Grundsätzliches zur Möglichkeit einer Historizität des Iere-Berichts aus Trinidad

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Abb. 4 Auf der Insel Tri- nidad erzählten Natives von einer vorsintflutlichen Landbrücke, die bis nach Südamerika gereicht haben soll. Über Land sollen Goldtransporte auf das heutige Eiland gelangt sein.

(bb) Das Bild, das die Natives aus Trinidad zur Kultur des Volkes von Iere zeichnen (siehe Teil 1 dieses Beitrags), wirkt insgesamt erstaunlich widersprüchlich. Einerseits scheinen wir es mit einer schlichten und friedlichen Gartenbauer-, Hirten- und Sammler-Kultur zu tun zu haben, deren Angehörige naturverbunden von 'Rohkost' leben, Milch liefernde Tiere züchten und lediglich dann gewalttätig werden, wenn sie 'einen über den Durst getrunken' haben. Interessant genug, scheint es auf der angeblich enormen Landmasse Ieres keine Raubtiere oder bejagbares Großwild gegeben zu haben, da die Bewohner sich darauf beschränkten, zur Ergänzung ihres Nahrungs-Angebots Kleintiere zu fangen (vergl. dazu auch: Die Taubenfänger-Mounds auf Tonga von William R. Corliss).

Andererseits sollen die Iere-Leute "sehr reich", fähige Architekten (Pyramidenbau) und Händler gewesen sein, die Kontakte mit zeitgenössischen Kulturen in Südamerika pflegten, was alles in allem eher auf eine entwickelten Städtebauer-Kultur schließen lässt. Diese scheinbaren Ungereimtheiten lassen sich jedoch vermutlich dadurch erklären, dass in den heutigen Fassungen der uralten Mythen vormals separate Schilderungen aus unterschiedlichen prähistorischen Perioden bereits so amalgamiert sind, dass sie als zeitlich homogenes Szenario erscheinen. Wir wollen hier keinen fruchtlosen Versuch einer eindeutigen Chonologisierung der einzelnen Komponenten unternehmen, sondern uns mit der nahe liegenden Vermutung begnügen, dass die Pyramiden-Bauer Ieres und die Kleintier-Jäger keine Zeitgenossen waren.

Aber dürfen wir angesichts einer solch unglaublich erscheinenden Geschichte ü b e r h a u p t voraussetzen, im Rahmen einer Exegese einen oder mehrere historische Kerne isolieren zu können? Ist diese Überlieferung aus Trinidad nicht lediglich ein Produkt menschlicher Phantasie? Aus wissenschaftlichem Blickwinkel - zumindest aus demjenigen des Mainstreams - dürfte jeder Versuch einer euhemeristischen Ausdeutung dieser Erzählung vermutlich auf Protest oder Belustigung stoßen. Vor allem drei grundsätzliche Kritikpunkte sind von dieser Seite zu erwarten, die wir, quasi als advocatus diaboli [1], hier vorstellen wollen:

1) Mythologisches Gegen-Argument: Nach offizieller Lesart gilt es als unmöglich, dass komplexe historische Informationen in Form mündlich überlieferter Mythen über viele tausend Jahre tradiert werden können.

2) Völkerkundliches bzw. historisches Gegen-Argument: S c h w a r z e Karibier, wie Harold T. Wilkens sie u.a. (siehe dazu auch Teil III und Teil V dieser Betrachtung) als Quellen für den Iere-Mythos angibt, leben angeblich erst seit wenigen hundert Jahren auf den Westindischen Inseln. Sie sollen Abkömmlinge jener Afrikaner sein, die von 'modernen' Europäern als Arbeits-Sklaven dorthin verschleppt wurden.

3) Geologisches Gegen-Argument: Während rezenter Zeiträume hat es im atlantischen Großraum angeblich keine geologischen Umwälzungen gegeben, bei denen nennenswerte Landmassen versanken. Landbrücken von der westatlantischen Inselwelt zum amerikanischen Festland haben seit Menschen-Gedenken nicht existiert.

