bergketten, die sich im späten Tertiär gebildet hatten. Diese größte Transgression des Quartärs umfasste die ganze Welt und überflutete nicht nur Atlantis im Atlantischen Ozean, sondern auch Gebirgsketten [...] Lemurias im Indischen Ozean sowie die westlichen und östlichen Pazifikas im Pazifischen Ozean. Die größte Transgression des Quartärs wird belegt durch die Existenz von submarinen Canyons in allen Ozeanen. Diese unterseeischen Canyons wurden subaerisch [gebildet], was durch viele Wissenschaftler - das Mitglied der Akademie der Wisssenschaften der UdSSR Herrn Berg [1], Herrn G. Bourcart, Herrn G. Lindberg, Herrn R. Malaise (Abb. 5) und andere Wissenschaftler - bewiesen wurde. Die Verteidiger der althergebrachten Auffassung von der Permanenz der Ozeane und Kontinente setzen - was unrichtig ist - voraus, dass diese submarinen Canyons Produkte unterseeischer Strömungen sind, welche speziell zur Erklärung ihres Ursprungs erfunden wurden. Die Hypothese der sogenannten Suspensionsströme [als Verursacher] ist halb-fantastisch und wird nicht durch die Fakten bestätigt.

Abb. 2 Plato, der vermutlich von der Existenz Amerikas wusste, verwies sehr genau auf die Lage von Atlantis im Atlantik.

3.) Eine Betrachtung der Atlantis-Legende, wie sie von Plato in seinen Dialogen "Timaios" and "Kritias" berichtet wurde, belegt einmal mehr, dass Atlantis unmöglich in Amerika, Spanien, oder im Mittelmeer gelegen haben kann, wohin einige derjenigen, die das Problem untersuchten, es platzieren möchten. Plato hat sehr genau auf die Lage von Atlantis im Atlantischen Ozean verwiesen, wenngleich er von der Existenz Amerikas wusste. Die Alte und Neue Welt hatten in sehr alten Zeiten und später untereinander einen länger anhaltenden Verkehr. Zugunsten dieser Meinung gibt es viele Argumente, und ihre Zahl wächst von Jahr zu Jahr. Plato wusste vermutlich von diesen Verbindungen. Der Verfasser [dieses Briefes] setzt als sehr wahrscheinlich voraus, dass Votan, ein Heros des Tzental [Codex] der Maya aus Mittelamerika, dort von Kreta aus gegen Ende des 2. Jahrtausends v.Chr. einwanderte.

Das rätselhafte Tartessos war vermutlich das Königreich von Eumelos, das von Plato erwähnt wird. Später bildete es eine kleine Insel, und wurde schließlich zum Teil in historischen Zeiten überflutet. Daher verliefen die Ausgrabungen von Herrn A. Schulten in Spanien erfolglos. Überhaupt sind alle anderen Positionen von Atlantis an anderen Orten auf der Welt, die nicht im Atlantischen Ozean liegen, anhand der grundlegenden und anerkennenswertesten Teile dieser Legende zu verwerfen.

4.) Auf Grundlage der aus Platos Dialogen stammenden Angaben wurde [vom Verfasser] ein überschlägiger Versuch unternommen, die Außmaße von Atlantis und seiner Bevölkerung in groben Zügen zu kalkulieren. Die Fläche von Atlantis betrug nicht mehr als 100.000 Quadratkilometer, die Länge mehr als 2.000 km, die Breite 500 km und weniger. Der Anbau von Kokospalmen belegt, dass Atlantis 25' N. L. gen Süden lag. Die Bevölkerung von Atlantis betrug in etwa 6.000.000 Einwohner. Dieser Wert wurde anhand von Platos Angaben zur Größe der Armee kalkuliert. Allerdings war der athenisch-atlantische Krieg unzweifelhaft eine patriotische Fiktion Platos, so wie auch die Beschreibung des prä-athenischen Staates [d.h. Ur-Athens; d.Ü.] eine politische Fiktion war. Der Verfasser geht davon aus, dass der Dialog 'Kritias' unzweifelhaft ein Sammelwerk [aus diversen Quellen] ist, und nicht nur eine ägyptische Überlieferung. Er setzt voraus, dass Plato selbst den Schluss des Kritias zerstörte, als er am Ende seines Lebens einräumte, dass der athenisch-atlantische Krieg eine Fiktion war. Der Verfasser geht davon aus, dass es einige Elemente der Gleichartigkeit zwischen Platos Legende und der Geschichte des ägyptischen Gottes Thoth gibt, die im so genannten 'Totenbuch' und den 'Pyramidentexten' niedergeschrieben ist.