Natürlich ist im Rahmen dieses Beitrags keine umfassende Widerlegung dieser drei paradigmatischen Kritikpunkte möglich, aber es sollte hier zumindest in aller Kürze dargelegt werden, warum sie aus grenzwissenschaftlichem, alternativ-historischem Blickwinkel alles andere als stichhaltig erscheinen und keineswegs eine mögliche Historizität wesentlicher Elemente der darin geschilderten Ereignisse grundsätzlich ausschließen. Dazu wollen wir jeden der genannten drei Punkte zumindest streifen, Gegenargumente vorstellen und auf alternative Sichtweisen hinweisen.

Abb. 5 Mythische Über- lieferungen nordamerika- nischer Indianer werden von der europäisch-amerikanischen Standard-Urgeschichtsforschung ebenso ignoriert, wie die Möglichkeit 'schwarzer' Natives. Im Bild: Zwei 'schwarze' Pelz-Händler vom Stamm der Ottawa, 18. Jahrhundert, im Fort Milchilimackinac im nördlichen Michigan.

1) Zum mythologischen Kritikpunkt: Die Annahme, eine derartige Tradition weit prähistorischer Ereignisse bis in die Gegenwart sei auf dem Wege mündlicher Überlieferung unmöglich, stellt sich aus Sicht des Verfassers vor allem als eurozentristisches Vorurteil konventioneller 'westlicher' ForscherInnen dar. Dieses Vorurteil ergibt sich u.a. aus einer unzureichendem Reflektion der Schrifttums-Kultur, in deren direktem Zentrum (einem 'Universum der Datenträger') sich Schulwissenschaftler zwangsläufig bewegen. Für viele, im euro-amerikanischen Universitätsbetrieb 'zugerichtete' WissenschaftlerInnen erscheint es schlichtweg unmöglich, sich eine nicht schrifttumsbasierte Tradierung historischer Ereignisse vorzustellen, die im Rahmen einer persistenten, horizontalen Kulturentwicklung über viele Jahrtausende hinweg erfolgt.

Dementsprechennd finden beispielsweise die Überlieferungen amerinder Natives zur Besiedlungsgeschichte des amerikanischen Doppelkontinents im Rahmen konventionell-anthropologischer und -urgeschichtlicher Forschung keinerlei nennenswerten Niederschlag, obwohl es durchaus Evidenzen dafür gibt, dass verschiedene indianische Nationen tatsächlich über viele Jahrtausende zurückreichende kulturelle Erinnerungen an die ferne Vergangenheit ihrer Vorfahren verfügen. Gerade seitens der Repräsentanten amerinder Völker wird diese ignorante Haltung vehement kritisiert und auf die nachweisliche Historizität mündlicher Uralt-Überlieferungen verwiesen. Man vergleiche dazu etwa: 'Indianische Urgeschichte' von Prof. emerit. Vine Deloria Jr.; sowie: Beringstraßen-Theorie und indianische Überlieferungen von Itztli Ehecatl.

Und die vielgeschmähte grenzwissenschaftliche Atlantisforschung euhemeristischer, diffusionistischer (siehe dazu auch: Stichwort: Diffusionismus) und katastrophistischer Ausprägung (siehe: Kataklysmik und Atlantisforschung), die auch heute noch im Ruch steht, "Native Americans ihres kulturellen Erbes [zu] berauben"? [2] Im Gegensatz zu den Anhängern des – mittlerweile völlig abgewirtschafteten - Beringstraßen- & Clovis-Paradigma (siehe dazu: Farewell, Clovis! - Vom langsamen Sterben eines Paradigma), stehen gerade "Crackpots" und "Häretiker" den Überlieferungen nativer Amerikaner seit langem äußerst aufgeschlossen gegenüber - nicht zuletzt deshalb, weil aboriginale Mythen und Legenden nicht selten wesentliche Szenarien der Nonkonformisten zur Urgeschichte stützen, oder sogar ihre Grundlage bilden.