Abb. 3 Der beim Untergang von Atlantis entstandene Super-Tsunami könnte der Auslöser für die Entstehung von Mythen über eine globale Sintflut gewesen sein. (Bild: Hans Baldung, Die Sintflut, 1516)

5.) Eine Hypothese wurde [vom Verfasser] vorgestellt, dass der Super-Tsunami, der bei der Überflutung von Atlantis entstand, der Grund für die Entstehung von Mythen über eine globale Sintflut bei den Völkern war, welche die Küsten des Atlantik bewohnten, insbesondere der Ureinwohner Amerikas. Die Information aus der Legende, dass nach dem Untergang von Atlantis an jener Stelle des Atlantis im Atlantiks Schlammbänke zurückblieben, wird folgendermaßen erklärt: es handelt sich dabei um vulkanische Asche. Zunächst fand auch kein tiefes Versinken von Atlantis statt. Die heutige Tieflage kam als Resultat einer nachfolgenden Absenkung zustande. Im Großen und Ganzen ist das heutige submarine Atlantis sowohl in seiner Topographie als auch in seiner Struktur nicht [mehr] das alte subaerische Atlantis.

'6.) Das Studium anderer Legenden über mysteriöse Inseln und Länder im Atlantischen Ozean durch den Verfasser verschaffte ihm Zugang zu der Hypothese von Herrn P. Termier über eine langwierige tektonische Instabilität des Atlantik und zu Untergängen, die sich auch nach dem Versinken des Hauptteils von Atlantis ereigneten. Aus diesem Blickwinkel könnten viele dieser Legenden auf tatsächlichen Ereignissen beruhen, die im Zusammenhang nit solchen Absenkungen stehen, die sich während verschiedener geschichtlicher Epochen bis hin zu unserer historischen Zeit ereignet haben. Diese Ansicht entspricht der von Herrn R. Malaise. Der Verfasser meint, dass die rätselhafte Insel Antillia (Antiglia) mit von Bildern oder Inschriften bedeckten Säulen vermutlich mit dem mysteriösen Land Siriat des ägyptischen Gottes Thoth identisch ist.

7.) Die geologische Wahrscheinlichkeit von Atlantis als einem Kontinent wird vom Verfasser demonstriert in Übereinstimmung mit dem Studium moderner progressiver Ansichten zut Natur und dem Ursprung der Ozeane, zur geologischen Geschichte des Atlantischen Ozeans, einer Beschreibung der Topographie und geologischen Struktur des Meeresbodens und der Daten des Gesteins am Grunde des Ozeans an der Stelle des vermuteten Versinkens von Atlantis. Frau E. Hagemeister zufolge ist eine wahrscheinlichere Lage des untergegangenen Atlantis der nördliche Teil des heute submarinen Mittelatlantischen Rückens (Nordatlantischer Rücken) mit dem Azorenplateau. Der Verfasser meint, dass dieser Kontinent wahrscheinlich sehr späten geologischen Ursprungs ist, [...] d.h. am Ende des Miozäns oder vermutlich im Pliozän [entstand] und bis zum Ende des Pleistozäns und womöglich noch später existierte, doch in abnehmenden Dimensionen. Es war der jüngste Kontinent der nördlichen Hemisphäre.