Insbesondere Atlantologen und Diffusionisten haben ein besonderes Interesse daran, sich einen Überblick über die enorme Fülle bruchstückhaft in der Literatur erwähnter Überlieferungen zu verschaffen (siehe z.B.: Indianische Ursprungs-Mythen, Atlantis und Meropa), um sie zu auswerten und u.a. zum Ausgangspunkt neuer Konzepte und Szenarien zur Lösung des Atlantis-Problems machen zu können (siehe z.B.: Indigenes Amerika - Erinnerungen an Atlantis von Frank Joseph).

Fast zwangsläufig muss sich vor dem Hintergrund einer solchen alternativ-historischen Betrachtung indianischer Überlieferungen, die offenbar über Millennien hinweg die Erinnerung an erdverändernde Naturkatastrophen, archaische menschliche Variationen und fremde Ethnien, an Migrationen ihrer Ahnen, Kriege usw. wach gehalten haben, wachsender Respekt und größte Hochachtung vor dieser uralten Kultur und ihren Trägern entwickeln!

Bei atlantologischen Überlegungen zur Paläo-Historie Amerikas haben, wenn wir dazu einen Blick in die ältere Literatur und in viele Arbeiten jüngeren Datums werfen, typischer Weise stets die Sagen, Mythen und Legenden der Hochkulturen Südamerikas und Mittelamerikas bzw. heutiger "Indios" im Mittelpunkt des mythologischen Forschungs-Interesses gestanden. Doch auch die Überlieferungen der Ureinwohner Nordamerikas bieten alternativ-historischen ForscherInnen, die auf der Suche nach verschollenen Zivilisationen der Ur- und Frühgeschichte sind, viele erstaunlich konkrete Ansatzpunkte.

Insbesondere zahlreiche Hinweise auf eine versunkene atlantische Inselwelt finden sich in den indianischen Ursprungs-Mythen des Nordens; und interessanter Weise scheint es sogar Legenden nordamerikanischer Natives zu geben, die gezielte Hinweise auf kataklysmische Ereignisse im karibischen Großraum liefern. Einen kurzen Hinweis liefert uns z.B. der Diffusionist Peter Marsh, der feststellt: "Bei den Anasazi [vergl. dazu auch: Vernichteten Kannibalen die Anasazi-Zivilisation? von Julie Cart] gab es eine Legende über eine feurige Himmels-Schlange, welche die Zivilisationen der Karibischen Inseln vernichtete, genauer gesagt Tulapin (die 'Schildkröten-Insel'), ihr Heimatland." [3]

Abb. 6 Das mysteriöse Volk der Anasazi aus New Mexico soll über eine "feurige Himmelsschlange" berichtet haben, die seine Urheimat Tulapin (die 'Schildkröten-Insel') in der Karibik vernichtet habe.

Der Anthropologe, Archäologe und Atlantisforscher William Michael Donato liefert zudem ein mythologisches Indiz, das für die vormalige Existenz karibo-amerikanischer Insel-Kulturen spricht: "Die Yuchi (Choyaha)-Indianer behaupten, dass einige ihrer Klans ursprünglich von den Bahamas stammen, speziell der >Katzen<- und der >Fisch<-Klan, die zu den >Kriegs<-Klans gehören - eine politische Unterabteilung der >Friedens<-Klan-Gemeinschaft zwischen den Völkern des Südostens. Sie verweisen ganz speziell auf die große Insel Andros als ihr ehemaliges Heimatland." [4]

Das anhaltende Interesse, das (nicht nur) US-amerikanische Atlantologen schon seit längerem an Mythologie und archäologischen Funden in Nordamerika gezeigt haben, kommt somit nicht von ungefähr. Auch hier war Ignatius Donnelly (1831-1901) ein Wegbereiter moderner nonkonformistischer Atlantisforschung. Mit seinen, lange Zeit kaum wahrgenommenen, Betrachtungen zum Ursprung der frühen nordamerikanischen Kulturen des Mississippi-Tals - er widmete diesem Thema in "Atlantis, die vorsintflutliche Welt" (Orig. 1882) ein ganzes Kapitel – eröffnete er ein neues Forschungsfeld der Atlantologie, auch wenn sich diese Facette seiner Arbeit erst vergleichsweise spät als wegweisend erweisen sollte.

Die explizite Einbeziehung nordamerikanischer Mythen in den atlantologischen Diskurs erfolgte erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts, und zunächst noch sehr selektiv, z.B. durch Forscher-Autoren wie Lewis Spence (1926), Robert B. Stacy-Judd (1939) und Alexander Braghine (1940). Umfassendere Betrachtungen dazu entstanden sogar erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts, wie etwa durch Alexander und Edith Tollmann (1993), Rand und Rose Flem-Ath (1996), Frank Joseph (1998 und 2002) und J.F. Blumrich (1999). Wilkins tat sich dagegen 1952 als einsamer Pionier atlantologischer Betrachtungen der Mythen der Natives des karibischen Raums hervor, also jener karibischen Ureinwohner nicht indianischen Ursprungs, um die es in unserer Betrachtung geht. Und damit kommen wir...

2) Zum ethnologischen bzw. historischen Kritikpunkt: Nach konventioneller Auffassung kann es authentische, urgeschichtliche Überlieferungen schwarzer Karibier, wie Wilkins sie u.a. als Quelle der Iere-Legende nennt, über ein dortiges, putatives Vorzeit-Reich schon deshalb nicht geben, weil 'Schwarze', wie gesagt, erst als Sklaven der europäischen Conquistadoren in die Karibik und auf die Westindischen Inseln gelangt sein sollen. Doch wie ernst haben wir diese moderne Auffassung zu nehmen, die sich so frappierend von den Aussagen früher spanischer Eroberer unterscheidet? [5]

Von der grundsätzlichen Feststellung abgesehen, dass sich auch bei "roten" Karibiern bzw. Amerinden Überlieferungen zum versunkenen Reich im karibischen Großraum finden lassen (siehe dazu Teil I, Teil III, Teil IV und Teil V dieser Betrachtung), können wir auch das Argument als solches nicht widerspruchslos akzeptieren. So kommen alternative Prähistoriker, die sich mit der globalen Kultur-, Zivilisations- und Migrations-Geschichte 'schwarzer' Völker beschäftigen, zu völlig anderen Ergebnissen: für Autoren, wie Dr. Clyde Ahmad Winters oder Paul A. Barton steht außer Frage: in Amerika - und im Großraum der Karibik / Westindiens - gab es schon seit Urzeiten 'Schwarze'!

Abb. 7 Einer der frühen Schwarzen Kalifornier vom legendären schwarz-abori- ginalen Volk der Calafian in den südwestlichen USA.

Zu den aboriginalen 'schwarzen' Völkerschaften in Nordamerika (siehe dazu: Schwarze Präkolumbier in Nordamerika?; sowie: Schwarze Atlantiker in Amerika), deren Vorfahren Teil eines prä- und protohistorischen karibo-amerikanischen Kulturraums gewesen sein könnten, gehören z.B. die WASHITAW im Mittelwesten (Louisiana), die YAMASEE im Südosten, sowie die Schwarzen Kalifornier (CALAFIAN). Dazu kommen die mittelamerikanischen AFRO-DARIENITEN Panamas (siehe: Schwarze Zivilisationen Alt-Amerikas (Muu-Lan) und Mexikos (Xi) von Paul A. Barton), die SARAMACCA in Französisch-Guayana (Braghine, 1940) sowie die OTOMIES aus Mexiko. Auch - und das ist in unserem Fall von Bedeutung - im karibischen Großraum gab es augenscheinlich bereits in präkolumbischen Zeiten 'schwarze' Bevölkerungs-Teile.

Diese 'Black Caribs' oder GARIFUNA der Karibikinseln (Wilkins spricht hier auch von den CARACOLEN Haitis) und Mittelamerikas kämpften, so Barton, noch im späten sechzehnten Jahrhundert mit Engländern und Spaniern um ihre Unabhängigkeit. Später wurden die GARIFUNA durch die europäischen Invasoren von ihren Inseln vertrieben, konnten offenbar jedoch in Mittelamerika Fuß fassen, wo, wie Barton erklärt, "heute hunderttausende von ihnen entlang der Küsten leben".