Abb. 4 Auch der gefeierte sowjetische Geologe Vladimir A. Obruchev (1863-1956) vertrat die Ansicht, Atlantis sei am Ende des Pleistozäns im Atlantik versunken. (Bild: Eine sowjetische Briefmarke, die annlässlich von Obruchevs 100. Geburtstag herausgegeben wurde)

Die Überschwemmung von Atlantis stellt die exakte chronologische Grenze zwischen Pleistozän und Holozän dar. Die Meinung [des Verfassers] zur Existenz von Atlantis steht in Übereinstimmung mit den Ansichten und Befunden herausragender sowietischer Geologen, Geotektoniker, Ozeanologen und anderer Wissenschaftler, wie zum Beispiel insbesondere des Mitglieds der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Herrn Obruchev, der Geologen W. Beloussov, A. Mazazowich, D. Mushketov, der Ozeanologin Frau M. Klenova und anderer. Eine entsprechende Meinung vertritt Herr R. Malaise auf Grundlage der Ansichten skandinavischer Wissenschaftler. Gegenwärtig gibt es mehr exakte wisenschaftliche Daten, die für die geologische Existenz von Platos Atlantis gegen Ende des Pleistozäns sprechen als solche dagegen.

8.) Eine Anzahl von Fakten mittelbarer Wichtigkeit, die von Frau Hagemeister erwähnt werden, stimmen ziemlich mit der traditionellen Datierung der Atlantis-Katastrophe überein. Diese Fakten sind: Das Alter des Ursprungs submariner Gesteinsmassen (P. Termier), the Perioden der Vorstöße des Golfstroms in den Arktischen Ozean (M. Yermolayev), die Datierung gigantischer Vulkanausbrüche im Nordatlantik (M. Bramlette und W. Bradley) und das Ende der Eiszeit in Europa (A. Shnitikov). Folglich steht das Faktum der Haupt-Uberflutung von Atlantis im 10. Jahrtausend v.Chr. völlig in Übereinstimmung mit den Angaben, die in Platos Legende gemacht werden.

Auch das Studium von Boden-Kernbohrproben, die von Herrn C. Piggot gesammelt wurden, zeigt, dass der Nordatlantische Rücken eine subaerische Grenze zwischen zwei Meeresströmungen war - einer südlichen warmen, westlich des Rückens, und einer nördlichen kalten, im Osten des Rückens, was von Herrn R. Malaise nachgewiesen wurde. Er denkt, dies sei bis einige Jahrtausende nach der Haupt-Überflutung von Atlantis so gewesen. Platos Atlantis (Nord-Atlantis) war lediglich der nördliche Teil von Groß-Atlantis. Der zweitgrößte Teil von Groß-Atlantis, das südliche Atlantis in der südlichen Hemisphäre, versank früher als das nördliche. Botanische und andere Daten zeigen, dass die Subsidenzen von Süden nach Norden verliefen. Es ist wahrscheinlich, dass der vollständige Untergang von Süd-Atlantis später als das mittlere Pleistozän beendet war.

9.) Der Verfasser gibt einen allgemeinen Überblick zur vermutlichen Örtlichkeit von Atlantis vor dem Haupt-Untergang, zu den Meeren, die es umgaben, und ihren Strömungen. Es ist eher wahrscheinlich, dass das nördliche Atlantis, das nahe beim Äquator endete, aus drei Teilen bestand: der größten Insel Azoris (Poseidonis) am Fuß der Azoren-Platte, der weiter südlichen und schmaleren Insel Antilia und einem äquatorialen Archipel. Es wird dazu auch eine schematische Karte vorgelegt. Die Geschichte von Atlantis wird übereinstimmend mit Herrn R. Malaise präsentiert. Er liefert die beste geologische Darstellung des Atlantis-Problems. Wenn die Hypothese von Herrn R. Malaise zu einem sehr späten Absinken des Rests von Atlantis korrekt ist, so denkt der Verfasser, dass auf diese Weise [auch] die Geschichte von Odysseus zu erklären ist, dem Helden des westlichen Mittelmeers und vermutlich König des prähistorischen Malta, der später von den alten Griechen in Besitz genommen wurde.

Abb. 5 Zhirovs Ansichten zu 'Atlantis im Atlantik' deckten sich weitgehend mit jenen seines schwedischen Kollegen Dr. René Edmond Malaise (1892-1978)

Der Verfasser meint zudem, dass zur Zeit des 5. bis 3. Jahrtausends v.Chr. eine große kreisförmige Meeresströmung existierte, deren östlicher Teil sich via Manytschniederung, Wolga, das Baltische Meer oder das Weißen Meer bis zum östlichen Russland ausdehnte. Geologische Daten einiger sowjetischer Geologen zeigen, dass es in dieser Region eine lange Meerenge und einige Seen gegeben haben könnte, die heute aufgrund geologischer Anhebungen nicht mehr existieren.