Die Präsenz 'schwarzer' Völker und Kulturen in Mesoamerika lässt sich, wie Barton und andere meinen, seit mindestens 5000 Jahren nachweisen. Vermutlich verdankte die frühe Hochkultur der Olmeken dort ihr Aufblühen der kulturellen Diffusion zwischen ur-indianischen, indischen (siehe dazu: Mexiko, Atlantis und die alten Inder von Gene D. Matlock) sowie präkolumbischen, afro-amerikanischen Ethnien (siehe dazu: Afrikanische Skelette in Mittelamerika von Dr. Clyde Ahmad Winters sowie Die beerdigten Olmeken-Skulpturen in Mexiko von William R. Corliss).

Somit bleibt (wenn wir von einem fruchtlosen Disput zur Interpretation von "Zombies" und "fliegenden Menschen" absehen) nur noch eine argumentative 'Bastion', auf die sich die Verteidiger konventioneller Lehrmeinungen zurückziehen können: diese vorgeblich uralte Geschichte aus Trinidad kann, wird man einwenden, auch deshalb nicht stimmen, weil die karibische Inselwelt bereits vor ihrer Besiedlung durch den Menschen [6] in etwa ihre heutige Form aufwies. Großinseln und Land-Brücken nach Amerika habe es damals nicht gegeben und entsprechende Angaben seien dementsprechend als Phantastereien zu bewerten. Diese Behauptung bringt uns ...

3) Zum geologischen Kritikpunkt: Tatsächlich scheint die Annahme einer versunkenen Landmasse in der Karibik auch aus geologischer Sicht keineswegs so abwegig zu sein, wie dies gerne in 'orthodoxen' Argumentationen dargestellt wird: "1969 machte eine Forschergruppe der Duke University bei ihren Untersuchungen des Meeresbodens der Karibik eine wichtige geologische Entdeckung, die für die Theorie versunkener Kontinente spricht. Entlang dem Aves-Rücken, der von Venezuela zu den Jungferninseln verläuft, wurde an fünfzig verschiedenen Stellen Granitgestein heraufgeholt. Dieses säurehaltige Eruptivgestein findet man normalerweise nur auf den Kontinenten oder aber dort, wo früher Land war." [Siehe dazu auch: Der geologische Streit um den versunkenen "Kleinkontinent" im Atlantik; d. Red.]

Abb. 8 Könnten noch während rezenter Perioden Landbrücken zwischen der westindischen und karibischen Inselwelt existiert haben? Nicht zuletzt von der Beantwortung dieser Frage hängt die Glaubwürdigkeit der mythologischen Überlieferung vom versunkenen Kariben-Reich Iere ab.

Der prominente Geologe und Ozeanograph Dr. Bruce Heezen - keineswegs ein Freund der Atlantis-Hypothese - "erklärte in diesem Zusammenhang: >Bis heute glaubten die Geologen ganz allgemein, daß helle Granite oder säurehaltige Eruptivgesteine auf die Kontinente beschränkt seien und daß die unter dem Meeresspiegel liegende Erdkruste aus schwerem, dunkelgefärbten Basaltgestein bestehe ... Das Vorhandensein hellgetönter Granitfelsen könnte also die alte Theorie untermauern, nach der in früheren Zeiten in der ostkaribischen Region eine Landmasse existierte und diese Felsen das Innere eines versunkenen und verlorenen Kontinents darstellen<." [7]

Auch jüngere Erkenntnisse zur rezenten geologischen Vergangenheit der heutigen Großinsel Kuba stützen die Angaben der Natives aus Trinidad über versunkene Landbrücken, die von Karibik-Inseln zum amerikanischen Kontinent führten. Im Jahr 2001 stieß ein Forscher-Team um die in der Sowjetunion geborene, kanadische Meeresforscherin Paulina Zelitsky vor der kubanischen Westküste in ca. 700 m Wassertiefe auf vermutlich artifizielle Stein-Formationen. "Diese faszinierende Entdeckung belegt", hieß es in einer Presseerklärung der Agentur Reuters dazu, "dass Kuba vor nicht allzu langer Zeit noch mit dem Festland Lateinamerikas durch eine Landbrücke verbunden war, die zur Halbinsel Yucatan hin verlief, hieß es seitens der Forscher." [8] [siehe dazu auch: Neues zu den megalithischen Funden vor der Westküste Kubas von Linda Moulton Howe, Earthfiles.com; d. Red.]