10.) Eine Begutachtung der Hypothese von Frau E. Hagemeister zum Zusammenhang von Atlantis und dem Golfstrom mit der Bildung und dem Verschwinden der Gletscher in Europa und Nordamerika zeigt, dass dies vermutlich die beste und einfachste Erklärung dieser Fakten ist. E. Hagemeisters Hypothese wurde unterstützt durch das Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Herrn W. Obruchev. Er, ein Geologe und Geograph, bestätigte die Realität der Existenz von Atlantis im Quartär (in einem Brief an den Verfasser und einem Nachwort zum Artikel von Frau E. Hagemeister). Die Vorstellungen von Frau Hagemeister stehen in Übereinstimmung mit der Meinung des herausragenden russischen Klimatologen, Herrn C. Brooks. Die Existenz großer Bergsysteme in der südlichen Hemisphäre könnte die Vergletscherung der Antarktis erklären. Die geologische Geschichte von Atlantis ist nicht nur eng verbunden mit der Geschichte des Atlantischen Ozeans, sondern auch mit der Geschichte des Arktischen Ozeans.

Das Studium seiner Geschichte zeigt, dass nach Ansicht des Verfassers im Tertiär eine große und breite Meeresstraße oder Seeverbindung zwischen den atlantischen und pazifischen Ozeanen existierte. Damals erreichten mächtige warme Meeresströmungen beider Ozeane direkt vom Äquator aus den Nordpol, und dort am Nordpol gab es ein wärmeres Klima. Er nimmt an, dass der jetzt submarine Lomonossow Rücken im Arktischen Ozean am Ende des Tertiärs, [genauer gesagt] am Ende des Pliozäns, als ein weiterer großer submariner Rücken emporwuchs. Die subaerische Existenz des Lomonossow-Rückens war eine mögliche Ursache für die Abkühlung der nordpolaren Region, die am Ende des Tertiärs begann.

11.) Eine kurze Untersuchung des ethnologischen Teils des Problems zeigt, dass es in Übereinstimmung mit Platos Angaben sehr wahrscheinlich ist, dass die Entwicklung einer atlantidischen Kultur mit dem Chalkolithikum übereinstimmt, vergleichbar dem so genannten prädynastischen Ägypten - ein Faktum, welches diesem Aspekt von Platos Legende den mythischen Charakter entzieht. Ein ausführliches Studim von Platos Texten zeigt, dass die Atlanter keine Ziegel, Zement und Mörtel benutzten, sondern Naturstein verwendeten, und zyklopische und megalithische Bauwerke konstruierten. Auch kannten die Atlanter nicht die Kunst des Schmelzens metallischer Legierungen. Sie kannten natürlich vorkommende Metalle und Legierungen sowie Metalle aus dem Einschmelzen [orig.: "direct reduction"; d.Ü.] von Erzen. Obwohl den Atlantern Kupfer und Zinn bekannt waren, kannten sie keine Bronze, ähnlich wie die präkolumbischen Indianer Nordamerikas und die Azteken, Tolteken und Maya Mittelamerikas.

Abb. 6 Grünliche Aurichalcit-Kristalle sowie Goethit aus Marokko. N. Zhirov nahm an, das die Atlanter ihren Oreichalkos durch die Bearbeitung der nach ihm benannten Kristalle gewannen.