Schon 1966 hatte der britische Atlantologe Egerton Sykes über uralte Relikte vergessener Kulturen bei und auf Haiti berichtet. Eine dieser Entdeckungen war Dr. J. Manson Valentine [9] aus New York gelungen, "der zehn Fuß unter der Oberfläche von Gonava Island vor Haiti ein Versteck von hochentwickelten Artefakten möglicherweise atlantidischen Ursprungs ausgegraben hat. [...] Die einzige andere Bezugnahme auf Haiti, die ich ausmachen kann, befindet sich in einem Buch des französischen Autors M.E. Descourtilz, seinen >Voyages d' un Naturalist en Haiti<, die 1803 in Paris veröffentlicht wurden, und worin er einen Tempel in einer Höhle beschrieb, an deren Wänden sich Zeichnungen und Reliefs mit Göttern und Zeremonien befanden. Da es in den letzten anderthalb Jahrhunderten auf der Insel schwerlich irgendwelche archäologischen Untersuchungen gegeben hat, ist es gut möglich, dass die Höhle noch existert." [10]

Wir haben somit deutlich gemacht, weshalb wir es im Fall der oben präsentierten Erzählung aus Trinidad für durchaus für möglich halten, dass es sich bei ihr um eine authentische Überlieferung mit einem massiven (prä-) historischem Hintergrund handelt. Diese Mühe wäre freilich nicht nötig gewesen, gäbe es nicht noch weitere derartige Berichte über das Goldene Zeitalter der Karibik (siehe dazu auch: Das Goldene Zeitalter - Atlantis in der Karibik von Peter Marsh) über versunkene Landmassen und das legendäre Reich Iere; Berichte, die ebenfalls zum größten Teil der britische Atlantologe Wilkins vor mehr als einem halben Jahrhundert für uns gesammelt und zusammengestellt hat. Diese Erzählungen wollen wir nun vor dem gerade angesprochenen Hintergrund betrachten.


Fortsetzung:

Iere - Überlieferungen aus Grenada


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: ADVOCATUS DIABOLI = lat. "Anwalt des Teufels"; "1. Geistlicher, der in einem Heilig- od. Seligsprechungsprozeß der katholischen Kirche die Gründe gegen die Heilig- od. die Seligsprechung darlegt. 2. jmd., der um der Sache willen mit seinen Argumenten die Gegenseite vertritt, ohne selbst zur Gegenseite zu gehören." (Quelle: Duden, Fremdwörterbuch, 4. Aufl., Mannheim, 1982, S. 35)
  2. Anmerkung: Quelle der oben zitierten Behauptung: Jason Colavito, "Lost Civilizations Uncovered - Atlantis, Mu and the Maya - Early theories attributing Mesoamerican civilization to lost civilizations continue to deprive Native Americans of their cultural legacy today", online unter: http://jcolavito.tripod.com/lostcivilizations/id23.html --- Siehe dazu auch: Rote, gelbe, schwarze und weiße Präkolumbier - über den Nonsens des "rassistischen Diffusionismus")
  3. Quelle: Peter Marsh, "Polynesian Pathways", Kapitel: "Catastrophes and Prehistory, USA showered by a watery comet ~11,000 years ago, ending the Golden Age of man in America", online unter http://users.on.net/~mkfenn/Catastrophes.htm
  4. Quelle: William M. Donato, "Bimini und die Atlantis-Kontroverse: Was die Beweise sagen", Atlantisforschung.de
  5. Anmerkung: zu frühen Berichten über Schwarze in "Westindien" (z.B. von Christoph und Ferdinando Kolumbus) siehe etwa: Rote, gelbe, schwarze und weiße Präkolumbier - über den Nonsens des "rassistischen Diffusionismus", Abschnitt 3, Schwarze Rassisten? - "Afro-Zentrismus" und Diffusionismus
  6. Anmerkung: So soll z.B die Insel Hispaniola erst seit dem dritten Jahrtausend v.Chr. von der amerinden Jäger- und Sammlerkultur der Siboney bewohnt worden sein. (Vergl. dazu: Hispaniola und die Atlantis-Theorie des Prof. Dr. Emilio Spedicato)
  7. Quelle: Charles Berlitz, Das Atlantis-Rätsel, Zsolnay (Wien/Hamburg), 1974, S. 79
  8. Quelle: Reuters, 06.12.2001, aus dem Englischen nach: http://www.crystalinks.com/atlantisphyevidence.html
  9. Anmerkung: Dr. J. M. Valentine († 1994) war von Beruf Meeresbiologe und u.a. als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bishop-Museum in Honolulu tätig. Zudem engagierte sich als ehrenamtlicher Kurator des Wissenschaftlichen Museums von Miami. Bekannt wurde Valentine, der von der Richtigkeit der 'Atlantis-Readings' des Geistheilers Edgar Cayce überzeugt war, durch seine atlantologischen Unterwasser-Forschungen bei den Bahamas. in den späten 1960er und den 1970er Jahren. U.a. gilt er als Entdecker der sogenannten 'Bimini-Road' im Jahr 1968 (siehe: Bimini-Road und die Suche nach Relikten von Atlantis).

    Die 'Bimini Road' und ihre, im April 2003 von Dr. Greg und Dr. Lora Little vorgestellte, Schwester-Anlage, die "Andros Road", mögen höchst umstrittene Strukturen sein und seitens der 'Schulbuch'-Wissenschaft uni sono als "Geofakte" eingestuft werden, aber die vorliegenden Evidenzen lassen - vorsichtig formuliert - die Feststellung zu, dass diese Ansicht der 'Mainstream'-Wissenschaftler schwerlich als 'gesichert' bezeichnet werden kann (siehe dazu: Bimini und die Atlantis-Kontroverse: Was die Beweise sagen von William M. Donato; sowie: 'Rehabilitiert' die Bimini Road! - Ein Plädoyer für eine wissenschaftliche Neubetrachtung der Strukturen vor Bimini von Bernhard Beier).

    Valentine, der die 'Bimini-Road' weltweit bekannt gemacht hat, schoss in seiner Begeisterung für die Suche nach krypto-archälogischen Objekten, die er durchaus nicht nur bei den Bahamas ausmachte, bisweilen aber auch deutlich über´s Ziel hinaus und unterlag Fehlinterpretationen (siehe: Der 'Atlantis-Tempel' des J. M. Valentine). Obwohl er zweifellos einige in ihrem artifiziellen Charakter unanfechtbare und sehr alte Endeckungen vorzuweisen hat, wie den 'Poseidon von Yucatan', eine kolossale, bärtige Kalksteinstatue in den Tiefen der mexikanischen Loltún-Höhlen (siehe dazu: Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika), ist also eine gewisse Vorsicht im Umgang mit seinen Fund-Auswertungen und Folgerungen angebracht.
  10. Quelle: Egerton Sykes, "Two Important Discoveries in Atlantology", 1966, vermutl. in "Atlantis" (London); zitiert nach: http://kengarman.tripod.com/thelegendofatlantis/id5.html


Bild-Quellen

(4) http://www.abiyoyo.com/cuba/trinidad/playaancon/playaancon18.jpg

(5) http://www.mu-atlantis.com/jmp1/7.htm

(6) http://www.seti.net/family/Motor%20Home%20Trips/Utah/Trip%20To%20Utah%201-10-98/Sunset%20Crater%20and%20ruin/Anasazi%20ruin%20from%20below.jpg

(7) Links: http://www.raceandhistory.com/historicalviews/ancientamerica.htm

(7) Rechts: ebd.

(8) Unbekannte Bild-Quelle