Der Verfasser vermutet, dass der mysteriöse Oreichalkos ein natürlich vorkommendes Messing war, welches durch direkte Reduktion des sehr seltenen Minerals Aurichalcit (Abb. 6) produziert wurde. Daher war dieses Messing ein sehr kostspieliges Metall. Archäologische Funde in Ägypten zeigen, dass Messingware im 3. bis 4. Jahrtausend v.Chr. bekannt war, bevor weithin Bronze genutzt wurde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die primitive Metallurgie auf der Grundlage sakralen Brennens von Eisen-Mineralien zu roter Farbe für Bestattungen entwickelte. Spezielle Brennöfen für diesen Zweck, die ans Ende des Paläolithikums (Aurignacien-Solutréen-Kultur[en]) zurückreichen, wurden von sowjetischen Archäologen bei Ausgrabungen entdeckt. Somit war die atlantidische Kultur keine Bronze-Kultur. Sie war eine Kultur der Steine und Megalithen. Die so genannten 'Dolmen-Leute', die ersten 'Seevölker', waren Herrn G. Poisson zufolge direkte Erben und Nachfahren der atlantidischen Kultur. Doch die Auffassung von Herrn Poisson, dass der athenisch-atlantische Krieg ein Krieg zwischen den [...] Rassen der so genannten [Menschen von] Combe Capelle und Cro-Magnon war, ist sehr unwahrscheinlich. Die archäologischen Funde bestätigen diese Möglichkeit nicht, und allgemein betrachtet ist der athenisch-atlantische Krieg der zweifelhafteste Teil von Platos Legende, und führte viele Erforscher des Problems zu falschen Schlussfolgerungen. Der Verfasser meint zudem, dass Poissons Ausschluss von Platos Dialog 'Kritias' vom Studium des Atlantis-Problems voreilig war. Eine aus mehreren Teilen bestehende chronologische Tabelle (geologische Epochen, archäologische Kulturen und Vorfahren des Menschen) mit einer absoluten Chronologie wird [im Buch] dargereicht.

12.) Es ist wahrscheinlich, dass sich eines der Zentren für den Aufstieg des Homo sapiens auf Atlantis befand. Atlantis war dafür sehr geeignet. Das Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Herr P. Ssushkin, nimmt an, dass er sich an gebirgigen Orten, die als Ergebnis tritonischer Bewegungen geformt wurden, aus dem Affen entwickelte. Der Verfasser meint, dass vulkanische Eruptionen die Menschheit schon früh mit dem Feuer versahen, und das reichliche Vorkommen von Obsidian das beste Material für Stein-Werkzeuge bot. Später, auf den Ebenen, wurde der Obsidian durch Flintstein ersetzt. All dies waren Bedingungen für einen beschleunigten Aufstieg des Homo sapiens. Die Archäologie zeigt, dass es für das Paläolithikum viele Fakten für eine forcierte Kultur-Entwicklung gibt. Einige Steinwerkzeuge der Aurignacien-Solutréen-Kultur[en] haben einen neolitischen Charakter aufgrund der für den Menschen [nutzbaren] Brücke zwischen Europa und Amerika. Die ersten Menschen Amerikas kamen während paläolithischer Zeiten aus Atlantis. Dies zeigen chronologisch exakt festgestellte Fakten zur Existenz des altertümlichen Menschen in Amerika, während unpassierbare Gletscher den gesamten Norden Nordmerikas bedeckten. Zu dieser Zeit kam der Mensch nicht über Beringia aus Asien. Die schweren vulkanischen Eruptionen, Erdbeben und Überflutungen vor und nach dem Ende von Atlantis waren die Ursache der ersten großen Migrationen von Völkern im Mesolithikum. Dies waren die ersten, allerdings friedlichen Reisen maritimer Völker, die einige Jahrtausende andauerten.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Brief von Dr. Nikolai Zhirov vom 5. Nov. 1957 an den britischen Atlantologen Egerton Sykes wurde im selben Jahr in dessen Journal 'Atlantis' veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach: atlantisite.com, unter: A Letter from Dr. Zhirov, Moscow, 2.XI.57 to E. Sykes 'a short contents of the book 'Atlantis'...

Fußnote:

  1. (Red. Anmerkung) Siehe: L. S. Berg, "Pndvodniye doliny" (Submarine Täler), USSR Geographical Society, 73, 301 (1946)

Bild-Quellen:

1) ATLANTIS MUSEUM (Moskau), nach: rudocs.exdat.com, unter История возникновения и развития нового научного (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Pasicles bei Wikimedia Commons, unter: File:Plato in Thomas Stanley History of Philosophy.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Mattes bei Wikimedia Commons, unter: File:Baldung, Hans — Die Sintflut — 1516 — upper right — Hi res.JPG
4) Le Corbeau bei Wikimedia Commons, unter: File:Vladimir A. Obruchev (timbre soviétique).jpg
5) Bild-Archive Naturhistoriska riksmuseet, Stockholm / Atlantisforschung.de
6) Géry Parent bei Wikimedia Commons, unter: File:Auricalcite et goethite 1(Maroc).jpg